Hörakustiker werden: Ausbildung, Aufgaben und Perspektiven nach dem Abi

Wer nach dem Abitur eine praktische Alternative zum Studium sucht, findet in der Hörakustik eine technische Ausbildung mit viel Kundenkontakt und klaren Weiterbildungsschritten. | Foto: Ilzer VH/peopleimages.com/stock.adobe.com
  • Wer nach dem Abitur eine praktische Alternative zum Studium sucht, findet in der Hörakustik eine technische Ausbildung mit viel Kundenkontakt und klaren Weiterbildungsschritten.
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Hörakustiker Ausbildung. Der Beruf bietet einen schnellen Einstieg ins Berufsleben nach dem Abitur, verbindet Technik und Medizin und gilt in vielen Betrieben als sehr übernahme- und weiterbildungsstark.

Wer nach der Schule nicht sofort studieren will, sucht oft etwas, das sichere Jobchancen, Sinn und Entwicklungsmöglichkeiten kombiniert. Genau hier wird die Ausbildung in der Hörakustik häufig genannt, weil sie stark praxisnah ist und gleichzeitig mit moderner Elektronik und Software arbeitet.

Die wichtigsten Einordnungen stammen aus einem Interview der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR. Präsident Eberhard Schmidt beschreibt den Beruf als Gesundheitshandwerk, in dem Menschen mit Hörverlust beraten und versorgt werden, mit einem Mix aus handwerklicher Präzision, technischem Verständnis und viel Kommunikation.

Was Hörakustiker im Alltag machen und was die Ausbildung beinhaltet

Zum typischen Arbeitsalltag gehören laut Bundesinnung der Hörakustiker KdöR vor allem diese Bausteine:

  • Messung der Hörleistung und Einordnung der Ergebnisse.
  • Anfertigung von individuellen Ohrpassstücken, auch Otoplastiken genannt.
  • Anpassung und Einstellung von Hörgeräten und Hörsystemen, plus Wartung und Nachjustierung.
  • Begleitung von Kundinnen und Kunden beim Gewöhnen an das neue Hören, inklusive psychologischer Aspekte.

Die Ausbildung ist dual organisiert und dauert in der Regel drei Jahre. Mit Abitur kann sie verkürzt werden. Die Praxis findet im Ausbildungsbetrieb vor Ort statt. Berufsschule und überbetriebliche Teile laufen in Blöcken am Campus Hörakustik in Lübeck, der als zentrale Aus- und Weiterbildungsstätte der Branche beschrieben wird.

Inhaltlich geht es nach den Schilderungen aus dem Interview unter anderem um audiologische Mess- und Anpasstechniken, moderne Software, hochsensible Elektronik und neue Verfahren wie 3D-Druck. Genannt werden außerdem digitale Lernplattformen. Als Beispiel für die technische Breite nennt Schmidt Technologien von Bluetooth bis KI.

Wer sich dafür eignet, lässt sich pragmatisch an den Anforderungen festmachen: Freude an Kommunikation, Interesse an medizinischen Themen, Spaß an moderner Technik, handwerkliches Geschick und die Bereitschaft, regelmäßig dazuzulernen, weil sich Systeme und Abläufe verändern.

Als Perspektive nennt die Bundesinnung der Hörakustiker KdöR eine hohe Chance auf Übernahme nach der Ausbildung, weil der Bedarf an professioneller Hörsystemversorgung unter anderem altersbedingt steigt und zusätzlich Lärmschwerhörigkeit zunehmen kann. Danach sind Spezialisierungen möglich, etwa Pädakustik für die Arbeit mit Kindern, Tinnitus-Schwerpunkte oder die Versorgung von Schwersthörigen mit Cochlea-Implantaten. Für Leitungsfunktionen oder Selbstständigkeit werden Meisterlehrgänge am Campus in Lübeck genannt, mit der Einordnung, dass mit Meistertitel auch ein Masterweg offensteht.

Mehr Informationen zur Ausbildung stehen bei der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR unter https://www.biha.de/ sowie per E-Mail an weiler-bion@biha.de.

Unterm Strich ist Hörakustik eine Option für Abiturientinnen und Abiturienten, die statt Hörsaal eine praxisnahe Ausbildung mit Technikbezug und planbaren Entwicklungsschritten suchen.

Autor:

Meike Jakob aus Landau

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