Sturmschäden in Rheinland-Pfalz: Frau stirbt, Häuser zerstört
- Unwetter haben in der Nacht in Höhr-Grenzhausen heftige Schäden angerichtet.
- Foto: Thomas Frey/dpa
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Rheinland-Pfalz/Hessen. Beschädigte Häuser, gesperrte Straßen und Stromausfälle beschäftigen seit der Nacht viele Menschen in Rheinland-Pfalz und Hessen. Heftige Unwetter haben schwere Schäden angerichtet. Mindestens eine Frau kam ums Leben, weitere Menschen wurden verletzt.
Todesfall in Waldorf – Frau von Baum getroffen
In Waldorf in Rheinland-Pfalz wurde eine 58 Jahre alte Frau von einem herabstürzenden Baum getroffen und tödlich verletzt. Nach Polizeiangaben war sie gemeinsam mit einer 47 Jahre alten Frau spazieren, als das Unwetter aufzog. Beide suchten Schutz bei einer überdachten Sitzgruppe. Ein Baum wurde entwurzelt und stürzte auf die Sitzgruppe. Die 58-Jährige starb am Unfallort. Die 47-Jährige kam schwer verletzt in ein Krankenhaus.
Schwere Schäden im Westerwaldkreis
In Höhr-Grenzhausen riss der Sturm nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort Wände aus Häusern. Mindestens zwei Bauwerke seien betroffen. Es gab Schäden durch abstürzende Fassadenteile und umherfliegende Gegenstände. Vielerorts stürzten Bäume um. In Bannberscheid wurden Teile der Fassade der Aubachhalle weggeweht. Außerdem fiel dort großflächig der Strom aus. Auf der A61 kippte ein Lastwagen wegen Sturmböen um.
Rund 60 Häuser in Wetzlar beschädigt
Im hessischen Wetzlar meldete die Feuerwehr Schäden an rund 60 Häusern. Das Ausmaß reicht von einzelnen fehlenden Dachziegeln bis zu vollständig abgedeckten Dächern. Teilweise flogen Dachteile bis zu 100 Meter weit. Die Gießener Straße ist bis auf weiteres nicht befahrbar. Das wirkt sich auch auf den Busverkehr aus.
Mögliche Windhose in Solms
Auch in Solms im Lahn-Dill-Kreis wurden Häuser beschädigt. Nach Angaben der Polizei könnte eine Windhose die Ursache gewesen sein. Eine Windhose ist ein anderes Wort für einen Tornado. Eine Bestätigung des Deutschen Wetterdienstes liegt bislang nicht vor. Teilweise seien komplette Dachstühle angehoben worden. Einige Häuser seien unbewohnbar.
In Laubach bei Gießen beschädigte ein umstürzender Baum einen Gastank in einem Wohnhaus. Weil Gas austrat, wurde ein Bereich im Umkreis von 200 Metern geräumt.
Wiesbaden und Offenbach melden Einsätze
In Wiesbaden führte ein „kurzes, aber heftiges Unwetter“ nach Angaben der Stadt zu 37 Einsätzen. Meist ging es um umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste und andere sturmbedingte Gefahrenstellen. Teilweise wurden geparkte Fahrzeuge und Straßenlaternen beschädigt.
In Offenbach wurden in der Nacht Stahlplatten von einer Baustelle auf eine Straße geweht. Am Morgen sollen weitere Platten vorsorglich mit Kränen entfernt werden. Die Berliner Straße ist deshalb zwischen Goethestraße und der S-Bahn-Haltestelle Kaiserlei gesperrt. Wie lange die Arbeiten dauern, war zunächst nicht absehbar.
Weitere Bundesländer betroffen
Auch in anderen Teilen Deutschlands gab es Schäden. Der Deutsche Wetterdienst bestätigte einen Tornado in Fürstenwalde/Spree in Brandenburg. Dort wurde nach Angaben der Europäischen Unwetter-Datenbank ein Dach abgedeckt, außerdem stürzten Bäume um. In Kronach in Bayern musste ein Schützenfest mit 3.500 Gästen wegen starker Unwetter teilweise geräumt werden. In Unterfranken wurden laut Polizei mehrere Autos beschädigt.
So wird das Wetter am Donnerstag
Für Hessen und Rheinland-Pfalz erwartet der Deutsche Wetterdienst am Donnerstag, 20. August, zunächst keine weiteren Gewitter oder Unwetter. Es kann gelegentlich Schauer geben. Am Nachmittag zeigt sich teils die Sonne. Die Temperaturen liegen zwischen 22 und 27 Grad.
Ab Freitag, 21. August, rechnet der Deutsche Wetterdienst wieder mit mehr Regen und auch Gewittern. Vor allem Starkregen kann dann erneut zu Unwettergefahr führen. Das unbeständige Wetter zieht sich nach Angaben des DWD durch die Nacht. Auch am Samstag, 22. August, sind einzelne Schauer oder kurze Gewitter möglich. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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