Neue Rekordzahl: So viele ausländische Berufsabschlüsse wurden 2025 in Deutschland anerkannt

86.619 Anerkennungen: Immer mehr ausländische Fachkräfte kommen in Deutschland an | Foto: zinkevych/stock.adobe.com
  • 86.619 Anerkennungen: Immer mehr ausländische Fachkräfte kommen in Deutschland an
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Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in Deutschland hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 86.619 Anträge positiv beschieden – knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark gefragt war die Anerkennung in den Gesundheitsberufen: Rund zwei Drittel der Verfahren entfielen auf diesen Bereich, vor allem auf Pflegefachpersonen sowie Ärztinnen und Ärzte.
Bundesbildungsministerin Karin Prien wertet die Entwicklung als positives Signal für den deutschen Arbeitsmarkt. Deutschland brauche qualifizierte Fachkräfte insbesondere in Gesundheit und Pflege, aber auch in technischen Berufen, Kitas und Schulen. Die steigende Zahl der Anerkennungsverfahren zeige, dass immer mehr Menschen ihre im Ausland erworbenen Qualifikationen in Deutschland einsetzen wollten.

Mehrheit der Verfahren mit Anerkennung

Insgesamt wurden 2025 rund 102.900 Verfahren bearbeitet, über 89.800 davon wurden abgeschlossen. Die Ergebnisse zeigen: Eine vollständige oder zumindest teilweise Anerkennung war in der großen Mehrheit der Fälle möglich. 45 Prozent der Verfahren endeten mit einer vollständigen Anerkennung der beruflichen Qualifikation, 43 Prozent mit einer Anerkennung unter Auflage. Weitere 8 Prozent wurden teilweise anerkannt. Nur rund 4 Prozent der Verfahren wurden abgelehnt.

Türkei, Ukraine und Syrien besonders stark vertreten

Bei den Ausbildungsstaaten lag die Türkei 2025 erneut an der Spitze. 9.099 Anträge wurden für dort erworbene Qualifikationen gestellt – vier Prozent mehr als im Vorjahr. Dahinter folgte die Ukraine mit 8.505 Anträgen, ein Plus von 16 Prozent. Aus Syrien kamen 5.589 Anträge, 32 Prozent mehr als 2024.
Insgesamt bezogen sich 87 Prozent der Anträge auf Qualifikationen aus Drittstaaten, also Ländern außerhalb der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz.

Gesundheitsberufe bleiben besonders gefragt

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den bundesrechtlich geregelten Berufen. Rund 75 Prozent der Anerkennungsanträge entfielen auf reglementierte Gesundheitsberufe, bei denen eine Berufszulassung erforderlich ist.
Pflegefachpersonen machten weiterhin etwa ein Drittel der Anträge aus. Auch bei Ärztinnen und Ärzten stieg die Zahl deutlich – um 19 Prozent. Noch stärker legten die Anträge für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit 24 Prozent sowie für Apothekerinnen und Apotheker mit 42 Prozent zu.
Doch auch außerhalb des Gesundheitswesens wächst das Interesse an der Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Bei Köchinnen und Köchen wurden rund 1.300 Anträge registriert – ein Plus von 26 Prozent. Bei Elektrotechnikerinnen und Elektrotechnikern für Betriebstechnik waren es knapp 1.000 Anträge, 30 Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch Erzieher und Lehrkräfte gefragt

Im landesrechtlich geregelten Bereich Erziehung und Bildung wurden ebenfalls mehr Anerkennungsverfahren registriert. Für den Beruf der Erzieherin beziehungsweise des Erziehers gingen rund 3.000 Anträge ein – 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Lehrkräften lag die Zahl mit rund 3.300 Anträgen etwa auf dem Niveau von 2024.

Viele Anträge auf Bewertung ausländischer Hochschulabschlüsse

Auch bei ausländischen Hochschulabschlüssen blieb die Nachfrage hoch. Die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen bei der Kultusministerkonferenz verzeichnete 2025 rund 118.200 Anträge auf Zeugnisbewertung. Damit blieb die Zahl auf einem konstant hohen Niveau. Die Ukraine war dabei erneut das Land mit den mit Abstand meisten Anträgen auf eine Zeugnisbewertung.

Bund und Länder wollen Verfahren weiter beschleunigen

Zur steigenden Zahl der Anerkennungen tragen nach Angaben des Bundes auch Maßnahmen zur Beschleunigung, Digitalisierung und Bündelung von Zuständigkeiten bei. Bund und Länder hatten sich im Dezember 2025 auf entsprechende Verbesserungen verständigt. Die amtliche Statistik basiert auf dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz des Bundes sowie den entsprechenden Regelungen der Länder. Das Anerkennungsgesetz des Bundes war am 1. April 2012 in Kraft getreten. Das Bundesinstitut für Berufsbildung begleitet die Entwicklung im Rahmen des Anerkennungsmonitorings.

Autor:

Heike Schwitalla aus Germersheim

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