16:8-Methode: Für wen Intervallfasten wirklich riskant ist

Aus gesundheitlichen Gründen ist Fasten höchstens für gesunde Erwachsene mit stabilem Essverhalten geeignet. (zu dpa: «16:8 und Co.: Wann Fastentrends problematisch werden») | Foto: dpa
  • Aus gesundheitlichen Gründen ist Fasten höchstens für gesunde Erwachsene mit stabilem Essverhalten geeignet. (zu dpa: «16:8 und Co.: Wann Fastentrends problematisch werden»)
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Intervallfasten. Methoden wie das 16:8‑Modell können beim Abnehmen helfen oder Blutzuckerwerte verbessern. Entscheidend ist jedoch, für wen die Methode geeignet ist und wann sie im Alltag eher zu Stress oder ungesundem Essverhalten führt.

Intervallfasten ist seit einigen Jahren ein Ernährungstrend. Dabei wechseln sich Essensphasen und längere Pausen ab. Beim verbreiteten 16:8‑Modell wird 16 Stunden gefastet und nur innerhalb eines Zeitfensters von 8 Stunden gegessen.

Studien zeigen, dass diese Form der Ernährung zu einer moderaten Gewichtsabnahme führen kann. Auch Blutzuckerwerte können sich verbessern. Die Effekte bleiben jedoch meist nur bestehen, solange das Konzept dauerhaft eingehalten wird.

Fasten kann Essverhalten stark beeinflussen

«Das ist ein schmaler Grat, auf dem man sich da bewegt – ein zweischneidiges Schwert», sagt Christian Dannmeier, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Innere Medizin.

Viele Fastenformen folgen klaren Regeln. Beim Intervallfasten wird die Nahrungsaufnahme nicht mehr allein nach Hunger oder Sättigung gesteuert, sondern nach festen Zeiten. «Man orientiert sich an einem zeitlichen Regelwerk», so Dannmeier.

Gerade bei Menschen, die ohnehin häufig Diäten machen oder zu restriktiven Essmustern neigen, kann das problematisch werden. Dann könne das System Heißhunger oder Essanfälle begünstigen.

Für bestimmte Gruppen gilt grundsätzlich Vorsicht. Dazu zählen Menschen mit Essstörungen oder entsprechender Neigung. Auch Schwangere, Kinder sowie ältere oder chronisch kranke Menschen sollten auf Fasten verzichten. Geeignet sei es höchstens für «gesunde Erwachsene mit stabilem Essverhalten», so der Mediziner.

Körperliche und psychische Warnsignale ernst nehmen

Wer Intervallfasten ausprobiert, sollte auf mögliche Warnzeichen achten. Dazu gehören unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen, Magen‑Darm‑Beschwerden oder dauerhaft starke Hungergefühle.

Auch psychischer Druck kann ein Hinweis sein. «Wenn man merkt, dass man sich quält oder ständig ans Essen denkt, ist das ein Hinweis, dass man auf einem unguten Weg ist», sagt Dannmeier.

In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, das Fasten anzupassen oder zu beenden. Starre Regeln erzeugen im Alltag schnell zusätzlichen Druck, etwa bei Einladungen oder Familienfeiern.

Worauf beim Intervallfasten besonders zu achten ist

  • Eigene Voraussetzungen prüfen. Fasten eignet sich vor allem für gesunde Erwachsene und nicht für Menschen mit Essstörungen, in der Schwangerschaft oder bei schweren Erkrankungen.
  • Langsam beginnen. Längere Essensfenster von etwa 12 Stunden können ein Einstieg sein, bevor strengere Modelle ausprobiert werden.
  • Flexibilität im Alltag behalten. Einladungen oder besondere Anlässe sollten ohne Druck möglich bleiben.
  • Körperliche Warnsignale ernst nehmen. Schwindel, Kopfschmerzen oder anhaltender Stress können Hinweise sein, dass die Methode nicht passt.
  • Ausgewogen essen. Viel Gemüse und Obst, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung bleiben entscheidend.
  • Vorsicht bei teuren Zusatzprodukten. Spezielle Pulver, Tees oder Nahrungsergänzungsmittel sind in der Regel nicht notwendig.

Am Ende bleibt entscheidend, dass eine Ernährungsweise dauerhaft zum eigenen Alltag passt und insgesamt ausgewogen bleibt. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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