Wiedervernässung von Moorböden: Neue Förderung erklärt

Symbolbild: Das neue Bundesprogramm zur Wiedervernässung soll Betrieben und Eigentümern auf Moorflächen die Umstellung auf nasse Nutzung erleichtern. Die Förderung umfasst Planung, Umsetzung und Ausgleich für finanzielle Nachteile. | Foto: Stephanie Walter
  • Symbolbild: Das neue Bundesprogramm zur Wiedervernässung soll Betrieben und Eigentümern auf Moorflächen die Umstellung auf nasse Nutzung erleichtern. Die Förderung umfasst Planung, Umsetzung und Ausgleich für finanzielle Nachteile.
  • Foto: Stephanie Walter
  • hochgeladen von Thorsten Kornmann

Wiedervernässung Moorböden Förderung. Das neue Förderprogramm des Bundes soll die Wiedervernässung von Moorböden erleichtern und dabei ermöglichen, dass Land- und Forstwirtschaft auf den Flächen weiterläuft, nur mit „nassen“ Nutzungsformen.

Wer Flächen besitzt oder bewirtschaftet, bekommt damit einen Rahmen, in dem Planung und Umsetzung der Wiedervernässung bezuschusst werden können und finanzielle Nachteile durch die Umstellung abgefedert werden. Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) nennt als Ziel, in den nächsten Jahren die Wiedervernässung von 90.000 Hektar Land zu ermöglichen.

Für die Finanzierung stellt die Bundesregierung bis Ende 2029 rund 1,75 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit. Das Programm beruht auf Freiwilligkeit. Die EU-Kommission hat das Förderprogramm in dieser Woche genehmigt.

Was genau gefördert wird und wer profitieren kann

Gefördert werden nach Angaben des BMUKN sowohl die Vorbereitung als auch die Durchführung der Wiedervernässung. Dazu gehören auch Beratungsleistungen sowie rechtliche und technische Voraussetzungen für das Wassermanagement.

Wichtig für die praktische Kalkulation in Betrieben und bei Eigentümern ist ein zweiter Baustein: Neben Ertragsverlusten bei den Flächenbewirtschaftern sollen erstmals auch Flächeneigentümer für Wertverluste kompensiert werden, die durch die Wiedervernässung entstehen.

Die Förderangebote richten sich an Akteure, die für eine dauerhafte Wiedervernässung zusammenarbeiten müssen, insbesondere:

  • Flächeneigentümer
  • Bewirtschafter aus Land- und Forstwirtschaft
  • Wasser- und Bodenverbände

„Nasse Landwirtschaft“ und Paludikultur: Nutzung bleibt möglich

Kernidee ist, dass Moorflächen nach der Wiedervernässung weiter genutzt werden können. Fachleute sprechen laut BMUKN von „Paludikultur“. Gemeint ist eine Bewirtschaftung mit Pflanzen, die im nassen Moor wachsen.

Das Programm unterstützt außerdem den Aufbau neuer Wertschöpfungsketten und Produkte aus solchen Pflanzen, etwa:

  • Fasern für Papiere und Kartonagen
  • Dämmmaterialien
  • Baumaterialien

Warum die Wiedervernässung auch wirtschaftlich eine Perspektive sein soll

Das BMUKN ordnet ein, dass mehr als 90 Prozent der ursprünglichen Moorböden in Deutschland trockengelegt sind. Weil entwässerte Moorböden sich zersetzen und fortlaufend Kohlenstoff verlieren, werden sie langfristig weniger gut nutzbar und verlieren an Wert.

Durch Wiedervernässung soll dieser Zersetzungsprozess gestoppt und umgekehrt werden. Gleichzeitig sollen die Flächen von Treibhausgasquellen wieder zu Treibhausgassenken werden. In der Einordnung des BMUKN werden für die entwässerten Moorböden zuletzt über 50 Millionen Tonnen Emissionen genannt.

So ist das Programm aufgebaut: Module und Einstieg über Modellvorhaben

Laut BMUKN bildet das Förderangebot erstmals alle notwendigen Schritte in vier Fördermodulen ab. Der modulare Ansatz soll eine schrittweise Antragsvorbereitung, Antragstellung und Umsetzung ermöglichen.

Genannt werden dabei Vorhaben ab fünf Hektar Fläche. Förderinteressierte können in der Regel jedes Modul einzeln beantragen. Für Wiedervernässung und die Umsetzung wirtschaftlich tragfähiger, klimafreundlicher Nutzungsformen sind Zuschüsse von bis zu 100 Prozent vorgesehen.

Zum Start sind großflächige modellhafte Vorhaben ab mindestens 5.000 Hektar Moorbodenfläche geplant, sogenannte Leuchtturmregionen. Sie sollen ein Gesamtkonzept von Planung über Wiedervernässung bis hin zu Paludikultur und regionaler Wertschöpfung abbilden.

Weitere Informationen und Einstiegspunkte sind beim BMUKN gebündelt:

Unterm Strich schafft die Förderung vor allem Planungssicherheit, weil Wiedervernässung, Ausgleichsmechanismen und die Umstellung auf nasse Nutzungsformen in einem Programm zusammengeführt werden.

Autor:

Meike Jakob aus Landau

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r
Kommentare sind deaktiviert.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.