Möglichkeiten der Betreuung in Kitas
Unterschiedlichste Konzepte

Ob Freinet-, Montessori- oder Wald-Kindergarten - letztlich geht es bei allen Konzepten darum, dass sich die Kinder entsprechend ihrer Bedürfnisse entwickeln können
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Kinderbetreuung. Laut Statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland derzeit 57.600 Kindergärten mit 3,7 Millionen Kindern. Somit liegt die Betreuungsquote der Drei- bis Sechsjährigen bei 92,5 Prozent. Es ist kein Geheimnis, dass jedes Kind individuell ist und unterschiedliche Ansprüche und Bedürfnisse hat. Daran hat sich auch die Kindertagesbetreuung angepasst und entwickelt immer mehr Konzepte. Die ARAG Experten nehmen den internationalen Umarmt-Eure-Kinder-Tag am 19. Juli zum Anlass und stellen einige Modelle vor:

Der Waldkindergarten

Diese Form ist wohl eine der bekanntesten. 1968 von Ursula Sube erstmals in Deutschland etabliert, kommt diese Idee ursprünglich aus Skandinavien. Die Idee: Die Kreativität in der Natur anzuregen und mit ihr im Einklang zu leben. Daher wird auch oft vom Naturkindergarten gesprochen. Es gibt keine Bausteine oder Spielfiguren, sondern es wird mit dem gespielt, was die Natur hergibt, wie etwa Matsch, Äste oder Blätter. Egal, welche Wetterbedingungen herrschen, die Kinder spielen in der Regel draußen; nur für gefährliche Wetterlagen gibt es Unterstände oder Bauwagen. Deswegen ist es hier besonders wichtig, Kinder wetterfest auszustatten.

Der Bewegungskindergarten

Dieses Konzept beruht auf dem natürlichen Bewegungsdrang des Kindes. Es sieht Bewegen, Handeln, Fühlen, Denken und Wahrnehmen als eine sich gegenseitig ergänzende Einheit. Die Räume sind mit Materialien ausgestattet, die zur Bewegung animieren und sie fördern. Das können Schaukeln, Taue, Bälle, Tücher oder kleine Kletterwände sein. Die motorischen Grundbewegungen wie zum Beispiel Laufen, Klettern oder Balancieren werden dadurch besonders gefördert, um „selbstbestimmtes Lernen durch Bewegung“ zu erschaffen. Oftmals kooperieren diese Kitas mit Sportvereinen.

Der Reggio-Kindergarten

Loris Malaguzzi aus der italienischen Stadt Reggio nell’Emilia war als Psychologe und Pädagoge der Ansicht, dass Kinder durch ihre neugierige Art ihren Kindergarten-Tag selbst gestalten sollen. Dieses Erziehungskonzept basiert darauf, dass sich Lernen aus dem Alltag ableitet und somit die Selbstständigkeit gefördert wird. Der Kindergarten hat einen zentralen Platz, die „Piazza“, die beispielsweise von Ateliers, Werkstätten oder Denk-Ecken umgeben ist. Reggio-Kitas arbeiten in Projekten, oft in enger Zusammenarbeit mit den Eltern. So wird beispielsweise das Spielzeug selbst erstellt.

Der Waldorf-Kindergarten

1920 erschuf Rudolf Steiner dieses etwas spirituelle Konzept. Hier geht es um den Einklang von Seele und Geist. Dieser Entwurf inkludiert einen festen Alltagsrhythmus und konzentriert sich auf die kreative und musikalische Förderung der Kinder. Das Lernen funktioniert hier durch Nachahmen und Beobachten, wodurch Erziehern und Eltern eine wichtige Vorbildfunktion zukommt.

Der Freinet-Kindergarten

Celestin und Elise Freinet konzipierten 1920 in Südfrankreich diesen Entwurf, in dem sich die Persönlichkeit des Kindes frei entfalten soll. Das Ziel: Kindern einen verantwortungsvollen und achtsamen Umgang mit der Umwelt beizubringen. Hier entscheiden Kinder selbst, wie sie ihren Tag gestalten möchten. Auch der Mittagsschlaf ist hier eine freiwillige Entscheidung des Nachwuchses.

Das Montessori-Kinderhaus

Die italienische Ärztin Maria Montessori sagte, dass jedes Kind einen „Bauplan der Seele“ in sich trägt. Dabei ist das eigenständige Lernen und Entscheiden der Kinder von Bedeutung. So wird ihnen die Chance gegeben, Dinge selbst auszuprobieren, Fehler zu erkennen und diese zu korrigieren. Die Erzieher unterstützen lediglich. Speziell entwickelte Montessori-Materialien in den Kategorien Sprachförderung, Bewegung, Sinnesbildung oder mathematisches Verständnis fördern das Prinzip „Hilf mir, es selbst zu tun“.

Der spielzeugfreie Kindergarten

Seit 1992 wird sich hier der Konsumgesellschaft entgegengestellt. Da Spielzeug oft eine kleine Erwachsenenwelt darstellt, soll hier die Kreativität angeregt werden, indem die Kinder ihr eigenes Spielzeug herstellen. Besonders das Nichts-Tun und Tag-Träumen der Kinder wird unterstützt, um sie auf den Spielzeug-Entzug vorzubereiten.

Der bilinguale Kindergarten

Aus dem Namen lässt sich schon herleiten, dass die Kinder ihren Kindergarten-Alltag zweisprachig erleben. Vor allem in Grenzgebieten oder Großstädten finden sich bilinguale Kitas. Unterstützt werden diese Einrichtungen oft von Muttersprachlern.

Der integrative Kindergarten

Kinder mit und ohne Behinderung werden hier gemeinsam betreut. Es sollen Werte wie Rücksicht und Toleranz gestärkt werden. Jedes Kind wird gleichermaßen in die Aktivitäten eingebunden. Somit entsteht ein Gefühl von Zugehörigkeit für die einen und das Erlernen von Empathie für die anderen.

Die rechtliche Seite

Egal, ob man sich für einen städtischen, kirchlichen oder privaten Kindergarten entscheiden oder welchem Konzept man vertraut – auch die rechtlichen Hintergründe sollte man kennen. „Habe ich Anspruch auf einen Platz in meiner Wunsch-Kita? Wie kann ich einen Vertrag mit der Kita kündigen? Was muss ich wissen, wenn ich eine eigene Kindertagesstätte gründen möchte?“ Antworten auf Fragen wie diese haben die ARAG Experten hier zusammengetragen:

Kündigungsfristen
Rechtsanspruch Kita-Platz 
Kita-Platz einklagen und Alternativen
Eine eigene Kita gründen ps

Autor:

Jessica Bader aus Ludwigshafen

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