Aggressives Verhalten bei Demenz erkennen und richtig damit umgehen

Aggressives Verhalten bei Demenz: Mit beruhigenden Gesten können Angehörige einen Wutanfall dementer Personen auffangen. | Foto: dpa
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Aggressives Verhalten bei Demenz. Wenn ein zuvor ruhiger Mensch plötzlich schreit, schimpft oder stößt, stehen Angehörige oft hilflos daneben. Hinter solchen Reaktionen steckt meist kein böser Wille. Häufig signalisiert das Verhalten, dass etwas nicht stimmt oder überfordert.

Demenzerkrankungen verändern Wahrnehmung und Orientierung. Selbst scheinbar kleine Alltagssituationen können bedrohlich wirken. Fachleute der Alzheimer Forschung Initiative erklären, dass aggressive Reaktionen oft eine Art Botschaft sind. Die betroffene Person versucht zu zeigen, dass Angst, Schmerzen oder Stress vorhanden sind.

Angst, Schmerzen oder Reizüberflutung als häufige Auslöser

Aggression kann unterschiedliche Ursachen haben. Typische Auslöser sind zum Beispiel:

  • Angst. Menschen mit Demenz können Situationen falsch einschätzen. Schon ein kurzer Moment des Alleinseins kann als Verlassenwerden erlebt werden.
  • Schmerzen oder körperliches Unwohlsein. Wenn Beschwerden nicht klar benannt werden können, äußern sie sich manchmal in Wut oder Abwehr.
  • Zu viele Reize. Helles Licht, Lärm oder viele Menschen können schnell überfordern.

Ruhige Ansprache und Ablenkung können die Lage entspannen

In solchen Momenten hilft es oft, zunächst selbst ruhig zu bleiben. Ein kurzer Schritt aus der Situation kann dabei helfen, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Statt Gegenwehr empfehlen Fachleute eine ruhige Stimme und beruhigende Gesten. Wird der Auslöser erkannt, lässt sich die Situation häufig entschärfen. Ein Wechsel an einen ruhigeren Ort kann zum Beispiel Druck aus der Situation nehmen.

Auch Ablenkung kann helfen. Musik, ein vertrautes Fotoalbum oder ein anderes positives Thema lenken die Aufmerksamkeit häufig weg von der belastenden Situation.

Langfristig kann ein strukturierter Tagesablauf Sicherheit geben. Wiederkehrende Abläufe wie Anziehen, Frühstück und ein kleiner Spaziergang reduzieren Überforderung und können aggressive Reaktionen seltener machen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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