Joachim Goltz wird das 51. Mannemer Bloomaul
Wenn ein (Kinder)- Traum in Erfüllung geht

„Do is mei Mannem“: Das neue Bloomaul Joachim Goltz.  foto: pix

von Peter Engelhardt

Mannheim. „Jetzt soll ich bestimmt wieder auf einem Geburtstag oder einer Beerdigung singen“, war der erste spontane Gedanke als Professor Achim Weizel, Mitglied des Bloomaulentscheider-Triumvirats, bei ihm auftauchte. Als der designierte Würdenträger jedoch dann den wahren Grund des Besuches erfuhr, schossen ihm vor Freude und Ungläubigkeit die Tränen in die Augen.

In diesem Moment ging für den gebürtigen Mannemer ein Kindheitstraum in Erfüllung. Joachim Goltz (46), ausgebildeter Bariton und seit vielen Jahren am Mannheimer Nationaltheater engagiert, wird am kommenden Sonntag in seinem „beruflichen Wohnzimmer“ die höchste bürgerliche Ehre dieser Stadt zuteil. 1988 kam er erstmals mit der kulturellen Einrichtung in Kontakt. Über ein geschenktes Theater-Abo wurde die „Zauberflöte“ die Eintrittskarte für eine sehr erfolgreiche Karriere. „Ich habe auf die Bühne geschaut, habe das Bühnenbild gesehen, die Sänger und Sängerinnen und wusste, das ist meine Welt,“ war für Joachim Goltz an jenem Abend klar, womit er zukünftig seinen Lebensunterhalt verdienen wollte. Wenige Tage später hatte er bereits eine Statistenrolle mit kleiner Gesangsrolle in dem Stück „Billy Budd“ von Benjamin Britten .

„Ein bisschen Dialekt muss sein“

Von da an ging die musikalische Entwicklung doch recht zielgerichtet ihren Weg. Ab 1991 nahm der damals 18-jährige Schüler Joachim Goltz professionellen Gesangsunterricht an der städtischen Musikschule Mannheim sowie am Nationaltheater, baute sein Abitur am Elisabeth-Gymnasium, machte seinen Zivildienst in der Diakonie und verlor sein großes Ziel nicht mehr aus den Augen.
Mit seinem Stimmbruch verlagerte er seine Sangeskunst in die tieferen Stimmetagen und der Gesangsunterricht an der Hochschule für Musik in Detmold sowie privater Unterricht führten im Jahre 2004 zum erfolgreichen Abschluss als Diplom-Sänger. Was sich so nüchtern las, eröffnete ihm in den Folgejahren die Möglichkeit unterschiedlicher Festengagements an den verschiedensten Staatstheatern des Landes. Inzwischen war er auch verheiratet, heute ist er stolzer Vater dreier Töchter. Seit 2014 ist Joachim Goltz festangestellter Bariton am Nationaltheater Mannheim und endgültig angekommen. „Ich liebe meine Stadt und egal wo ich war, Mannheim war stets in meinem Herzen und mein Lebensmittelpunkt.“ Jetzt wird er in seiner Stadt Bloomaul. „Das was für Parsifal bei Richard Wagner der Heilige Gral ist, das ist für mich diese Auszeichnung. Bloomaul ist der Heilige Gral Mannheims.“
Seine Zuneigung zur Quadratestadt bringt Joachim Goltz schon länger in ganz spezieller Weise zum Ausdruck. In seinen Gesangsstücken lässt er es sich nicht nehmen, ab und an den ’Mannemer Dialekt’ einfließen zu lassen. „Ein bisschen Dialekt in der Oper kann ja nichts schaden“, sagt er grinsend. Während er das aber schon im Vorfeld mit seinen musikalischen Mitstreitern oder Regisseuren abstimmt, ist die Operndirektion nicht so ganz ’amused’ über die „sprachlich-musikalischen Ausreißer“. „Sie haben mich gebeten, das nur an speziellen Tagen zu machen“. Der kommende Fasnachtssonntag bietet sich ja geradezu an für eine derartige Kostprobe.
Den Blumepeter um den Hals gehängt bekommt das neue Bloomaul im Rahmen der heiteren mit viel Applaus bedachten Neuinszenierung der Opera Buffo „Don Pasquale“ von Gaetano Donizetti. (Die Aufführung beginnt um 19 Uhr, die Verleihung erfolgt nach der Pause, das Stück endet gegen 21.30 Uhr).
Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der gebürtigen Kanadierin Jody Fox und seinen Töchtern und dem gesamten Haus freut er sich auf den großen Moment: „Es ist für mich wie der kleine Junge, der immer in die Sterne guckt und vom Mondflug träumt.“
Jetzt geht ein Herzenswunsch in Erfüllung. Und auch wenn seine mittlere zehnjährige Tochter sich freut, eventuell Ordensbruder Bülent Ceylan kennenzulernen, wird der Stolz und die Freude ganz dem Papa gehören. Und wer weiß: vielleicht verdrückt dieser wieder die ein oder andere kleine Träne vor Freude. Und wenn er sich dann in den Arm kneift, wird er realisieren: Ich bin Bloomaul. pete

Autor:

Peter Engelhardt aus Mannheim

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