Digital Detox im Urlaub: So klappt die Auszeit leichter
- Smartphone-Pause im Urlaub? Das kommt laut einer Umfrage nur für jeden Fünften in Frage.
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Digital Detox im Urlaub. Wer im Urlaub weniger aufs Handy schaut, gewinnt oft schon mit kurzen Offline-Phasen mehr Ruhe und gemeinsame Zeit. Genau das zeigt auch eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research, nach der sich 22 Prozent der Menschen in der Ferienzeit bewusst für eine Auszeit von digitalen Geräten und Anwendungen entscheiden.
Vollständig abschalten bleibt dabei die Ausnahme. Am häufigsten planen Sommerurlauberinnen und Sommerurlauber nur einen kurzen Verzicht auf Smartphone, soziale Netzwerke oder Videostreaming. 13 Prozent wollen im Urlaub einen Tag digital fasten. 5 Prozent nehmen sich mehrere Tage vor, 3 Prozent eine ganze Woche. Nur 1 Prozent plant eine noch längere Pause.
Auffällig sind die Unterschiede nach Alter. Unter den 16- bis 29-Jährigen wollen laut Bitkom Research 17 Prozent im Sommerurlaub digital fasten. Bei den über 65-Jährigen sind es 32 Prozent.
Kurze Pausen sind für viele realistischer
Die Expertin für Digital Detox, Daniela Holsboer, bestätigt, dass sich viele Menschen schwertun, das Handy von heute auf morgen komplett wegzulegen. Laut der Autorin muss das aber nicht das Ziel sein. «Das Schöne an Digital Detox ist: Es funktioniert auch in homöopathischen Dosen», sagt Holsboer.
Für den Einstieg nennt die Expertin drei niedrigschwellige Ansätze:
- Digitales Intervallfasten. Das kann so aussehen: 15 Minuten online, vier Stunden offline, und das Ganze noch einmal. App-Limits oder Smartphone-Modi mit eingeschränkter Erreichbarkeit können dabei helfen. Gemeinsam mit Familie oder Freunden fällt das Durchhalten oft leichter und schafft mehr gemeinsame Zeit.
- Genießen statt ständig fotografieren. Oft entstehen im Urlaub Hunderte Bilder, die später kaum noch angesehen werden. Holsboer rät dazu, den Moment bewusster wahrzunehmen. «Wer einen Atemzug innehält, bevor er zum Handy greift, und die Frage stellt: "Warum?", wird feststellen, dass er in den allermeisten Fällen keinen wirklichen Grund dafür hat», so Daniela Holsboer.
- Mini-Routinen einführen. Kleine feste Rituale können helfen, den Griff zum Gerät zu unterbrechen. Dazu gehören Mahlzeiten oder eine Tasse Tee am Tag ohne Handy. Auch ein Start und ein Abschluss des Tages ohne Bildschirm können den Umgang mit dem Smartphone im Alltag verändern. «Wer im Urlaub damit beginnt, das Smartphone erst nach dem Frühstück zu aktivieren, kann zu Hause auf einen normalen Wecker umsteigen und nicht mehr zu den neun von zehn Menschen gehören, die den Tag mit dem Griff zum Smartphone beginnen», sagt die Expertin.
Die Umfrage legt nahe, dass Digital Detox für die meisten nicht kompletten Verzicht bedeutet, sondern kurze, bewusst gesetzte Offline-Zeiten mit praktischem Nutzen im Urlaub. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |