Energieeffiziente Wohnung kaufen: So stark schwanken die Aufpreise regional
- Preisaufschläge und Angebot für Eigentumswohnungen mit Energieeffizienzklasse D oder besser im Vergleich zu E bis H.
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Energieeffiziente Eigentumswohnung kaufen. Die Daten aus dem „Postbank Wohnatlas 2026“ zeigen, wo der Aufpreis für bessere Energieklassen besonders hoch ist und wo Kaufinteressierte eher aus einem großen Angebot wählen können.
Im Alltag geht es dabei um eine einfache Abwägung. Eine gut gedämmte Wohnung senkt typischerweise die laufenden Heizkosten und kann besser vor späteren Sanierungsauflagen schützen, kostet beim Kauf aber oft mehr. Laut Postbank und dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut, das für die Studie Angebote ausgewertet hat, unterscheiden sich diese Aufschläge regional stark.
Untersucht wurden bundesweit Angebote von Eigentumswohnungen im Bestand und Neubau, bei denen eine Energieeffizienzklasse angegeben war. Als „sehr gut bis durchschnittlich“ gelten in der Auswertung die Klassen A plus, A, B, C und D.
So groß ist das Angebot an effizienteren Wohnungen
Im Durchschnitt der vierhundert Landkreise und kreisfreien Städte liegt der Anteil an angebotenen Eigentumswohnungen mit Energieeffizienzklasse D oder besser bei 35 Prozent. In Landkreisen und in den sieben größten Metropolen liegt der Durchschnitt jeweils bei 35,8 Prozent, kreisfreie Mittelstädte kommen im Schnitt auf 33,5 Prozent.
Besonders hohe Anteile von mindestens 42,5 Prozent finden sich laut Studie in zweiundsechzig Regionen, überwiegend in Ostdeutschland und in Südbayern. Spitzenreiter ist Potsdam-Mittelmark mit 54,7 Prozent. Es folgen Plön mit 53,3 Prozent, Börde mit 52,9 Prozent und der Saale-Holzland-Kreis mit 52,0 Prozent. Weitere hohe Werte meldet die Studie für Erding mit 51,5 Prozent und Ebersberg mit 51,4 Prozent. In den Top 10 liegen auch zwei Städte: Flensburg mit 50,1 Prozent und Trier mit 49,0 Prozent.
Am anderen Ende stehen zweiundneunzig Regionen mit weniger als 30 Prozent Anteil. Den niedrigsten Wert hat der Landkreis Görlitz mit 13,3 Prozent. Es folgen Frankfurt (Oder) mit 17,7 Prozent sowie St. Wendel und Emden mit jeweils 19,9 Prozent. Ebenfalls niedrig liegen Höxter mit 20,1 Prozent und der Rhein-Hunsrück-Kreis mit 20,5 Prozent.
Großstädte: Trier vorne beim Anteil, Chemnitz günstig beim Preis
Unter den Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern führt Trier das Ranking an. Dort haben 49,1 Prozent der angebotenen Eigentumswohnungen die Effizienzklasse D oder besser, der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 4.422 Euro pro Quadratmeter.
Die Studie nennt weitere Städte mit hohen Anteilen und teils sehr unterschiedlichen Preisen:
- Jena: 48,9 Prozent, durchschnittlich 4.281 Euro pro Quadratmeter.
- Erlangen: 47,0 Prozent, durchschnittlich 5.363 Euro pro Quadratmeter.
- Rostock: 46,2 Prozent, durchschnittlich 4.112 Euro pro Quadratmeter.
- Chemnitz: 45,4 Prozent, durchschnittlich 1.447 Euro pro Quadratmeter.
- Freiburg im Breisgau: 44,1 Prozent, durchschnittlich 5.982 Euro pro Quadratmeter.
- Offenbach am Main: 41,5 Prozent, durchschnittlich 4.522 Euro pro Quadratmeter.
- Erfurt: 41,4 Prozent, durchschnittlich 2.813 Euro pro Quadratmeter.
- Ulm: 41,2 Prozent, durchschnittlich 5.040 Euro pro Quadratmeter.
- Bochum: 40,7 Prozent, durchschnittlich 2.715 Euro pro Quadratmeter.
Damit wird ein praktischer Unterschied sichtbar. In Städten wie Chemnitz, Erfurt oder Bochum ist der Quadratmeterpreis für Wohnungen mit Effizienzklasse D oder besser laut Studie vergleichsweise moderat, während er in Trier, Jena oder Freiburg deutlich höher liegt.
