Hülsenfrüchte kochen: Salz darf von Anfang an ins Wasser
- Hülsenfrüchte kochen: Salz früh zugeben, Säure erst am Ende.
- Foto: Die Vier von hier /Andrea Thode
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Hülsenfrüchte kochen. Salz kann bei getrockneten Hülsenfrüchten von Anfang an ins Kochwasser, weich werden sie trotzdem, wichtiger ist, saure Zutaten erst später zuzugeben.
Viele Küchenregeln machen das Kochen von Ackerbohnen, Körnererbsen, Sojabohnen oder Süßlupinen unnötig kompliziert. Hinweise dazu kommen unter anderem von „Die Vier von hier“, einer EU-finanzierten Informationskampagne rund um Körnerleguminosen.
Im Alltag spart vor allem ein klarer Ablauf Zeit. Einweichen lässt sich bequem über Nacht erledigen. Größere Mengen können auf Vorrat gekocht und später vielseitig verwendet werden.
Einweichen: Welche Hülsenfrüchte es brauchen und wie es alltagstauglich klappt
Ganze getrocknete Ackerbohnen, Körnererbsen, Sojabohnen und Süßlupinen werden vor dem Kochen meist etwa acht bis zwölf Stunden eingeweicht. Praktisch ist es, sie am Abend in Wasser anzusetzen und am nächsten Tag weiterzuverarbeiten. Beim Einweichen quellen die Samen auf, dadurch verkürzt sich später die Garzeit.
Bei geschälten Ackerbohnen und geschälten Körnererbsen kann das Einweichen entfallen. Ohne Samenschale lassen sie sich oft direkt garen. Orientierung geben hier die Packungsangaben.
Nach dem Einweichen wird das Wasser weggeschüttet. Dann die Hülsenfrüchte gründlich abspülen und in frischem Wasser kochen. Einweichen und Erhitzen dienen nicht nur der Konsistenz. Sie reduzieren oder inaktivieren auch natürliche Pflanzenstoffe, die roh unerwünschte Wirkungen haben können.
Salz früh, Säure spät: Was das Garen wirklich beeinflusst
Beim Salzen gilt eine alte Küchenregel als überholt. Salz verhindert nicht, dass Hülsenfrüchte weich werden. Es kann deshalb bereits von Anfang an ins Kochwasser gegeben werden. Für Aroma können auch Kräuter, Knoblauch oder Zwiebeln von Beginn an mitgaren.
Mit sauren Zutaten lohnt sich Geduld. Essig, Zitronensaft oder Tomaten kommen am besten erst in den Topf, wenn die Hülsenfrüchte weich sind. Säure kann das Garen verlangsamen.
Wie lange die Hülsenfrüchte kochen müssen, hängt unter anderem von Sorte, Verarbeitung und Lagerdauer ab. Länger gelagerte Samen brauchen häufig mehr Zeit, bis sie weich sind. Die Packungsangabe ist eine gute Orientierung. Gar sind sie, wenn sie vollständig weich sind und sich leicht kauen oder mit einer Gabel zerdrücken lassen.
Zeit sparen beim Kochen: Schnellkochtopf, Natron und Vorrat
Für weniger Küchenzeit helfen vor allem diese Stellschrauben.
- Schnellkochtopf: Garen unter Druck kann die Kochzeit deutlich verkürzen.
- Natron sparsam dosieren: Eine kleine Menge kann helfen, Hülsenfrüchte schneller weich zu bekommen. Größere Mengen können Geschmack, Farbe und Konsistenz beeinflussen.
- Mehrere Portionen vorkochen: Ein Teil hält gut verschlossen zwei bis drei Tage im Kühlschrank. Weitere Portionen lassen sich direkt einfrieren.
Vorgekochte Ackerbohnen, Körnererbsen, Sojabohnen und Süßlupinen passen als Basis zu Salaten und Bowls, Suppen und Eintöpfen, Currys, Aufstrichen oder Bratlingen. Neutral vorgewürzt lassen sich vorbereitete Portionen später flexibel einsetzen.
Wer die wenigen Grundregeln kennt, kann getrocknete Hülsenfrüchte mit wenig Aufwand in den Küchenalltag integrieren.
Autor:Meike Jakob aus Landau |