Herz stärken bei Krankheit: So funktionieren Herzsportgruppen

In einer Herzsportgruppe werden unter anderem Ausdauer, Kraft und Koordination trainiert.  (zu dpa: «Herzsportgruppen: Drei Fragen, drei Antworten») | Foto: dpa
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Herzsportgruppen. Regelmäßige Bewegung unter medizinischer Aufsicht kann Menschen mit Herzkrankheiten helfen, Ausdauer und Belastbarkeit sicher zu verbessern. In speziellen Herzsportgruppen trainieren Betroffene gemeinsam und angepasst an ihre persönliche Leistungsfähigkeit.

Typisch sind Übungen wie lockeres Gehen durch die Halle mit schwingenden Armen oder "Rudern" mit dem Gymnastikband. Das Training kombiniert Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit. Die Belastung wird so gesteuert, dass das Herz gefordert wird, ohne überfordert zu werden.

In einer Herzsportgruppe trainieren meist höchstens 20 Personen zusammen, in der Regel einmal pro Woche. Die Einheiten leiten qualifizierte Trainerinnen oder Trainer. Zusätzlich begleitet eine Ärztin oder ein Arzt die Gruppe. Vor Beginn einer Stunde wird zum Beispiel häufig der Puls kontrolliert.

Für viele Herzpatienten geeignet

Herzsport richtet sich an Menschen mit bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu zählen etwa koronare Herzerkrankung, stabile Angina Pectoris oder ein überstandener Herzinfarkt. Laut Deutscher Herzstiftung kann die Teilnahme helfen, wieder Vertrauen in die eigene Belastbarkeit zu gewinnen und körperlich aktiv zu bleiben.

Wer sich eine regelmäßige Teilnahme vorstellen kann, spricht das am besten zunächst mit der Kardiologin oder dem Hausarzt ab. Dort lässt sich klären, ob Herzsport medizinisch sinnvoll ist.

Herzgruppen lassen sich online finden

Herzsport gehört zum sogenannten Rehasport. Gruppen in der Nähe lassen sich über die Internetseite reha-sportsuche.de des Deutschen Behindertensportverbandes finden. Die Suche kann nach Ort, Wochentag oder Uhrzeit gefiltert werden.

Ist ein passender Verein gefunden, folgt meist zunächst ein Beratungsgespräch. Dabei wird geklärt, welcher Kurs zur gesundheitlichen Situation und Leistungsfähigkeit passt.

Krankenkassen übernehmen häufig die Kosten

Ärztinnen und Ärzte können die Teilnahme an einer Herzsportgruppe verordnen. In diesem Fall übernehmen gesetzliche Krankenkassen oder die Rentenversicherung in der Regel die Kosten. Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung werden bei einer ersten Verordnung meist 90 Übungseinheiten innerhalb von zwei Jahren bewilligt.

Bei privat Versicherten hängt die Kostenübernahme vom jeweiligen Tarif ab. Vor der Anmeldung empfiehlt sich daher eine Klärung mit der privaten Krankenversicherung.

Herzsport gilt damit für viele Betroffene als strukturierter und medizinisch begleiteter Einstieg in regelmäßige Bewegung nach einer Herzerkrankung. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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