Gießen bei Hitze: Wann man wirklich wässern sollte – und wann besser nicht
- Wenn es richtig heiß wird, brauchen Pflanzen nicht automatisch ständig Wasser, sondern vor allem die richtige Pflege zur richtigen Zeit.
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Gießen bei Hitze. Wenn das Thermometer über 30 Grad klettert, geraten viele Pflanzen schnell unter Stress – und falsches Gießen macht die Lage oft noch schlimmer. Wer zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge und am richtigen Ort wässert, spart Wasser und schützt Garten, Balkonpflanzen und Gemüsebeete zugleich.
Schon ein paar heiße Tage über 30 Grad reichen aus, damit Blumen schlappmachen, Gemüse leidet und Balkonpflanzen plötzlich vertrocknet wirken. Doch ausgerechnet beim Gießen passieren im Hochsommer die häufigsten Fehler: falsche Uhrzeit, zu wenig Wasser, zu oft – oder genau dann, wenn die Sonne brennt. Wer jetzt richtig wässert, spart nicht nur Wasser, sondern bringt Garten und Balkon deutlich besser durch die Hitze.
Wann sollte man im Hochsommer gießen?
Im Hochsommer ist der beste Zeitpunkt zum Gießen ganz klar der frühe Morgen. Laut COMPO sollte möglichst in den frühen Morgenstunden, spätestens 10 Uhr, gegossen werden, weil der Boden dann noch kühl ist und die Feuchtigkeit besser gespeichert wird. Zudem können Pflanzen das Wasser dann gut aufnehmen und Schnecken sowie Pilze werden im Gemüsegarten weniger begünstigt.
Eine mögliche Alternative zum Gießen in den frühen Morgenstunden ist der späte Abend. Hier verdunstet das Wasser ebenfalls nur in geringen Mengen. Der Morgen ist dennoch die bessere Wahl. Vor allem an sehr heißen Tagen ist es wichtig, dass die Feuchtigkeit schon vor der stärksten Mittagshitze im Boden angekommen ist. So stehen Gemüse, Stauden, Kübelpflanzen und junge Pflanzen nicht erst dann unter Stress, wenn die Sonne schon brennt.
Soll man gießen, wenn die Sonne scheint?
In der prallen Sonne zu gießen, ist keine gute Idee. Das Problem ist vor allem nicht, dass Pflanzen automatisch „verbrennen“, sondern dass bei starker Sonneneinstrahlung ein großer Teil des Wassers sofort wieder verdunstet, bevor er die Wurzeln erreicht, wie NABU berichtet.
Spannend ist dabei: Der oft genannte Brennglas-Effekt durch Wassertropfen auf Blättern gilt laut NABU eher als Gartenmythos und tritt nur unter bestimmten Bedingungen auf. Trotzdem bleibt das Gießen bei direkter Sonne ungünstig. Wer in einer Hitzephase unbedingt tagsüber gießen muss, sollte das Wasser nur bodennah ausbringen und die Blätter möglichst trocken lassen.
Warum sollte man nicht am Abend gießen?
Am Abend zu gießen klingt praktisch, ist aber nicht immer ideal. Wenn der Boden noch aufgeheizt ist, verdunstet ein Teil des Wassers weiterhin unnötig. Gleichzeitig bleiben Blätter und Pflanzenoberflächen nach einer abendlichen Wassergabe oft länger feucht – und genau das kann Pilzerkrankungen fördern.
Gerade im Gemüsegarten ist das ein wichtiger Punkt. Der NABU empfiehlt deshalb ausdrücklich das Gießen am Morgen, damit Schnecken und Pilze weniger gute Bedingungen vorfinden. Besser bleibt meist der frühe Morgen – vor allem dann, wenn empfindliche Pflanzen, Gemüse oder dicht stehende Bestände versorgt werden müssen.
Wie oft sollte man bei über 30 Grad gießen?
Bei Temperaturen über 30 Grad gilt: nicht ständig ein bisschen, sondern lieber seltener und dafür richtig. COMPO empfiehlt, Gartenpflanzen nicht täglich nur oberflächlich zu gießen, sondern alle paar Tage durchdringend und reichlich.
Ein- bis zweimal pro Woche intensiv gießen ist oft besser als tägliches Nachgießen, idealerweise so, dass der Boden etwa 15 bis 20 Zentimeter tief durchfeuchtet wird. Ausnahmen gibt es aber natürlich: Balkon- und Kübelpflanzen brauchen mehrheitlich häufiger Wasser, weil ihr Erdvolumen begrenzt ist. Auch frisch gepflanzte Bäume und Neupflanzungen müssen in Hitzephasen besonders gut versorgt werden.
Tipps zum Schutz vor Hitze: So überstehen Pflanzen Hitzewellen besser
Richtiges Gießen ist nur die halbe Miete. Wer Pflanzen im Sommer wirklich entlasten will, sollte auch den Standort und den Boden im Blick behalten. Diese Maßnahmen helfen besonders gut.
- Mulch auftragen: Mulch schützt den Boden vor Sonne und bremst die Verdunstung
- Direkt an die Wurzeln gießen: Wasser gehört an die Erde, nicht über Blätter und Blüten
- Regenwasser nutzen: Es ist kostenlos, oft pflanzen freundlicher und spart Leitungswasser
- Boden lockern: Oberflächliches Hacken hilft, Feuchtigkeit länger im Boden zu halten
- Schatten schaffen: Sonnenschirm, Vlies, Gehölze oder ein geschützter Standort entlasten empfindliche Pflanzen
- Wasserspeichernde Erde oder Bodendecker nutzen: So trocknet die Fläche langsamer aus
- Weniger Rasenstress zulassen: Ein Rasen darf in Trockenphasen braun werden und erholt sich oft wieder; Wildblumenwiesen sind robuster
- Hitzeverträgliche Pflanzen setzen: Arten für trockene, sonnige Standorte kommen mit Sommerhitze deutlich besser klar
Gerade in längeren Hitzephasen machen diese Schritte einen großen Unterschied. Ein geschützter, gemulchter Boden speichert Feuchtigkeit deutlich besser – und das bedeutet am Ende weniger Gießaufwand und weniger Stress für die Pflanzen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
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