Mehr Piwi-Reben in Rheinland-Pfalz - auf insgesamt weniger Rebflächen

Die gesamte Rebfläche in Deutschland wird kleiner. (Symbolbild) | Foto: Andreas Arnold/dpa
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Bodenheim. In deutschen Weinbergen tauchen zunehmend neue, besonders robuste Rebsorten auf. Der Anbau sogenannter pilzwiderstandsfähiger Sorten wächst trotz insgesamt schrumpfender Rebflächen.

Nach Angaben des Deutschen Weininstituts stieg die Fläche dieser Piwi-Reben im Jahr 2025 um rund zehn Prozent auf etwa 4000 Hektar. Damit legten sie entgegen dem allgemeinen Trend im Weinbau zu. Insgesamt erreichen sie jedoch weiterhin nur einen kleinen Anteil. Rund vier Prozent der gesamten deutschen Rebfläche entfallen inzwischen auf diese Sorten. Im Jahr davor waren es noch 3,5 Prozent.

Souvignier Gris wächst besonders stark

Die weiße Sorte Souvignier Gris verzeichnete im Jahr 2025 bereits das zweite Jahr in Folge den größten Flächenzuwachs aller Rebsorten in Deutschland. Die Anbaufläche wuchs um 170 Hektar auf insgesamt 766 Hektar.

Damit ist sie die wichtigste weiße Piwi-Sorte im Land. Dahinter folgen Cabernet Blanc mit 356 Hektar sowie die Sorte Sauvignac mit rund 250 Hektar.

Viele Sorten noch im Versuch

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 40 verschiedene Piwi-Sorten angebaut. Viele davon befinden sich noch im Versuchsstadium. Neue Züchtungen gelten als besonders widerstandsfähig gegen pilzliche Krankheiten. Dadurch kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sinken.

Die Entwicklung neuer Rebsorten dauert jedoch lange. Die Sorte Souvignier Gris wurde bereits 1983 am Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg gezüchtet. Erst 2013 erhielt sie die Zulassung für den Qualitätsweinanbau in Deutschland.

Qualität und Geschmack haben sich verbessert

Nach Einschätzung von Fachleuten hat sich auch der Geschmack der neuen Sorten deutlich verbessert. Moderne Piwi-Weine seien inzwischen von klassischen Weinen kaum noch zu unterscheiden.

Neben weißen Sorten gibt es mittlerweile auch robuste rote Reben. Beispiele sind Cabernet Cortis mit 88 Hektar Anbaufläche sowie Satin Noir mit rund 60 Hektar.

Viele Weingüter verzichten jedoch auf die genaue Sortenangabe auf dem Etikett. Häufig werden die Weine als Cuvée vermarktet, um Verbraucher nicht mit vielen neuen Namen zu überfordern.

Besonders gefragt im Norden

Außerhalb der traditionellen 13 deutschen Weinbaugebiete wächst das Interesse ebenfalls. In Norddeutschland entstanden seit der Zulassung neuer Weinberge im Jahr 2016 mehr als 200 Hektar Rebfläche.

Ein Teil des Pflanzguts wird inzwischen auch ins Ausland exportiert. Dazu zählen unter anderem Lieferungen nach Frankreich.

Rebfläche insgesamt leicht rückläufig

Während die neuen Sorten zulegen, schrumpft die gesamte Rebfläche in Deutschland leicht. Sie sank im Jahr 2025 um etwa ein Prozent auf rund 102000 Hektar. Dieses Niveau entspricht etwa dem Stand von 2007.

Unter den klassischen Sorten legten nur wenige zu. Beim Weißwein wuchsen vor allem Chardonnay mit plus 102 Hektar sowie Sauvignon Blanc mit plus 40 Hektar. Bei den roten Sorten konnte lediglich Merlot leicht zulegen.

Rote Reben verloren insgesamt etwas stärker an Fläche als weiße. Weißweinsorten machen jedoch weiterhin rund 70 Prozent des deutschen Weinbaus aus.

Innerhalb der Anbaugebiete gab es unterschiedliche Entwicklungen. Besonders starke Rückgänge meldeten Württemberg und Baden. Leicht gewachsen ist dagegen das Gebiet Saale Unstrut mit einem kleinen Plus an Rebfläche. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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