Steuerberater wechseln: Fristen, Zeitpunkt und Unterlagen
- Symbolbild: Wenn die Steuerberatung nicht mehr passt, ist ein Wechsel oft unkompliziert. Wichtig sind Kündigungsfristen, ein sinnvoller Zeitpunkt und vollständige Unterlagen für die neue Anlaufstelle.
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Steuerberater wechseln Frist. Ein Wechsel der Steuerberatung ist meist jederzeit möglich, entscheidend sind aber Kündigungsfristen und ein sauberer Unterlagen-Übergang, damit keine Verzögerungen mit dem Finanzamt entstehen.
Typisch ist die Situation, dass Rückmeldungen lange dauern, Ansprechpartner häufig wechseln oder digitale Abläufe nicht mehr zur eigenen Lebensrealität passen. Dann kann ein Neustart helfen, ohne dass dafür ein großer Streit nötig ist.
Als Orientierung nennt die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. vor allem drei Punkte, die den Wechsel im Alltag leichter machen. Erstens die passende Beratungsform, zweitens der richtige Zeitpunkt im Steuerjahr und drittens vollständige Unterlagen.
Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein: was passt wann?
Für viele Privatpersonen kommt neben einer Steuerkanzlei auch ein Lohnsteuerhilfeverein infrage, insbesondere für Angestellte, Rentnerinnen und Rentner sowie Pensionärinnen und Pensionäre. Steuerberater dürfen nahezu alle steuerlichen Sachverhalte bearbeiten. Lohnsteuerhilfevereine sind gesetzlich in ihrer Beratungsbefugnis auf bestimmte Personengruppen und Themen begrenzt.
Unterschiede gibt es auch bei den Kostenmodellen:
- Steuerberater rechnen in der Regel nach der Steuerberatervergütungsverordnung oder nach individueller Vereinbarung ab.
- Lohnsteuerhilfevereine arbeiten mit einem einkommensabhängigen Mitgliedsbeitrag, der die Leistungen rund um die Einkommensteuer für ein Jahr abdeckt.
Günstiger Zeitpunkt: erst Bescheid prüfen, dann wechseln
Ein Mandat bei einer Steuerberatung kann grundsätzlich jederzeit beendet werden, wenn vertraglich nichts Abweichendes geregelt ist. Bei Lohnsteuerhilfevereinen gelten die jeweiligen Satzungsregeln. Häufig ist eine Kündigung nur zum Jahresende möglich, oft mit Stichtag am Dienstag, 30. September.
Praktisch gilt: Ein günstiger Wechselzeitpunkt ist häufig erreicht, wenn die Steuererklärung für ein Jahr abgegeben und der Steuerbescheid geprüft ist. Läuft gerade ein Einspruchsverfahren oder steht die Abgabe unmittelbar bevor, kann es sinnvoll sein, diesen Vorgang erst abzuschließen. Das kann Doppelarbeit vermeiden, weil sich die neue Beratung sonst kurzfristig in einen laufenden Fall einarbeiten muss.
Unterlagen: Originale und nutzbare digitale Daten gehören dazu
Für den Wechsel ist vor allem wichtig, dass alle relevanten Unterlagen vollständig vorliegen. Nach Einordnung der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. stehen die Originale den Steuerpflichtigen zu und müssen herausgegeben werden. Das gilt auch für digitale Daten, die in einer nutzbaren Form bereitgestellt werden sollten.
Typische Unterlagen für die Übergabe:
- bisherige Steuererklärungen
- Steuerbescheide
- Schriftwechsel mit dem Finanzamt
- weitere persönliche Dokumente und Nachweise, die in der Erklärung genutzt wurden
Woran gute Beratung im Alltag erkennbar ist
Ein Wechsel ist auch eine Gelegenheit, Erwartungen klar zu ziehen. Neben fachlicher Kompetenz spielen Erreichbarkeit, verständliche Kommunikation und digitale Services eine große Rolle. Viele Anbieter ermöglichen heute einen sicheren Austausch von Belegen über Apps oder Online-Portale.
Inhaltlich ist relevant, dass Beratung aktiv nach Veränderungen in der privaten oder beruflichen Situation fragt. Nach Einschätzung der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. können gerade bei Arbeitnehmern oder Familien bereits kleine Alltagsänderungen spürbare Auswirkungen auf die Steuererklärung haben.
Unterm Strich ist ein Wechsel weder ungewöhnlich noch kompliziert, wenn Fristen eingehalten werden und Unterlagen vollständig übergeben sind.
Autor:Meike Jakob aus Landau |