Wie die Pfalz sich selbst sieht: Zwei Vorträge in der Pfälzischen Landesbibliothek
- Gorge Cooke Lambert: Panorama des Haardtgebirgs, Stahlstich aus Bruckner, Das Haardtgebirge und seine Umgebungen, Neustadt a. d. H. 1847
- Foto: Maria Männig
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Speyer. Mit historischen Ansichten der Pfalz und dem Selbstverständnis der Pfälzerinnen und Pfälzer befassen sich die beiden Vorträge „Pfalz total“ am Mittwoch, 28. Januar, sowie „Volkskunden der Pfalz 1857-1867“ am Mittwoch, 4. Februar, jeweils um 18.15
Uhr im Landesbibliothekszentrum / Pfälzische Landesbibliothek in Speyer.
Sie finden begleitend zur Ausstellung „Making of Pfalz“ statt, die noch bis 15. April in der Bibliothek zu sehen ist. Dr. Maria Männig ist Kunsthistorikerin und Medienwissenschaftlerin an der RPTU in Landau. Ihr Vortrag „Pfalz total. Von Versuchen, die Pfalz panoramatisch zu fassen“ handelt vom Wandel der visuellen Kultur am Beispiel der Pfälzischen Ludwigsbahn, einer der ältesten Eisenbahnlinien Deutschlands.
Die Erfindung des Panoramas um 1800 und die Eisenbahn änderten Sehgewohnheiten, Geschwindigkeit, Raumverständnis und Bildproduktion nachhaltig. Männig zeigt auf, wie die Reise auf der Schiene zum Erlebnis wurde und das Prinzip der Horizontalen neue Ästhetiken hervorbrachte. Im Mittelpunkt steht das in der Ausstellung prominent gezeigte Eisenbahnpanorama des britischen Grafikers George Cooke Lambert, der in den 1840er Jahren in Südwestdeutschland tätig war.
Dr. Ludger Tekampe, Kulturwissenschaftler aus Speyer mit langjähriger Museumserfahrung, geht in seinem Vortrag „Volkskunden der Pfalz 1857-1867. Erwandert und erdacht“ den historischen und materiellen Voraussetzungen des „Volksbildes der Pfalz“ nach, das Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Tekampe beleuchtet, in welcher Weise das entworfene Bild im kollektiven Selbstverständnis von Pfälzerinnen und Pfälzern bis heute wirksam ist. Die Bedeutung der frühen Pfälzer Volkskunden für das Selbstbild der Region wird kritisch reflektiert sowie ein Bogen zu aktuellen Identitätsdebatten geschlagen. Der Eintritt ist frei.
Das könnte Sie ebenfalls interessieren:
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.