Weniger Lehrstellen in RLP: Land setzt auf mobile Jugendberatung
- Die neue Chefin der Regionaldirektion und die Arbeitsministerin setzen auf Jugendberufsagenturen. (Symbolbild)
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Rheinland-Pfalz. Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sollen in Rheinland-Pfalz künftig häufiger Unterstützung an einem Ort bekommen. Das Land will mehr Jugendberufsagenturen fördern, vor allem im ländlichen Raum.
In den Jugendberufsagenturen arbeiten Arbeitsagentur, Jobcenter sowie Kinder- und Jugendhilfe unter einem Dach zusammen. Ziel ist es, junge Menschen besser in Ausbildung und Arbeit zu bringen und die Zahl der Menschen ohne Berufsabschluss zu senken.
Gerade junge Erwachsene in schwierigen Lebenslagen können von dem kurzen Weg profitieren. Fachleute verweisen etwa auf Probleme wie familiäre Gewalt, Schulden, Drogen oder Wohnungslosigkeit. In solchen Fällen kann abgestimmte Hilfe den Einstieg in den Beruf erleichtern.
Begleitung bei der Berufswahl
Die neue Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz/Saarland der Bundesagentur für Arbeit, Ulrike Mohrs, sieht die Jugendberufsagenturen als wichtigen Baustein gegen Jugendarbeitslosigkeit. Wenn junge Menschen zwischen verschiedenen Stellen wechseln müssten, gingen sie oft verloren, sagte sie im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.
Nach ihren Worten brauchen manche Jugendliche eine enge Begleitung im Berufswahlprozess. Der Weg in Ausbildung oder Arbeit verlaufe nicht bei allen gleich schnell. Zahlen dazu, wie viele junge Menschen über Jugendberufsagenturen vermittelt werden, gibt es bislang nicht.
In Mainz wurde 2007 die erste Jugendberufsagentur in Rheinland-Pfalz gegründet. Nach Angaben aus dem Gespräch war es zugleich die erste Einrichtung dieser Art in Deutschland.
Mehr Angebote im ländlichen Raum geplant
Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler will den Ausbau vorantreiben. Nach Angaben des Landes werden derzeit elf Jugendberufsagenturen mit eigenem Ansatz gefördert. Weitere sollen folgen.
Besonders im Blick steht der ländliche Raum. Dort soll nach Worten der Ministerin ein aufsuchender Ansatz helfen. Die Unterstützung kommt also nicht nur an festen Standorten, sondern auch direkt vor Ort in der Fläche.
Für die Förderung kann nach Angaben der Ministerin auch Geld aus dem Europäischen Sozialfonds Plus genutzt werden.
Weniger gemeldete Ausbildungsplätze
Neben mehr Beratung sieht die Ministerin auch die Betriebe in der Pflicht. Aktuell seien rund sieben Prozent weniger Ausbildungsplätze gemeldet worden als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Die wirtschaftliche Lage spiele dabei zwar eine Rolle. Zugleich betonte Bätzing-Lichtenthäler, dass Fachkräfte gebraucht würden und nicht von selbst kämen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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