LDL-Cholesterin: Zielwerte kennen und Risiko besser einordnen
- LDL-Cholesterin: Zielwerte, Risikofaktoren und Einordnung der Leitlinien.
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LDL-Cholesterin messen. Wer den eigenen LDL-Wert kennt, kann das persönliche Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko besser einordnen und frühzeitig gegensteuern, bevor Beschwerden entstehen.
Im Alltag fällt ein zu hoher LDL-Cholesterinwert meist nicht auf. Genau darin liegt das Problem: Die Gefäße können sich über Jahre schleichend verändern, während Betroffene sich gesund fühlen.
Zum bundesweiten Tag des Cholesterins am Freitag, 12. Juni, verweist die RHÖN-KLINIKUM AG mit Experten vom RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt auf einen zentralen Punkt aus der Praxis: Regelmäßige Kontrollen im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen helfen, erhöhte Werte überhaupt erst zu erkennen und dann passend zum Risiko zu behandeln.
Welche LDL-Zielwerte gelten und warum das wichtig ist
Ein dauerhaft erhöhter LDL-Cholesterinwert begünstigt Ablagerungen in den Blutgefäßen und damit die Atherosklerose, die als Hauptursache für Herzinfarkte und Schlaganfälle gilt. Prof. Dr. med. Sebastian Kerber, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Kardiologie I am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, betont, dass viele Menschen ihre Blutfettwerte nicht kennen oder deren Bedeutung unterschätzen.
Die europäischen Leitlinien aus dem Jahr 2025 setzen auf eine frühe, konsequente und risikoadaptierte Senkung. Entscheidend ist nicht ein einziger Grenzwert für alle, sondern das individuelle Risiko. Genannt werden folgende Zielwerte:
- Sehr hohes Risiko und bei bereits vorliegender Atherosklerose: LDL unter 55 Milligramm pro Deziliter.
- Hohes Risiko: LDL unter 70 Milligramm pro Deziliter.
Die dahinterstehende Einordnung lautet laut Kerber: Je niedriger das LDL-Cholesterin, desto besser der Schutz vor kardiovaskulären Ereignissen.
Neben LDL spielen oft weitere Faktoren in die Gesamtbewertung hinein. Genannt werden Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, familiäre Häufungen und ein ungesunder Lebensstil. Besonders ungünstig ist die Kombination mehrerer Faktoren, vor allem wenn Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie bereits bekannt sind.
Priv.-Doz. Dr. med. Sebastian Barth, Leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie I, ordnet ein: Ein erhöhter LDL-Wert ist ein stiller Risikofaktor. Viele Betroffene merken jahrelang nichts, obwohl sich Gefäße verengen können.
Sind Werte erhöht, kann eine medikamentöse Behandlung Teil der Therapie sein. Priv.-Doz. Dr. med. Lukas Lehmkuhl, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, beschreibt zusätzlich den diagnostischen Blick: Moderne bildgebende Verfahren können Gefäßveränderungen und atherosklerotische Ablagerungen früh sichtbar machen. In der Kombination aus Risikofaktorenanalyse, Laborwerten und gezielter Bildgebung lasse sich das individuelle Risiko besser einschätzen und eine Therapie passgenauer planen.
Mehr Informationen zum Standort: www.campus-nes.de
Praktische Konsequenz: Wer LDL, Begleitrisiken und die passenden Zielwerte kennt, kann Vorsorge und Behandlung deutlich besser am eigenen Risiko ausrichten.
Autor:Meike Jakob aus Landau |