Fledermäuse bestimmen: So klappt die Beobachtung im Frühherbst
- Beim Spaziergang am Wasser, am Waldrand oder unter Laternen lassen sich Fledermäuse im Frühherbst oft gut beobachten. Hinweise aus Umgebung und Flugverhalten helfen, Arten grob zu unterscheiden.
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Fledermäuse bestimmen. Mit Blick auf Ort, Wetter, Flughöhe und Jagdweise lassen sich Fledermäuse im Frühherbst oft überraschend gut einordnen, ohne die Tiere zu stören.
Wer abends am Wasser spazieren geht, am Waldrand unterwegs ist oder in der Nähe von Laternen steht, sieht jetzt häufiger Silhouetten am Himmel. Nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung sind Fledermäuse im Frühherbst besonders aktiv, weil sie Partner suchen und geeignete Winterquartiere anfliegen.
Julia-Marie Battermann, Artenschützerin bei der Deutschen Wildtier Stiftung, rät, zuerst typische Aufenthaltsorte zu kennen. Häufige Beobachtungsplätze sind Waldränder, Parkanlagen, Gewässer oder auch Dachböden. Als bekannte große Quartiere nennt sie den Kalkberg in Lüneburg und die Kalkberghöhle in Bad Segeberg.
Woran sich Arten bei der Beobachtung grob unterscheiden lassen
Für die Bestimmung im Alltag helfen vor allem wiederkehrende Muster. Entscheidend sind dabei nicht einzelne Merkmale, sondern die Kombination aus Umgebung und Flugverhalten.
- Gewässer. An Wasserflächen jagt die Wasserfledermaus laut Battermann oft dicht über der Oberfläche.
- Offener Himmel. Der Große Abendsegler ist eher hoch oben in der Luft unterwegs, wenn er Beute macht.
- Wald und Stall. In waldreichen Gebieten lässt sich die Fransenfledermaus beobachten. Sie sammelt Beute geschickt direkt von Blättern und Ästen. Häufig wird sie auch in Kuhställen angetroffen, wo sie vor allem Spinnen frisst.
- Straßenlaternen. Laternen werden zu Hotspots, weil Licht Insekten anzieht. Kleinere Arten wie die Zwergfledermaus jagen dort.
Auch die Rahmenbedingungen spielen eine Rolle. Ideal sind trockene, windstille Abende. Bei starkem Wind oder Regen sind Fledermäuse weniger aktiv.
Ein weiteres gut beobachtbares Verhalten findet in der Morgendämmerung statt. Dann können sich Tiere zu Dutzenden um Einflugspalten potenzieller Quartiere sammeln, etwa in Dachstühlen, Höhlen oder Fledermauskästen, und in der Luft kreisen. Dieses Schwärmen dient laut Battermann dazu, Quartiere zu prüfen. Junge Tiere lernen das Verhalten von erfahrenen Tieren. Mit Sonnenaufgang verschwinden die Fledermäuse dann schlagartig im Unterschlupf.
Damit Beobachtung nicht zur Störung wird, empfiehlt die Expertin eine Kopf- oder Taschenlampe mit Rotlicht. Weißes Licht blendet Fledermäuse, sie können dann entweder vor Schreck erstarren oder orientierungslos wegflattern.
Wer die Rufe hören möchte, kann Technik nutzen. Battermann erklärt, dass sogenannte Bat-Recorder Ultraschallrufe in für Menschen hörbare Klicklaute umwandeln. Mit einer App und einem Ultraschallmikrofon funktioniert das auch über ein Handy.
Ergänzend weist die Deutsche Wildtier Stiftung auf die Wahl zum „Tier des Jahres 2027“ hin. In diesem Jahr stehen nachtaktive Wildtiere zur Abstimmung, darunter die Fransenfledermaus. Informationen zur Abstimmung finden sich unter deutschewildtierstiftung.de.
Wer konsequent auf ruhige Beobachtungsbedingungen und zurückhaltendes Licht achtet, bekommt im Frühherbst die besten Chancen, Arten zumindest grob richtig einzuordnen.
Autor:Meike Jakob aus Landau |