Start der Damenhandballbundesliga / TSG Ketsch/ Kurpfalz Bärinnen versus Thüringer HC
Auf ein Neues - Ketscher Kurpfalz Bärinnen starten am Samstag um 18 Uhr gegen die favorisierten Erfurterinnen vom Thüringer HC in die nächste Bundesligarunde/ Damenhandball

Archivfoto Merkel+Merkel: Verena "Ossi" Osswald, Amelie Möllmann und Cara Reuthal ( von links) letzte Bundesligasaison vor dem Spiel gegen die TusSies aus Metzingen...
  • Archivfoto Merkel+Merkel: Verena "Ossi" Osswald, Amelie Möllmann und Cara Reuthal ( von links) letzte Bundesligasaison vor dem Spiel gegen die TusSies aus Metzingen...
  • hochgeladen von Wolfgang Merkel

Nachdem durch den Abbruch der Bundesliga-Runde 2019/20 ( Corona !) der Abstieg ausgesetzt wurde, verblieben/verbleiben die Ketscher Handball-Mädels in der Bundesliga und starten am Samstag in der Neurotthalle in Ketsch ins zweite Abenteuerjahr Damenhandball-Bundesliga mit dem Plan, die Liga zu halten . Anpfiff 18 Uhr.

Sina Michels (Rechtsaußen/ Captain) äußerte sich gegenüber der "Handballwoche" dergestalt, dass die Saison eine Herausforderung würde und dass sie und ihre Teamkolleginnen alles dafür geben würden, mindestens den Relegationsplatz zu ergattern, das wäre der Platz mit der Unglückszahl 13. Drei Kandidaten steigen ab, der viertletzte Platz führt zur Relegation gegen den Zweiten der Zweiten Bundesliga...Die Zwickauerinnen, die Berlinerinnen von den Spreefüxxen und der VfL Waiblingen machen sich Hoffnungen ganz oben zu landen...

Diesen Relegationsplatz zu ergattern wird aber sehr, sehr schwer, denn Mainz 05, Bucholz 08-Rosengarten (Aufsteiger) und die Wildcats aus Halle (Aufsteiger) werden es den Kurpfalz Bären nicht einfach machen, diesen oder gar den zwölften Platz zu belegen.

Mainz 05 hat zwar Shooterin Alicia Soffel an die HSG Bensheim-Auerbach verloren und die Mitttelfeldstrategin Larissa Platen wechselte zu den Vipers nach Bad Wildungen, aber mit sechs Neuzugängen sind die Lücken geschlossen worden und Elisa Burkholder , Strategin im Rückraum rechts, hängt noch einmal eine Saison dran und dürfte das Team führen.

Die Luchse aus Buchholz - Rosengarten haben in der Vorbereitung gezeigt, dass sie nicht umsonst die letzten Jahre in permanente Meister in der Zweiten Liga geworden sind (1), haben sich im übrigen im Nachwuchs- und Perspektivbereich des Buxtehuder SV bedient , unter anderem mit der talentierten Maj Nielsen ( Juniorinnennationalspielerin), haben des Weiteren Natalie Axmann (Rückraum Mitte) und Melissa Luschnet (LA) geholt, allerdings mit Zeliha Puls (Füchse Berlin) , Johanna Heldmann (Buxtehuder SV) und Kim Land (eigene Reserve) schwerwiegende Verluste in personaler Hinsicht hinnehmen müssen.

Auf der anderen Seite haben sich die Luchse aber mit der 22-jährigen Schwedin Louise Cronstadt (Rückraum links/ OV Helsingborg), die über eine enorme Wurfgewalt verfügt und in den Vorbereitungsspielen nach Belieben traf, verstärkt.

Die Wildcats aus Halle haben sich dito gut verstärkt. Laut Handballwoche vom 1.9.2020 seien sie die aussichtsreichsten Kandiaten für einen potentiellen Relegationsplatz oder gar den zwölften Platz, also den ersten Nichtabstiegsplatz.
So kam die dänische Spielmacherin Cecilie Woller von Ajax Kobenhavn, es kam fürs Tor vom BvB die 19-jährige Thara Sieg, für den rechten Rückraum konnte Helena Mikkelsen vom VfL Oldenburg gewonnen werden , auf Linksaußen wechselte die kroatische Spielerin Marija Gudelj zum SV Union Halle und last but not least kam die erfahrene Alexandra Mazzucco vom Thüringer HC, erprobt auch in zahlreichen internationalen Matches, für die Rechtsaußenposition. Die Wildcats aus Halle sind wild entschlossen, dieses Mal die Klasse zu halten. 2018/19 war man ja nach einem Jahr Erste Liga direkt wieder abgestiegen.

Bei den Ketscher Ladies, seit der Entlassung von Katrin Schneider von Adrian Fuladdjusch gecoached, sind Neuzugänge nicht auszumachen.

Im Gegenteil: Carmen Moser , die Shooterin der letzten Saison, der im März abgebrochenen, wurde von der Neckarsulmer Sport Union abgeworben. Da der Vetrag mit Ketsch noch bis Sommer 2021 gelaufen wäre, dürfte eine Ablösese geflossen sein, die der Kasse gut tat, aber nur der.

