WHO-Leitfaden zu Hitzeaktionsplänen: Was im Alltag schützt
- Symbolbild: Der neue WHO-Leitfaden soll Kommunen und Behörden helfen, Hitzeschutz besser zu organisieren, etwa über Warnsysteme und zielgenaue Infos. Für den Alltag zählt, ob vulnerable Gruppen rechtzeitig erreicht werden und Maßnahmen vor Ort greifen.
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WHO Leitfaden Hitzeaktionspläne. Der neue WHO-Leitfaden soll Behörden dabei helfen, Hitzeschutz so zu organisieren, dass Gesundheitsrisiken im Alltag sinken, etwa durch bessere Warnsysteme und verständliche Infos für besonders gefährdete Gruppen.
Wenn Wohnungen sich über Tage aufheizen und Nächte kaum abkühlen, wird Hitze schnell zur Belastung, besonders für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Praktisch wichtig ist dabei weniger die Debatte über Zuständigkeiten, sondern was vor Ort ankommt. Klare Warnungen, erreichbare kühle Orte und passende Informationen können entscheiden, ob Belastungen früh erkannt werden.
Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit erklärt dazu, dass Hitzeaktionspläne als wissenschaftlich gestützte Orientierung dienen, um Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung wirksam auszurichten. Die WHO Europa verweist zugleich darauf, dass Europa sich schneller erwärmt als andere Kontinente und Hitze gesundheitlich messbare Folgen hat.
Warum Hitze für viele Menschen ein Gesundheitsrisiko ist
Die WHO Europa beschreibt Hitze als Auslöser für mehr hitzebedingte Erkrankungen und Beschwerden bis hin zu vorzeitigen Todesfällen. Genannt werden besonders Kreislauferkrankungen, die unter Hitze häufiger auftreten oder sich verschlechtern.
Für die Einordnung helfen die genannten Größenordnungen. Die WHO Europa spricht von mehr als 200.000 hitzebedingten Todesfällen in Europa innerhalb der letzten vier Jahre. Für Deutschland nennt das Robert Koch-Institut für das letzte Jahr insgesamt 2.500 Hitze-Tote. Betroffen waren laut BMUKN vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.
Was der WHO-Leitfaden konkret abdecken soll
Der neue WHO-Leitfaden für Hitzeaktionspläne (zweite Ausgabe, Update des Leitfadens von 2008) nennt acht Kernelemente, die in Summe einen effektiven Hitzeschutz ermöglichen sollen. Beispiele, die in der Mitteilung hervorgehoben werden, sind:
- Verbesserung lokaler Hitzewarnsysteme
- Risikokommunikation mit vulnerablen Gruppen
Ziel ist ein „Fahrplan“ für staatliche Akteure und weitere Beteiligte, damit Vorsorge nicht nur kurzfristig über Warnungen läuft, sondern strukturiert vorbereitet wird.
Wie Schutzmaßnahmen im Alltag sichtbar werden können
In Deutschland liegen Zuständigkeiten für Hitzeschutz vor allem bei Ländern und Kommunen. Als Beispiel wird Berlin genannt. Dort hat der Senat am Mittwoch, 1. Januar 2025 einen landesweiten Hitzeaktionsplan beschlossen. Er umfasst 72 Maßnahmen, die den Hitzeschutz der Bevölkerung verbessern sollen.
Ein Schwerpunkt sind Kommunikationsmaßnahmen über analoge und digitale Medien. Zusätzlich gibt es ein Hitzeschutzportal mit Hitzeaktionsplan, einer Karte mit kühlen Orten, Verhaltenstipps und Kommunikationsmaterialien. Außerdem wird ein Netzwerk genannt, das viele Institutionen aus Gesundheits- und Pflegewesen einbindet, um Patientinnen und Patienten besser zu schützen.
Welche Rolle Natur und Stadtplanung beim Hitzeschutz spielen
Bundesumweltminister Carsten Schneider ordnet ein, dass neben weniger Kohlendioxid-Emissionen auch Vorsorge in Stadt und Land hilft. Genannt werden Stadtbäume, Parks sowie intakte Flüsse, Wälder und Moore, die Luft spürbar abkühlen und Wasser speichern können. Als alltagsnahes Beispiel wird beschrieben, dass es unter großen Bäumen oft mehrere Grad kühler ist.
Welche Unterstützung es für Kommunen und soziale Einrichtungen gibt
Das BMUKN verweist auf eigene Handlungsempfehlungen für Hitzeaktionspläne, die 2017 veröffentlicht wurden. Eine mögliche Ausgestaltung eines nationalen Hitzeaktionsplans wird derzeit in einem Forschungsvorhaben erkundet.
Außerdem nennt das BMUKN als Rahmen für vorsorgende Anpassung unter anderem das Bundes-Klimaanpassungsgesetz und die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Über Förderrichtlinien wie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ und „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ wird die Erstellung und Umsetzung von Klimaanpassungskonzepten unterstützt, etwa durch die Finanzierung von Klimaanpassungsmanagerinnen und -managern in derzeit 200 Kommunen.
Weitere Informationen zum Thema bietet das BMUKN unter www.bundesumweltministerium.de/PM11795.
Am Ende zählt für den Alltag vor allem, ob Warnungen, Informationen und konkrete Schutzangebote vor Ort so organisiert sind, dass sie besonders gefährdete Menschen rechtzeitig erreichen.
Autor:Meike Jakob aus Landau |