Kinderunfälle auf dem Schulweg: Wo das Risiko am höchsten ist
- Symbolbild: Morgens zwischen sieben und acht Uhr passieren besonders viele Unfälle mit sechs- bis vierzehnjährigen Kindern. Die Zahlen von Destatis zeigen zudem: Am häufigsten verunglücken Kinder auf dem Fahrrad.
- Foto: maroke/stock.adobe.com
- hochgeladen von Thorsten Kornmann
Schulwegsicherheit Kinder Unfälle. Das Risiko für Kinder ist besonders hoch, wenn morgens zwischen sieben und acht Uhr viele gleichzeitig unterwegs sind und sich Wege, Einfahrten und Querungen vor Schulen verdichten.
Wer morgens den Schulweg begleitet oder beobachtet, sieht oft das gleiche Bild: Eilige Autos, parkende Fahrzeuge in zweiter Reihe und Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zwischen Einfahrten und Kreuzungen wechseln. Aktuelle Unfallzahlen des Statistischen Bundesamtes Destatis zeigen, dass 2025 rund 29.270 Kinder unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen zu Schaden gekommen sind. 74 Kinder wurden getötet.
Auffällig ist auch der Zeitpunkt. Unfälle, an denen sechs bis vierzehnjährige Kinder beteiligt sind, passierten erneut am häufigsten zwischen sieben und acht Uhr. Das ist genau die typische Schulwegzeit. Die Deutsche Verkehrswacht ordnet diese Häufung als Hinweis ein, dass sichere Querungsstellen und übersichtliche Verkehrsführungen rund um Schulen eine zentrale Rolle spielen.
So verteilen sich die Unfälle nach Fortbewegung
Die Verteilung zeigt, wo Kinder im Alltag besonders oft verunglücken. Am häufigsten waren sie dabei mit dem Fahrrad unterwegs, danach im Auto und zu Fuß:
- Fahrrad: 37 Prozent
- Auto: 26 Prozent
- Zu Fuß: 19 Prozent
Diese Zahlen bedeuten nicht, dass ein Verkehrsmittel grundsätzlich „unsicher“ ist. Sie zeigen vor allem, in welchen Situationen häufig etwas passiert und wo Schulwegplanung und Übung im Alltag besonders relevant werden.
E-Scooter: erstmals auch Todesfälle bei Kindern
Neu in den Destatis-Zahlen ist, dass es 2025 erstmals Todesfälle im Zusammenhang mit E-Scootern gab. Vier Kinder kamen ums Leben, während sie mit einem E-Scooter unterwegs waren. Die Deutsche Verkehrswacht verweist in diesem Zusammenhang auf Mobilitätsbildung und darauf, dass Kinder Risiken anders einschätzen als Erwachsene und leichter abgelenkt werden.
Wer Informationen und Materialien zum sicheren Umgang mit Scootern sucht, findet Angebote unter scootskills.de.
Was hinter dem Risiko steckt: Schulumfeld und kindliche Wahrnehmung
Die Deutsche Verkehrswacht beschreibt Kinder als besonders verletzliche Verkehrsteilnehmende. Gründe sind unter anderem ein weniger ausgeprägtes Gefahrenbewusstsein und eine andere Wahrnehmung von Geschwindigkeit, Entfernungen und komplexen Verkehrssituationen.
In der Praxis kommen typische Risikofaktoren zusammen:
- Viele Verkehrsbewegungen in kurzer Zeit, besonders morgens vor Unterrichtsbeginn
- Unübersichtliche Querungen, verdeckte Sicht durch parkende oder haltende Fahrzeuge
- Bring- und Holverkehr mit kurzen Stopps und Wendemanövern direkt vor Schuleingängen
Die Verkehrswacht setzt deshalb im Jahresthema „Sicher zur Schule“ auf eine Kombination aus sicherer Infrastruktur und schrittweisem Lernen im Alltag, vom Vorschulalter bis zur Radfahrausbildung.
Einordnung: Was die Zahlen für den Alltag bedeuten
Für die Schulwegsicherheit ergibt sich vor allem eine praktische Konsequenz: Wenn Wege und Querungen rund um Schulen so gestaltet sind, dass Kinder sie auch in der Rushhour klar überblicken, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass kleine Fehler sofort zu einem Unfall werden.
Autor:Meike Jakob aus Landau |