Lara Eckhardt, dürfte Carmen Moser im Rückraum links jetzt ersetzen, Lara Eckhardt, die letzte Saison einige bemerkenswerte Spiele auf dieser Position gemacht hatte, die aber natürlich nicht 60 Minuten durchspielen kann. Verena "Ossi" Osswald, die ebenfalls im linken Rückraum zu Hause ist, fehlt bis auf Weiteres studienbedingt. So verbliebe die erst 18-jährige Jule Haupt, ein Talent, letzte Saison hauptsächlich in der Drittten Liga eingesetzt, dem allerdings die Spielerfahrung in puncto Bundesliga fehlt...
Sie wird Zeit brauchen ...

Noch gewichtiger scheint der Ausfall der Regisseurin Samira Brand, die sich an der Schulter verletzt hat, die Corona-Pause dürfte da mitgepielt haben, möglicherweise ein Trainingsschuss zu Trainingsbeginn zu viel ...

Die 21-jährige Lea Marmodee, ein Ketscher Eigengewächs, wäre nun der Backup für Samira Brand.
Aber ob die 1,68 Meter große Spielerin die Physis für 60 Minuten, für die Erste Liga überhaupt hat, darf bezweifelt werden.
Möglicherweise wird Saskia Fackel vom rechten Rückraum ins Zentrum "verschoben" ...man/frau wird sehen.

Für Entlastung werden auch Cara Reuthal (19 Jahre, letzte Saison aus Erlangen gekommen) und Amelie Möllmann (19 Jahre, letzte Saison von Hannover-Badenstedt nach Ketsch gewechselt) im rechten Rückraum bzw. auf Rechtsaußen sorgen müssen, denn Sophia Sommerrock und Sina Michels (Kapitänin) werden spätestens in der zweiten Hälfte der Matches eine Auszeit brauchen.

Summa summarum erscheint der Kader recht dünn, nach den weiteren Ausfällen zu dünn.
Sicher gibt es noch Talente im Juniorinnen - Team wie Sara Goudarzi, aber das Tempo und die Härte sind in der Ersten Liga doch ganz andere Faktoren als in der Dritten Liga und da der Abstiegskampf von Anfang an beginnt, verbleibt eigentlich keine Zeit, Talente heranzuführen, wiewohl Adrian Fuladdjusch ja jahrelang die Juniorinnen betreut hat und die Talente des Teams sehr gut kennt.

Im Tor, in das Sabine Stockhorst nicht mehr zurückkehren wird, werden sich Katrin Rüttinger, Johanna Wiethoff und Leonie Moormann die Einsatzzeiten je nach Form und Verfassung teilen.
Katrin Rüttinger hatte in der Rückrunde größere Einsatzzeiten nach dem Trainerwechsel von Katrin Schneider zu Adrian Fuladdjusch erhalten, nicht ausgeschlossen , dass sie sich auf Dauer im Gehäuse etabliert.

Was den Terminplan angeht, sind die Spiele am 12.9. in Neckarsulm und am 26.9. in Halle erste wichtige Gradmesser , wohin die Reise geht. Am 1.11. steht das Lokalderby und Heimspiel gegen Bensheim-Auerbach an, wo hoffentlich die Ketscher Neurott-Halle , die eine Kapazität von 1000 Zuschauern hat, ca. 500 Zuschauern Platz bieten darf...Corona hin, Corona her...
Im Moment dürfen in württembergische Hallen 500 Personen, zieht man das Personal der Teams, die Spielerinnen, Coaches, Betreuer, SchiedsrichterInnen usw. ab, dann kann man/frau in Ketsch, Göppingen, Tübingen, Neckarsulm, Metzingen, Bietigheim mit circa 450 Zuschauern kalkulieren, bis zur nächsten Infektionsordnung, die dann hoffentlich etwas handballfreundlicher ausfällt, von bundesland zu Bundesland aber unterschiedlich sein dürfte. In Rheinland Pfalz dürfen im Moment nur 150 Personen in die Hallen.
Man muss das nicht unbedingt verstehen...Corona...

Prognose:
Das Auftaktspiel gegen den Thüringer HC am Samstag (5.9./18 Uhr) wird, obschon die Thüringerinnen sich nach zahlreichen Ab-und Zugängen noch finden müssen, nicht zu gewinnen sein, dafür dürfte der Kader der Erfurterinnen zu stark sein. Man denke nur an die Neuzugänge Emma Ekenman-Fernis von Sävehof aus Schweden gekommen oder an die international erfahrene Tschechin Marketa Jerabkova, die letzte Saison in der ungarischen Liga spielte (Erd HC).
Die überragende zentrale Regisseurin Iveta Koresova , die vor kurzem Mutter geworden ist, wird Zeit brauchen, bis sie ins Mittelfeld der Erfurterinnen zurückkehrt, am Samstag also nicht zu bewundern sein...

1) aus finanziellen Gründen hatten die Luchse von Buchholz08-Rosengarten dreimal auf den Aufstieg verzichtet.

Wolfgang Merkel

Autor:

Wolfgang Merkel aus Haßloch

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