Lazy Gardening im Sommer: So wird der Garten pflegeleichter
- Lazy Gardening mit Bodendeckern, Mulch und trockenheitsverträglichen Pflanzen.
- Foto: Industrieverband Agrar e.V. (IVA)/ COMPO GmbH
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Lazy Gardening. Mit Bodendeckern, Mulch und der richtigen Flächennutzung lassen sich Jäten, Gießen, Mähen und Schneiden spürbar reduzieren, ohne dass der Garten verwildern muss.
Gerade in warmen Wochen fällt viel Routinearbeit an, obwohl die grüne Ecke vor allem Erholung bringen soll. Das Konzept „Lazy Gardening“ setzt deshalb auf Maßnahmen, die wiederkehrende Aufgaben seltener nötig machen oder deutlich vereinfachen.
Als Grundlage dienen Tipps des Industrieverband Agrar e. V. (IVA). Im Kern geht es um zwei Hebel. Offene Erde wird möglichst vermieden und Pflanzen werden so ausgewählt, dass sie nach dem Anwachsen robuster und genügsamer sind.
Vier Stellschrauben, die typische Gartenarbeit deutlich verringern
- Weniger jäten, indem offene Erde verschwindet. Unerwünschte Pflanzen keimen besonders leicht auf freien Bodenflächen. Bodendecker wie Storchschnabel, Elfenblume oder Waldsteinie wachsen flächig und schließen Lücken. Auch Staudenbeete können so geplant werden, dass sie sich zu einer dichten Pflanzendecke entwickeln. Wichtig ist dabei, die empfohlenen Pflanzabstände einzuhalten, damit die Fläche zügig schließt.
- Mulch nutzen, um Unkraut und Gießaufwand zu bremsen. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder Rindenmulch erschwert das Auflaufen von Beikraut und reduziert gleichzeitig die Verdunstung. Das bedeutet in der Praxis: seltener gießen und weniger Zeit mit Hacke oder Fugenkratzer verbringen.
- Weniger gießen durch passende Pflanzen und Bodenkonzepte. Für sonnige, trockene Bereiche helfen Arten, die nach dem Anwachsen mit wenig zusätzlichem Wasser auskommen, etwa Fetthenne, Katzenminze, Wollziest sowie mediterrane Kräuter wie Thymian und Salbei.
- Sandbeet als „mineralischer Mulch“ für trockene Standorte. Bei einem Sandbeet kommt eine ausreichend starke Sandschicht auf den vorhandenen Boden. Die Oberfläche trocknet schnell ab, darunter kann Feuchtigkeit länger gehalten werden. Ist die Bepflanzung eingewachsen, sinkt der zusätzliche Gießbedarf oft deutlich. Nebenbei lässt sich Beikraut aus dem lockeren Sand meist leichter herausziehen und Samenunkräuter fassen seltener Fuß.
Rasen und Schnittarbeiten: Aufwand sinkt, wenn nicht alles „perfekt“ sein muss
Rasenmähen ist in der Wachstumszeit eine der regelmäßigsten Aufgaben. Weniger Arbeit entsteht, wenn klar getrennt wird zwischen Flächen, die wirklich kurz und belastbar sein müssen, und Randbereichen, die selten genutzt werden. Wenig genutzte Zonen lassen sich teils durch Bodendecker ersetzen. Dann entfallen dort Mähen und das Nacharbeiten an Rasenkanten. Polsterthymian gilt als robust, sonnenliebend, relativ trockenheitsverträglich und ist zugleich eine duftende Bienenweide.
Auch beim Schneiden sammelt sich über die Saison viel Zeit. Wo Form eher Optik als Funktion ist, können frei oder langsam wachsende Sträucher pflegeleichter sein als streng geschnittene Hecken. Bei Stauden lohnt sich die Auswahl von Arten, die nicht ständig ausgeputzt werden müssen, um ansehnlich zu bleiben.
„Fünfe gerade sein lassen“ mit Zusatznutzen
Zum Lazy Gardening gehört außerdem die Einordnung, ob eine Arbeit wirklich sofort erledigt werden muss. Stauden können teilweise über den Winter stehen bleiben und erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Laub muss nicht überall restlos weg, sondern kann unter Gehölzen oder in wenig genutzten Bereichen liegen bleiben oder als Haufen gesammelt werden.
Der Nebeneffekt: Wo seltener gemäht, geschnitten oder aufgeräumt wird, entstehen zusätzliche Rückzugsorte und Nahrungsangebote für Nützlinge. Laubhaufen können Igeln als Versteck und Überwinterungsplatz dienen. Samenstände liefern im Herbst und Winter für viele Vögel Nahrung. Weniger intensiv gemähte Bereiche können je nach Bewuchs Insekten zugutekommen.
Ganz ohne Kontrolle funktioniert auch ein pflegeleichter Garten nicht. Der IVA empfiehlt, Pflanzen im Blick zu behalten und bei Problemen rechtzeitig zu reagieren, etwa kranke Pflanzenteile zu entfernen oder auffällige Fraßschäden zu klären. So bleibt der Pflegeaufwand niedrig, ohne dass die Gartenqualität leidet.
Autor:Meike Jakob aus Landau |