Mogelpackungen erkennen: So fallen weniger Chips in der Tüte auf

"Shrinkflation" ? Mehr als 30 Prozent Luft sollten nicht in der Packung sein.  | Foto: dpa
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Mogelpackungen erkennen. Wer beim Einkauf auf Füllmenge und Grundpreis achtet, kann versteckte Preiserhöhungen schneller entdecken. Viele Produkte wirken im Regal unverändert groß. Tatsächlich steckt jedoch manchmal weniger Inhalt in der Packung als früher.

Typisch ist das Phänomen der sogenannten Shrinkflation. Hersteller reduzieren die Füllmenge eines Produkts. Der Verkaufspreis bleibt gleich. Für Käufer bedeutet das praktisch eine Preiserhöhung über die Menge.

Besonders leicht fällt das bei Produkten auf, die großzügig verpackt sind. Große Chips-Tüten, Waschmittelkartons oder Schokoladenverpackungen enthalten oft viel Luft. Beim schnellen Griff ins Regal wirkt das Produkt größer und damit wertiger.

Große Verpackung ist nicht automatisch Täuschung

Klare gesetzliche Grenzen für das Verhältnis von Verpackung und Inhalt gibt es in Deutschland nicht. Als Orientierung gilt jedoch ein Richtwert. Mehr als rund 30 Prozent Luft sollten nicht in der Packung sein.

Eine Täuschung liegt nach Einschätzung von Verbraucherschützern nicht automatisch vor. Das gilt zum Beispiel dann, wenn das Verhältnis zwischen Verpackung und Inhalt erkennbar ist.

Dazu gehören etwa:

  • durchsichtige Verpackungen
  • Sichtfenster in der Packung
  • Produkte, deren Inhalt von außen gut tastbar ist

Grundpreis zeigt den echten Vergleich

Beim Einkauf kann der Grundpreis helfen, Produkte besser zu vergleichen. Händler müssen ihn bei vielen Waren angeben. Er steht meist direkt am Regal neben dem Verkaufspreis. Der Grundpreis bezieht sich auf eine feste Menge. Üblich sind 1 Kilogramm oder 1 Liter. So lässt sich erkennen, welches Produkt tatsächlich günstiger ist, auch wenn die Packungen unterschiedlich groß sind.

Eine Ausnahme gilt bei Waren, die nach Stück verkauft werden. Dazu zählen etwa Feuchttücher oder Toilettenpapier. Hier ist ein Grundpreis nicht verpflichtend. Verbraucherschützer stellen außerdem immer wieder fest, dass Angaben im Handel fehlen oder nur sehr klein lesbar sind.

Meist sind Mogelpackungen schwer zu erkennen, da sie auf den ersten Blick völlig normal wirken. Es gibt jedoch einige Tipps, mit denen man Mogelpackungen erkennen kann:

  • Achte darauf, wie viel Inhalt tatsächlich in der Verpackung ist und vergleiche dies mit ähnlichen Produkten.
  • Eine große Verpackung suggeriert oft mehr Inhalt. Überprüfe die tatsächliche Füllmenge und das Netto-Gewicht.
  • Achte auf Hinweise wie "neue Rezeptur" oder "jetzt mit X% mehr", die oft darauf hinweisen, dass der Inhalt zuvor reduziert wurde.
  • Durch das Vergleichen von Preisen und Inhaltsmengen kannst du Veränderungen schneller erkennen.

Regelmäßige Produkte im Blick behalten

Wer häufig dieselben Produkte kauft, kann Veränderungen an der Füllmenge relativ leicht bemerken. Ein bekanntes Beispiel sind Schokoladentafeln. Manche Hersteller haben den Inhalt von früher 100 Gramm auf 90 Gramm reduziert, während die Verpackung ähnlich groß bleibt.

Auch Hinweise wie „neue Rezeptur“ oder „verbesserte Qualität“ können laut Verbraucherzentralen eine Rolle spielen. Solche Änderungen gehen manchmal mit kleineren Packungsgrößen oder höheren Preisen einher. Häufig genutzte Methoden bei Mogelpackungen sind doppelte Böden, dicke Wandungen, riesige Kartonagen oder eben viel Luft in den Verpackungen, wie die Verbraucherzentrale NRW erklärt.

Mogelpackungen können gemeldet werden

Ein möglicher Gesetzesverstoß kann vorliegen, wenn Hersteller bei gleicher Verpackungsgröße und gleichem Design die Füllmenge verringern, ohne darauf hinzuweisen. Im Streitfall wird jeder Einzelfall juristisch geprüft.

Wer sich getäuscht fühlt, kann sich an das zuständige Eichamt oder an Beratungsstellen der Verbraucherzentralen wenden. Die Verbraucherzentrale Hamburg führt außerdem eine öffentliche Liste mit bekannten Mogelpackungen und sammelt Hinweise von Verbrauchern.

Im Alltag hilft vor allem ein kurzer Blick auf Füllmenge und Grundpreis. Dadurch werden versteckte Preiserhöhungen im Supermarkt schneller sichtbar.

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Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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