Nach tödlichem Raserunfall: Neuer Prozess in Zweibrücken
- Der tödliche Raser-Prozess wird vor dem Landgericht Zweibrücken neu aufgerollt (Symbolbild)
- Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa
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Ludwigswinkel. Nach einem tödlichen Raserunfall mit zwei Opfern in der Südwestpfalz wird der Fall erneut vor Gericht verhandelt. Am Landgericht Zweibrücken beginnt ein neuer Prozess gegen den mutmaßlichen Unfallverursacher.
Der Mann soll im September auf einer kurvenreichen Strecke bei Ludwigswinkel mit einem hochmotorisierten Sportwagen viel zu schnell unterwegs gewesen sein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stand er zudem unter Alkoholeinfluss.
Bei dem schweren Unfall streifte das Fahrzeug zunächst zwei entgegenkommende Autos. Anschließend prallte der Wagen frontal in ein drittes Fahrzeug. Eine 58 Jahre alte Frau und ein 68 Jahre alter Mann starben noch am Unfallort. Die Insassen der beiden anderen Fahrzeuge wurden erheblich verletzt.
Urteil vom Bundesgerichtshof aufgehoben
Das Landgericht Zweibrücken hatte den Angeklagten im Dezember zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah unter anderem den Tatbestand eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit zweifacher Todesfolge als erfüllt an.
Der Angeklagte legte jedoch Revision ein. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil später auf. Nach Auffassung der Richter hatte das Landgericht einen möglichen Gefährdungsvorsatz des Fahrers nicht ausreichend festgestellt und rechtlich nicht fehlerfrei begründet.
Mehr als 200 Kilometer pro Stunde laut Anklage
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll der Mann außerorts zeitweise mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde gefahren sein. Innerorts soll das Tempo über 100 Kilometer pro Stunde gelegen haben. Teilweise sei er auf der sogenannten Ideallinie auch über die Gegenfahrbahn gefahren.
Das damalige Gericht ging davon aus, dass der Fahrer seine Beifahrerin beeindrucken wollte. Sie soll ihn während der Fahrt gefilmt haben.
Für den neuen Prozess sind mehrere Termine angesetzt. Verhandlungen sind derzeit bis Mittwoch, 21. Mai, geplant. Auch Zeugen sollen gehört werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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