Microcar fahren: Welcher Versicherungsschutz wirklich zählt
- Microcar-Versicherung mit Haftpflicht, Teilkasko und Einordnung zur privaten Unfallversicherung.
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Microcar Versicherung. Wer ein Microcar nutzt, bekommt mit dem Versicherungskennzeichen zwar die Pflicht-Haftpflicht, sollte aber wissen, dass eigene Verletzungen damit nicht abgedeckt sind und separat abgesichert werden können.
Gerade auf dem Land werden Microcars, auch Mopedautos oder Leichtkraftfahrzeuge genannt, als Alternative zum Moped beliebter. Sie fahren maximal 45 km/h, haben vier Räder, meist zwei Sitzplätze und dürfen schon mit der Führerscheinklasse AM bewegt werden, in Deutschland ab 15 Jahren.
Die HUK-COBURG ordnet den Trend als deutlich spürbar ein. Nach Angaben des Versicherers ist der Bestand in diesem Segment allein im letzten Jahr um fast ein Drittel gestiegen.
Microcars im Alltag: praktisch, aber oft falsch eingeschätzt
Im Straßenverkehr entstehen typische Situationen, die im Alltag schnell relevant werden. Weil Microcars optisch an kleine Autos erinnern, wird die Geschwindigkeit von nachfolgenden Fahrzeugen laut Einschätzung des Versicherers häufiger falsch eingeschätzt. Das kann zu riskanten Überholmanövern oder zu geringem Abstand führen, besonders auf Landstraßen.
Dazu kommt ein Konstruktionspunkt, der bei der Erwartung an Sicherheit eine Rolle spielt. Ein Microcar hat nicht dieselben Sicherheitsreserven wie ein klassischer Pkw, unter anderem fehlt meist die übliche Knautschzone. Unfälle können sich deshalb für Insassen gravierender auswirken als in größeren Fahrzeugen.
So läuft die Versicherung: Kennzeichen, Stichtag, Optionen
Bei der Absicherung orientieren sich Microcars am Moped.
- Pflicht: Statt eines Kfz-Kennzeichens gibt es ein Versicherungskennzeichen. Es wird direkt bei der Versicherung besorgt und muss jährlich zum 1. März erneuert werden. Damit ist die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflicht abgedeckt, also Schäden, die anderen zugefügt werden.
- Optional: Eine Teilkaskoversicherung kann Schäden am eigenen Microcar abdecken, zum Beispiel durch Diebstahl, Brand oder Hagel.
Wichtig für die Einordnung im Alltag ist die Lücke im Pflichtschutz. Die Kfz-Haftpflicht zahlt für Schäden bei anderen Personen, nicht für eigene Verletzungen der Fahrerin oder des Fahrers.
Private Unfallversicherung: wofür sie beim Microcar relevant sein kann
Eine private Unfallversicherung kann genau dort ansetzen, wo die Kfz-Haftpflicht nicht greift, nämlich bei eigenen unfallbedingten Folgen. Ob und in welchem Umfang das sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wie oft und wo das Microcar genutzt wird, etwa regelmäßig auf Überlandstrecken.
Weitere Informationen des Herausgebers finden sich hier: https://www.huk.de/presse/nachrichten/verbrauchertipps/microcars.html.
Unterm Strich bleibt: Microcars können Mobilität günstig und flexibel machen, der Versicherungsschutz sollte aber so verstanden sein, dass Pflicht-Haftpflicht und eigene Absicherung zwei verschiedene Dinge sind.
Autor:Meike Jakob aus Landau |