Selbstzweifel bei Markus Lanz: „Nicht gut genug“
- Markus Lanz, Moderator, sitzt anlässlich des Buches über ihn auf der Bühne im Thalia Theater. (zu dpa: ««Nicht gut genug»: Markus Lanz spricht über Selbstzweifel»)
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Markus Lanz. Der bekannte TV‑Moderator spricht ungewöhnlich offen über seine Vergangenheit. In einem Interview erzählt Markus Lanz von harter Arbeit als Kind, von Minderwertigkeitsgefühlen und von Selbstzweifeln, die ihn bis heute begleiten.
Der Moderator wuchs in Südtirol in Italien auf. Schon früh musste er mit anpacken. Auf Kartoffeläckern arbeitete er ebenso wie später in Hotels als Tellerwäscher. „Und dabei habe ich ständig von Leuten gesagt bekommen, was ich zu tun habe. Das war üble Kinderarbeit und hat mich sehr geprägt“, sagte Lanz dem Magazin „Stern“.
Der Wunsch, dieser Situation zu entkommen, wurde zu seinem Antrieb. Lanz wollte raus aus dem Gefühl, herumgeschubst zu werden und keine Kontrolle über das eigene Leben zu haben.
Ein Gefühl, das ihn bis heute begleitet
„Rumgeschubst zu werden, ist ein Minderwertigkeitskomplex, den viele arme Leuten haben. Und es war auch mein Minderwertigkeitskomplex“, sagte der Moderator. Heute führe er ein selbstbestimmtes Leben. Für ihn sei das das Beste, was man erreichen könne. Trotz seines Erfolgs begleiten ihn Zweifel bis heute. „Nicht gut genug, nicht schnell genug, nicht schlau genug“, seien Gedanken, die immer wieder auftauchten, sagte der siebenundfünfzigjährige Moderator.
Gleichzeitig sieht Lanz darin auch eine Stärke. Vielleicht habe genau diese Haltung zu Deutschland gepasst. „Aber vielleicht hat es genau deshalb mit mir und Deutschland so gut gepasst: immer zweifeln, immer hinterfragen.“ Der Zweifel werde oft als Makel betrachtet. Lanz glaubt jedoch, dass gerade dieser Wunsch, Dinge immer noch ein bisschen besser zu machen, ein wichtiger Teil des Erfolgs des Landes gewesen sei. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |