Private Vermieter 2026: So vermieten Kleinvermieter wirklich
- Symbolbild: Viele Mietwohnungen gehören privaten Kleinvermieter:innen. Der IW-Vermieterreport 2026 zeigt, wie verbreitet Ein- und Zwei-Wohnungs-Bestände sind und wie zurückhaltend Mieten oft angepasst werden.
- Foto: Sebra/stock.adobe.com
- hochgeladen von Thorsten Kornmann
Private Vermieter Deutschland 2026. Private Kleinvermieter:innen stellen in Deutschland den Großteil der Mietwohnungen und vermieten oft langfristig, mit moderaten Mieten und überschaubaren Einnahmen, wie Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Vermieterreport 2026 zeigen.
Typisch ist die Alltagssituation, dass eine einzelne Wohnung als Altersvorsorge oder Vermögensbaustein gehalten wird und die Vermietung nebenbei läuft. Genau hier können neue Regeln im Mietrecht spürbar werden, weil private Vermietende meist keine professionellen Strukturen haben. Der Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum (WiE) fordert deshalb, dass Politik bei der geplanten Mietrechtsnovelle Mieter- und Vermieterinteressen ausgewogen berücksichtigt.
Nach Angaben von WiE werden 64,4 Prozent des Mietwohnungsbestands von Privatpersonen vermietet. Der IW-Report zeigt zudem, wie kleinteilig dieser Markt ist. 58 Prozent der privaten Vermieter:innen besitzen nur eine Mietwohnung, weitere 19 Prozent vermieten zwei Wohnungen.
Viele Vermietende sind langfristig orientiert und nicht „professionell“
WiE-Vorständin Dr. Sandra von Möller ordnet die Zahlen so ein, dass es häufig nicht um kurzfristige Renditemaximierung geht, sondern um langfristige Stabilität. Dazu passt auch die Struktur der Gruppe. Das Durchschnittsalter der Vermietenden liegt laut IW bei 58 Jahren. 60 Prozent vermieten bereits seit mehr als zehn Jahren.
Mieteinnahmen sind oft nur ein Zusatz zum übrigen Einkommen
Beim Einkommen aus Vermietung zeigt der IW-Vermieterreport 2026 ein eher „kleines“ Bild.
- 19 Prozent erzielen durch Vermietung ein jährliches Bruttoeinkommen von weniger als 5.000 Euro.
- 38 Prozent liegen zwischen 5.000 und 9.999 Euro pro Jahr.
- 6 Prozent erzielen mehr als 40.000 Euro pro Jahr.
Diese Verteilung unterstützt die Einordnung, dass viele private Vermieter:innen nicht wie große Wohnungsunternehmen agieren. WiE weist darauf hin, dass private Vermietende in der Regel weder eigene Rechtsabteilungen noch vergleichbare finanzielle Spielräume haben.
Mieterhöhungen werden häufig gar nicht oder nur moderat umgesetzt
Auch bei Mieten und Anpassungen beschreibt der IW-Report ein zurückhaltendes Vorgehen.
- 43 Prozent erhöhen bei einer Neuvermietung nach eigenen Angaben die Miete überhaupt nicht.
- 55 Prozent nehmen bei Neuvermietung nur moderate Anpassungen vor.
- Im laufenden Mietverhältnis verzichtete im vergangenen Jahr mehr als jede zweite Vermieter:in vollständig auf eine Mieterhöhung.
Neben wirtschaftlichen Erwägungen spielen laut Befragung auch Stabilitätsmotive eine Rolle. 16 Prozent geben an, langjährige Mietverhältnisse bewusst durch stabile Mieten fördern zu wollen.
Indexmiete ist bei privaten Vermieter:innen eher die Ausnahme
Im Zuge der geplanten Mietrechtsnovelle werden auch Regeln zu Indexmietverträgen diskutiert. Der IW-Vermieterreport zeigt aber, dass Indexmiete unter privaten Vermieter:innen vergleichsweise selten ist. 13 Prozent der Befragten nutzen Indexmietverträge.
Deutlich häufiger sind klassische Vertragsmodelle. 77 Prozent nutzen laut Report unbefristete Mietverträge ohne besondere Regelungen zur Mietanpassung. WiE warnt deshalb davor, aus einzelnen Vertragsgestaltungen pauschale Schlüsse für „die privaten Vermieter:innen“ abzuleiten.
Was die Zahlen für die Debatte um neue Regeln bedeuten
Viele Vermietende bewerten die Rahmenbedingungen kritisch. 53 Prozent wünschen sich laut IW eine ausgewogenere Berücksichtigung der Interessen von Mieter- und Vermieterseite. WiE verknüpft diese Einschätzung mit der Warnung, dass zusätzliche Regulierung und Unsicherheit die Investitionsbereitschaft kleiner Vermieter:innen beeinträchtigen kann, weil einzelne Anforderungen bei wenigen Wohnungen besonders stark ins Gewicht fallen.
Wer sich in der Debatte orientieren will, kann aus den Zahlen vor allem eine praktische Konsequenz mitnehmen: Private Vermietung ist in Deutschland häufig kleinteilig, langfristig und einkommensseitig begrenzt, sodass neue Pflichten für viele nicht „nebenbei“ zu stemmen sind.
Autor:Meike Jakob aus Landau |