HU 2025: Diese Mängel kosten oft die Plakette
- Typische Gründe, warum bei der Hauptuntersuchung die Plakette ausbleibt, und welche Checks vorher helfen.
- Foto: KÜS-Bundesgeschäftsstelle
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HU-Plakette bekommen. Ein kurzer Vorab-Check senkt das Risiko, bei der Hauptuntersuchung ohne Plakette wieder nach Hause zu fahren, weil viele Beanstandungen an Licht, Reifen und Bremsen hängen.
Die KÜS-Bundesgeschäftsstelle hat aktuelle HU-Zahlen ausgewertet und nennt typische Schwachstellen. Im vergangenen Jahr führte die KÜS rund 3,25 Millionen Hauptuntersuchungen durch. An 2,07 Millionen Fahrzeugen wurden keine Mängel erkannt. Bei 1,18 Millionen Fahrzeugen wurden geringe Mängel, erhebliche Mängel, verkehrsgefährdende Mängel festgestellt oder das Fahrzeug als verkehrsunsicher beurteilt.
Die Auswertung für 2025 zeigt laut KÜS: Über 60 Prozent aller Mängel entfallen auf drei Bereiche. Auf Platz eins liegen lichttechnische Einrichtungen mit etwa einem Viertel aller Beanstandungen. Danach folgen Achsen, Räder und Reifen mit rund 20 Prozent. Ebenso häufig ist die Mängelgruppe Bremsanlage betroffen.
20-Minuten-Check vor der HU: Licht, Reifen, Bremsen
Viele Ursachen sind eher „Alltagsmängel“ als komplizierte Defekte. Ein kurzer Rundgang um das Auto kann helfen, offensichtliche Punkte vor dem Prüftermin zu erkennen.
- Beleuchtung prüfen: Abblend- und Fernlicht, Fahrtrichtungsanzeiger, Bremsleuchten, Schlusslichter, Nebelschlussleuchte und Kennzeichenbeleuchtung. Häufige Gründe sind ausgefallene Leuchtmittel, falsch eingestellte Scheinwerfer oder beschädigte LED-Elemente. Bei LED kann schon ein einzelnes dunkles Segment als Mangel zählen, obwohl der Rest noch funktioniert.
- Scheinwerfer grob einschätzen: Vor einer Wand wird sichtbar, ob die Hell-Dunkel-Grenze erkennbar ist oder ein Scheinwerfer zu hoch eingestellt ist und „die Baumwipfel ausleuchtet“.
- Reifen ansehen: Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe. Als Orientierung nennt die KÜS etwa drei Millimeter bei Sommerreifen und vier Millimeter bei Winterreifen. Zusätzlich auf Schnitte, Beulen oder Risse achten.
- Verschleißbild vergleichen: Ungleichmäßiger Abrieb kann auf Probleme bei Spur, Fahrwerk, Luftdruck oder Dämpfung hinweisen. Das ist nicht automatisch ein HU-Durchfaller, aber ein Hinweis, dass Fachleute genauer hinschauen sollten.
- Bremse im Alltag beobachten: Ein klarer Druckpunkt am Pedal ist ein gutes Zeichen. Spürbare Vibrationen beim Bremsen können auf verschlissene oder verzogene Bremsscheiben hindeuten.
- Feststellbremse testen: Laut KÜS führt eine nicht ausreichende Wirkung die Liste der einzelnen erheblichen Mängel an und wurde 38.000 Mal dokumentiert. Ein einfacher Check ist möglich, indem beobachtet wird, ob das Fahrzeug an einer Steigung sicher hält.
Ein weiterer häufiger Punkt bei erheblichen Mängeln ist laut KÜS Ölverlust am Motor. Rund 36.000 Mal stand „Umweltbelastung: Motor undicht, Ölverlust mit Abtropfen“ in Prüfberichten. Ein Blick unter das Fahrzeug kann Hinweise geben, etwa frische Tropfen, feuchte Stellen oder ölige Spuren.
Wenn bei der HU ein Mangel festgestellt wird und die Plakette zunächst nicht zugeteilt wird, gilt eine Frist: Die Mängel müssen unverzüglich behoben werden. Der Nachweis über die Beseitigung darf bis zu einen Monat dauern, um eine Nachkontrolle durchführen zu lassen. Danach ist eine neue Hauptuntersuchung verpflichtend.
Praktische Konsequenz: Wer Licht, Reifen und Bremsen vorab sichtbar überprüft, reduziert die Wahrscheinlichkeit, wegen typischer Mängel einen zweiten Termin zu brauchen.
Autor:Meike Jakob aus Landau |