Wie teuer ist Energieeffizienz in den „Big 7“
Neben dem Angebot entscheidet häufig der Preisaufschlag gegenüber weniger effizienten Wohnungen. In den sieben größten Städten liegt der durchschnittliche Angebotspreis für Wohnungen mit Effizienzklasse D oder besser laut Studie bei 6.711 Euro pro Quadratmeter. Angebote der Klassen E bis H sind im Schnitt 1.337 Euro pro Quadratmeter günstiger.
In den „Big 7“ fällt der Aufpreis je nach Stadt unterschiedlich aus:
- Hamburg: 7.558 Euro pro Quadratmeter (D oder besser) gegenüber 5.665 Euro (E bis H). Differenz 1.893 Euro. Anteil effizienterer Angebote 38,6 Prozent.
- München: 9.704 gegenüber 7.983 Euro. Differenz 1.720 Euro. Anteil 40,2 Prozent.
- Frankfurt am Main: 7.089 gegenüber 5.490 Euro. Differenz 1.599 Euro. Anteil 38,4 Prozent.
- Köln: 5.511 gegenüber 4.356 Euro. Differenz 1.155 Euro. Anteil 35,9 Prozent.
- Düsseldorf: 5.649 gegenüber 4.520 Euro. Differenz 1.129 Euro. Anteil 33,2 Prozent.
- Berlin: 6.327 gegenüber 5.235 Euro. Differenz 1.092 Euro. Anteil 38,4 Prozent.
- Stuttgart: 5.141 gegenüber 4.370 Euro. Differenz 772 Euro. Anteil 26,2 Prozent.
In der Auswertung ist der Aufschlag in Hamburg am größten. Stuttgart weist die geringste Differenz aus. Die Studie ordnet außerdem ein, dass in Regionen mit sehr hohen Preisaufschlägen die Sanierung einer älteren oder weniger effizienten Wohnung im Einzelfall eine Alternative sein kann, etwa abhängig von Rücklagen, Alter der Heizungsanlage und der Größe der Eigentümergemeinschaft.
Landkreise: Rekord-Aufschlag in Miesbach, teils sogar Preisvorteil
Hohe Aufpreise finden sich nicht nur in Metropolen. Laut Studie gibt es dreiundachtzig Regionen, in denen der durchschnittliche Preisaufschlag für Wohnungen mit Effizienzklasse D oder besser mindestens 1.000 Euro pro Quadratmeter beträgt.
Den höchsten bundesweiten Aufschlag meldet die Studie für den Landkreis Miesbach. Dort liegt die Differenz bei 3.133 Euro pro Quadratmeter. Unter den zehn höchsten Aufschlägen sind weitere Regionen, darunter mehrere in Bayern sowie im Norden:
- Garmisch-Partenkirchen: 2.239 Euro pro Quadratmeter Aufschlag.
- Schleswig-Flensburg: 2.130 Euro pro Quadratmeter Aufschlag.
- Wesermarsch: 1.846 Euro pro Quadratmeter Aufschlag.
- Landsberg am Lech: 1.771 Euro pro Quadratmeter Aufschlag.
- Erding: 1.677 Euro pro Quadratmeter Aufschlag.
- Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim: 1.652 Euro pro Quadratmeter Aufschlag.
- Emden: 1.711 Euro pro Quadratmeter Aufschlag.
Gleichzeitig zeigt die Auswertung auch Regionen, in denen Energieeffizienz beim Angebotspreis nicht teurer ist. In sechsundsechzig Regionen liegt der durchschnittliche Aufschlag unter 400 Euro pro Quadratmeter. In zwölf Regionen sind Wohnungen mit Effizienzklasse D oder besser sogar günstiger. Beispiel: Im Landkreis Aurich liegt der Durchschnittspreis laut Studie 868 Euro pro Quadratmeter unter dem von Angeboten der Klassen E bis H. Auch in Zwickau, Rostock und Wittmund wird ein dreistelliger Preisvorteil genannt. In Meißen und im Vogtlandkreis liegen beide Gruppen im Schnitt etwa auf gleichem Preisniveau.
Am Ende bleibt als praktische Konsequenz aus den Postbank-Daten: Energieeffizienz kann je nach Region ein großer Kostenfaktor sein oder kaum ins Gewicht fallen, deshalb lohnt vor dem Kauf ein nüchterner Vergleich von Angebot, Aufpreis und möglichem Sanierungsbedarf.
Autor:Meike Jakob aus Landau |