Mein Schiff 4: Kreuzfahrt-Krimi bei Hormus - Schüsse und Drohung
- Die Celestyal Discovery war Vorhut und passierte als erste die Straße von Hormus
- Foto: Celestyal Cruises
- hochgeladen von Jens Vollmer
Mein Schiff / MSC / Celestyal. Mit nicht ganz ungefährlichen Manövern haben die drei Reedereien TUIcruises, MSC und Celestyal Cruises fünf Kreuzfahrtschiffe aus dem Orient auf Kurs nach Europa gebracht. Seit Beginn der kriegerischen Handlungen zwischen der USA und dem Iran am 28. Februar lagen sechs Kreuzfahrtschiffe in Häfen des Persischen Golfs fest.
Update:
Als am Freitag der Iran im Rahmen einer Waffenruhe überraschend die gesperrte Meeresenge von Hormus freigab, ließen die Reedereien schnell ihre Schiffe fertigmachen zum Auslaufen. Die Celestyal Discovery war Vorhut und passierte noch am Freitag als erste die Straße von Hormus unter Beobachtung der Reedereien. In der Nacht legten weitere vier Schiffe ab mit Kurs auf Europa.
Doch am Morgen nahm der Iran die Blockade wieder auf, weil die USA ihre Seeblockade nicht ebenfalls aufgab. Trotz der Iranischen Blockade fuhren die Kreuzfahrtschiffe weiter und es kam zu brenzligen Situationen. Die Sicherheitsfirma Vanguard Tech berichtete, der indische Tanker "Sanmar Herald" sei beschossen worden, die Fenster an der Kommandobrücke seien durch zwei Patrouillenboote der Revolutionsgarden beschädigt worden. Bei einem weiteren Vorfall meldete ein Containerschiff nach Angaben der UKMTO, durch ein "unbekanntes Projektil" getroffen worden zu sein. Mehrere Container seien beschädigt worden, ein Feuer sei aber nicht ausgebrochen.
Revolutionsgarden drohen Mein Schiff 4 mit Zerstörung
Die Schiffe seien am Samstag in einem engen Zeitfenster im Konvoi durch die Meerenge vor dem Iran gefahren, hieß es seitens eines MSC-Sprechers. „Die Durchfahrt erfolgte in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden“, so der Sprecher.
Vanguard Tech erklärte hingegen, die Revolutionsgarden hätten das ohne Passagiere fahrende Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 4" beim Durchqueren der Straße von Hormus auf der Seite des Oman bedroht. Die Revolutionsgarden hätten laut dem Kapitän erklärt: "Wir führen einen Einsatz aus, wir werden schießen und euch zerstören." Nahe des Schiffes sei ein Einschlag gemeldet worden, Schäden aber nicht gemeldet worden. "Mein Schiff 4" habe trotzdem mittlerweile die Meerenge ebenso wie ihr Schwesterschiff "Mein Schiff 5" erfolgreich passiert. Allerdings gibt es von Mein Schiff 4 und der MSC Euribia seit einem Tag auf MarineTraffic keine Informationen mehr über die aktuelle Position der Schiffe.
Mein Schiff 5 hingegen ist weiterhin auf Schiffs-Trackern zu finden und hat bereits Muscat erreichen, die Celestyal Discovery ist sogar schon viel weiter südlich unterwegs und wird wohl bald die Küste des Omans hinter sich lassen. Die Celestyal Journey hingegen fährt derzeit nicht mehr und liegt noch recht Nahe an der Straße von Hormus an der Küste des Oman in der Höhe von Khor Fakkan.
Ob nun die weiteren Kreuzfahrten durchgeführt werden können, werden die nächsten Tage zeigen.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |
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