Sprit sparen beim Tanken: Wann Autofahrer weniger zahlen
- Damit's an der Zapfsäule nicht ganz so weh tut: Mit Apps, Timing und Fahrstil lässt sich beim Sprit etwas sparen.
- Foto: Christin Klose/dpa-mag
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Sprit sparen. Autofahrer können Spritkosten vor allem senken, wenn sie Preise vorab vergleichen, günstige Tageszeiten nutzen und mit niedriger Drehzahl fahren. Gerade bei hohen Kraftstoffpreisen machen wenige Cent pro Liter und ein geringerer Verbrauch im Alltag spürbar etwas aus.
Wer das Auto nicht stehen lassen kann, hat dennoch mehrere Stellschrauben. Die wichtigsten Punkte betreffen die Wahl der Tankstelle, den Zeitpunkt des Tankens, die Länge möglicher Umwege und die Fahrweise.
Preisvergleich vor der Fahrt spart oft den ersten Euro
Preisvergleich-Apps wie ADAC Drive, ACE-App, Clever Tanken, mehr-tanken oder PACE Drive zeigen, wo Benzin und Diesel in der Umgebung günstiger sind. Nach Angaben des Bundeskartellamts beziehen zugelassene Dienste ihre Daten von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe.
Auch Google Maps zeigt Tankstellen mit aktuellen Preisen für einen Liter Superbenzin an. Preise für E10, Diesel oder Super Plus erscheinen, wenn die einzelne Tankstelle in der App ausgewählt wird. Am meisten hilft der Vergleich, wenn er vor dem Losfahren erfolgt. Auf längeren Fahrten kann ein erneuter Check unterwegs sinnvoll sein.
Vor dem Mittag sind Preise häufig günstiger
Auch die Uhrzeit ist entscheidend. In Deutschland gilt seit April die 12-Uhr-Regel. Tankstellen dürfen die Preise nur einmal am Tag um 12 Uhr anheben. Danach sind nur Preissenkungen erlaubt.
Für Autofahrer bedeutet das nach den Auswertungen unter anderem des ADAC: Tanken vor der Mittagszeit kann günstiger sein. Eine zweite günstigere Phase beginnt häufig am späten Nachmittag oder Abend. Ab etwa 17.30 Uhr liegen die Preise laut diesen Auswertungen wieder unter dem Tagesdurchschnitt.
Umwege lohnen sich nur mit genauer Rechnung
Ob eine weiter entfernte Tankstelle wirklich günstiger ist, hängt von drei Faktoren ab: der Tankmenge, der Ersparnis pro Liter und dem zusätzlichen Verbrauch auf dem Umweg. Je länger die Strecke ist, desto größer muss der Preisunterschied sein.
- Kurze Umwege können sich besonders an Autobahnen lohnen, weil die Preisunterschiede dort teils deutlich ausfallen.
- Wer nahe an einem Nachbarland mit niedrigerem Spritpreisniveau wohnt, etwa Polen, sollte neben dem Literpreis auch Fahrzeit, Verschleiß und Stress einrechnen.
Frühes Schalten und 130 km/h senken den Verbrauch
Auch die Fahrweise beeinflusst die Kosten. Der ADAC rät zu zügigem Beschleunigen, frühem Hochschalten bei etwa 2.000 Umdrehungen pro Minute und anschließend möglichst niedriger Drehzahl beim Halten der gewünschten Geschwindigkeit.
Beim Abbremsen hilft die Motorbremse. Wer auf eine rote Ampel zurollt, lässt den Gang möglichst lange eingelegt. So wird weniger Kraftstoff verbraucht als beim unnötigen Beschleunigen und Bremsen.
Auf der Autobahn macht Tempo besonders viel aus. Der Luftwiderstand steigt laut ADAC stärker als die Geschwindigkeit. Aus Spritsparsicht liegt daher die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h nahe, auch wenn auf der Strecke kein Tempolimit gilt.
Weitere kleine Faktoren sind der richtige Reifendruck, weniger unnötige Ladung im Auto und abmontierte Dachboxen nach der Nutzung. Auch Klimaanlage und Standheizung erhöhen den Verbrauch, wenn sie häufig oder unnötig laufen. Entscheidend ist am Ende die Kombination aus günstigem Tankzeitpunkt, Preisvergleich und ruhiger Fahrweise. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |