Wenn Mini-Frösche wandern: So werden Garten und Wege nicht zur Falle
- Wenn im Juni plötzlich winzige Frösche und Kröten über Wege und durch Beete wandern, helfen schattige Rückzugsorte und chemiefreie Gartenpflege, damit die Tiere nicht vertrocknen oder übersehen werden.
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Mini-Frösche und Kröten im Garten. Wer im Juni plötzlich winzige Frösche und Kröten auf Wegen, Terrassen oder im Beet sieht, kann sie vor allem durch einfache Rückzugsorte und den Verzicht auf Chemie im Garten besser schützen.
Wie die Deutsche Wildtier Stiftung beschreibt, verlassen tausende Jungfrösche und Kröten nach ihrer Entwicklung im Wasser innerhalb kurzer Zeit nahezu zeitgleich ihre Geburtsgewässer und gehen an Land. Die Tiere sind dann oft nur rund zehn Millimeter klein und wirken wie Miniaturausgaben erwachsener Amphibien.
Die Masse entsteht nicht, weil Tiere „vom Himmel fallen“, sondern weil die Metamorphose in vielen Gewässern im ähnlichen Zeitraum abgeschlossen ist. Aus Laich, bei Kröten in Schnüren und bei Fröschen in Klumpen, werden zunächst Kaulquappen. In zwei bis vier Monaten wachsen Hinter- und Vorderbeine. Kiemen werden durch eine Lunge ersetzt. Sobald der Schwanz vollständig zurückgebildet ist, krabbeln die fertigen Amphibien an Land.
Warum die Winzlinge im Garten besonders verletzlich sind
Junge Amphibien sind auf feuchte Haut angewiesen. Darüber regulieren sie ihren Wasserhaushalt und nehmen auch Sauerstoff auf. Trockenheit wird ihnen deshalb besonders schnell zum Verhängnis. Nach Einordnung der Deutschen Wildtier Stiftung kann Wasserverlust über die Haut so kritisch werden, dass Tiere sterben, noch bevor ein Sauerstoffmangel entsteht.
Dazu kommt ein Alltagsproblem, das auf Wegen und Einfahrten schnell passiert. Weil die Tiere so klein sind, werden sie leicht übersehen und unbemerkt zerquetscht, auch durch Fahrräder, Roller oder schlicht durch Schuhe.
Was im Garten hilft, ohne viel Aufwand
Am wohlsten fühlt sich der Nachwuchs an schattigen, dunklen und strukturreichen Orten. Im Garten können vor allem solche Elemente als Schutz dienen:
- Totholz-, Laub- oder Reisighaufen als feuchte Rückzugsräume.
- Alte Backsteinmauern oder Trockenmauern mit Lücken und Hohlräumen.
- Hohlräume unter Baumwurzeln oder in naturbelassenen Ecken.
Wichtig ist auch die indirekte Wirkung von Pflanzenschutz und Chemie. Nach Einschätzung der Biologin Kathrin Mayer von der Deutschen Wildtier Stiftung schadet „Chemie im Garten“ nicht nur den Amphibien selbst. Gifte töten auch viele ihrer Beutetiere und entziehen den Jungtieren damit die Nahrungsgrundlage.
Nachts gehen die kleinen Amphibien auf Beutezug. Auf dem Speiseplan stehen unter anderem Insekteneier, Springschwänze, Blattläuse, kleine Spinnen und Milben.
Wie lange die Tiere bleiben und warum sie wieder auftauchen können
Die jungen Frösche und Kröten verbringen nun zwei bis fünf Jahre an Land, bevor sie geschlechtsreif werden. Danach wandern sie zu dem Gewässer zurück, in dem sie selbst geschlüpft sind. Dort wird wieder Laich abgelegt und befruchtet. Wenn Bedingungen wie Feuchtigkeit und Lebensraum passen, wiederholt sich dieser Kreislauf.
Praktisch heißt das: Wer im Juni viele Mini-Amphibien im Garten sieht, hat oft ein Gewässer in der Nähe und kann mit schattigen Rückzugsorten und chemiefreier Pflege dafür sorgen, dass Wege und Beete nicht zur Falle werden.
Autor:Meike Jakob aus Landau |