Eckpunkte beschlossen: Bundesregierung plant strengere Regeln für Kinder in sozialen Netzwerken
- Die Bundesregierung plant strengere Regeln für soziale Netzwerke und mehr Schutz für Kinder im Netz.
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Berlin. Soziale Netzwerke sollen für Kinder unter 13 Jahren künftig grundsätzlich tabu sein. Die Bundesregierung hat am Mittwoch, 14. Oktober, Eckpunkte für einen besseren Kinder- und Jugendmedienschutz beschlossen und damit nach eigenen Angaben die Umsetzung erster Maßnahmen gestartet.
Wie das Bundesfamilienministerium mitteilt, stützt sich das Vorhaben auf 56 Empfehlungen einer unabhängigen Expertenkommission. Im Mittelpunkt stehen mehr Schutz vor Risiken im Netz, mehr Medienkompetenz und mehr Teilhabe in der digitalen Welt.
Für den Alltag vieler Familien besonders wichtig ist der geplante Umgang mit Plattformen und sozialen Netzwerken. Die Bundesregierung will sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass unter 13-Jährige grundsätzlich keinen Zugang zu sozialen Netzwerken haben. Außerdem soll das Prinzip Safety by Design stärker gelten. Suchtfördernde Designs sollen also schon bei der Entwicklung digitaler Angebote verhindert werden. Algorithmische Empfehlungssysteme sollen standardmäßig deaktiviert sein.
Was konkret geplant ist
Solange es auf europäischer Ebene noch kein einheitliches Mindestalter gibt, plant die Bundesregierung eine nationale Übergangsregelung. Sie soll Kindern unter 13 Jahren die Nutzung sozialer Netzwerke grundsätzlich untersagen. Ausgenommen bleiben sollen nachweislich kindgerechte Angebote. Für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sind abgestufte Nutzungsbeschränkungen vorgesehen.
Auch die Altersverifikation soll ausgebaut werden. Ab 2027 will die Bundesregierung mit der deutschen Umsetzung der EUDI-Wallet d-you eine verlässliche Möglichkeit schaffen, damit digitale Dienste das Alter von Nutzenden prüfen können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Fachkräften. Die Bundesregierung will Medienkompetenz und auch den Umgang mit Künstlicher Intelligenz früh fördern. Mit dem KI-Seepferdchen soll zeitnah ein altersgerechtes Angebot für Kinder im Grundschulalter entstehen.
Mehr Fokus auf Miedienkompetenz
Zudem soll die Kinder- und Jugendhilfe stärker an der digitalen Lebenswelt junger Menschen ausgerichtet werden. Medienkompetenz soll dabei unter anderem in Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und Familienbildung stärker verankert werden.
Eltern sollen nach dem Willen der Bundesregierung mehr Unterstützung bekommen, etwa durch eine bundesweite Informations- und Sensibilisierungskampagne zu Gefahren digitaler Medien. Zugleich betont die Bundesregierung, dass die Verantwortung für eine sichere digitale Umgebung in erster Linie bei den Plattformbetreibern liegt.
Auch gesundheitliche Folgen übermäßiger Mediennutzung rücken stärker in den Blick. Eltern sollen laut den Eckpunkten frühzeitiger informiert und gezielter beraten werden. Zudem will sich die Bundesregierung bei den Ländern für eine Kinder-Online-Wache einsetzen, damit Kinder digitale Gewalt niedrigschwellig melden können.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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