Kennenlernphase: 3 Warnsignale, die Beziehungen früh belasten können
- Warnsignale in der Kennenlernphase: Unzuverlässigkeit, überwältigende Zuwendung und fehlende Kritikfähigkeit.
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Kennenlernphase Red Flags. Drei frühe Warnsignale helfen dabei, emotionale Überforderung zu vermeiden und die eigene Grenze schneller zu erkennen, bevor sich eine ungesunde Dynamik festsetzt.
In der Kennenlernphase wirkt manches harmlos oder sogar romantisch, etwa wenn Treffen ständig verschoben werden oder die Zuwendung am Anfang überwältigend ist. Gleichzeitig entsteht oft das Gefühl, die eigene Wahrnehmung sei zu streng oder übertrieben.
Der Beziehungscoach Emanuel Erk beschreibt drei typische Muster, die viele Singles zunächst relativieren. Entscheidend ist weniger ein einzelnes Ereignis als die Häufigkeit, die Intensität und ob eine ruhige Reflexion darüber möglich ist.
Drei Warnsignale, die sich früh zeigen können
- Unzuverlässigkeit als Bindungssignal
Kurzfristige Absagen, tagelange Funkstille oder ausweichende Absprachen können mehr sein als Stress im Alltag. Laut Emanuel Erk ist wiederkehrende Unzuverlässigkeit in frühen Phasen oft ein Distanzmuster, das Nähe abwehrt. Für das Gegenüber entsteht leicht ein Gegenmuster, bei dem Erwartungen heruntergeschraubt werden und immer mehr Spielraum gegeben wird, obwohl das eigene Bedürfnis nach Verlässlichkeit eigentlich klar ist.
- Überwältigende Zuwendung von Anfang an
Sehr viele Komplimente, starke emotionale Nähe in kürzester Zeit und ein Bindungsgefühl, das „zu schnell“ wirkt, können wie besondere Intensität erscheinen. Emanuel Erk ordnet dieses Verhalten als emotionale Überstimulation ein, die auch als Lovebombing beschrieben wird. Es muss nicht automatisch manipulativ sein, kann aber mit dem Wunsch nach Kontrolle zusammenhängen, indem Nähe sehr schnell hergestellt wird, ohne dass echte Verbindlichkeit stabil nachwächst.
- Fehlende Kritikfähigkeit und geringe Selbstreflexion
Besonders kritisch wird es, wenn Auffälligkeiten nicht ansprechbar sind. Wer auf Rückmeldungen mit Abwehr, Gereiztheit, Schuldumkehr, Rückzug oder Abwertung reagiert, lässt oft keine gemeinsame Einordnung zu. Typische Sätze in dieser Dynamik sind laut Emanuel Erk etwa „Du willst zu viel“ oder „Du engst mich ein“. Für das Gegenüber kann daraus Selbstzweifel entstehen, obwohl das Problem im Umgang mit Kritik liegt.
Wann die Dynamik als wirklich ungesund gilt
Nicht jede Unsicherheit ist automatisch ein Ausschlusskriterium. Maßgeblich sind Häufigkeit und Ausmaß des Verhaltens, ob Einsicht möglich ist und ob eine Veränderungsbereitschaft erkennbar wird.
Deutlich ungesund wird es laut Emanuel Erk vor allem dann, wenn Grenzüberschreitungen hinzukommen, etwa körperliche oder emotionale Beleidigungen, massive Stimmungsschwankungen, emotionale Manipulation oder ein stark wechselndes Verhalten zwischen Nähe und Distanz. Wenn eine Person im einen Moment sehr zugewandt ist und im nächsten abrupt zurückweist oder schweigt, kann das auf eine ausgeprägte Nähe-Distanz-Dynamik hindeuten.
Praktische Einordnung für den Alltag
- Wiederkehrende Unzuverlässigkeit wirkt im Alltag oft wie ein Test, ob eigene Bedürfnisse zurückgestellt werden.
- Sehr schnelle Intensität ist nicht automatisch Sicherheit, sondern kann das Tempo ungesunder Muster erhöhen.
- Ohne Gesprächsfähigkeit über Kritik wird jede Irritation zur Dauerbelastung, weil Klärung nicht möglich ist.
Am Ende zählt weniger, ob ein Label passt, sondern ob sich Verlässlichkeit, respektvolle Kommunikation und klare Grenzen in der Kennenlernphase tatsächlich zeigen.
Autor:Meike Jakob aus Landau |