Terrorübung mit 250 Einsatzkräften
Charlie Hebdo in Ludwigshafen

Polizisten stürmen das Verlagsgebäude, in dem ein Anschlag verübt wurde, so das Übungsszenario.
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  • Foto: Roland Kohls
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Otterstadt. Das Vorgehen von den verschiedenen Einsatzkräften von Polizei und Rettungskräften bei einem Terroranschlag auf ein Verlagsgebäude wurde bei einer Großübung auf dem Wasserplatz Reffenthal geübt.

Plötzlich fallen Schüsse. Zwei Täter sind in das Verlagsgebäude des „Rheinblicks“ eingedrungen und schießen auf alles, was sich bewegt. Eben gingen die Kollegen noch ihrer Arbeit nach, alles war entspannt, ein netter Plausch hier, ein klingelndes Telefon dort. Doch als die Männer in dunkler Kleidung in den Raum kommen, ändert sich von einem auf den anderen Augenblick alles.
Nach wenigen Minuten trifft die Polizei ein. In Formation stürmen sie das Gebäude. Wieder fallen Schüsse: Ein Täter stirbt, der andere flüchtet. So war das Szenario ähnlich wie bei dem Anschlag auf die Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo in Paris bei einer Großübung auf dem Wasserplatz Reffenthal, zwischen Otterstadt und Speyer. „Lebensbedrohlichen Einsatzlage“, wie es im Behördendeutsch heißt. Geübt wurde das Vorgehen von Schutzpolizei, Sondereinsatzkommando, Kriminalpolizei und Kriminaltechnik sowie den Rettungskräften.
In dem Verlagsgebäude: Blutlachen und Patronenhülsen auf dem Boden, auch die Wände sind blutverschmiert, neben dem Schreibtisch sitzt eine leblose Person, vor ihm liegt die Leiche des getöteten Attentäters, neben ihm sein Gewehr. Zwei Männer in weißen Schutzanzügen beugen sich über den Toten – zwar sind die Toten nur Puppen, aber die Polizeibeamten sichern die Spuren, die sie vorfinden, wie bei einem realen Vorfall. Zuvor hatten die Rettungskräfte die Verletzten aus dem Gebäude geholt, um sie zu versorgen. Währenddessen sieht man auf dem benachbarten Gelände Polizisten an Häuserecken lauern. Dort wird nach dem flüchtigen Täter gefahndet.

Zusammenspiel der Einsatzkräfte

Für die Beamten ist es innerhalb kürzester Zeit, als ob sie tatsächlich in der Situation sind, versichert ein Polizeisprecher. Und so wichtig es ist, das Zusammenspiel der einzelnen Einheiten zu trainieren, so wichtig ist die Abstimmung zwischen den unterschiedlichen Beteiligten. So ist beispielsweise auch das Zusammenspiel von Polizei und Rettungskräften ein wesentlicher Bestandteil der Übung. "Solche komplexen und hoch gefährlichen Einsatzlagen, wie wir sie hier vorfinden, sind nur mit einer professionellen Vorbereitung zu bewältigen“, sagte Rheinpfalz-Polizeipräsident Thomas Ebling. Ein polizeilicher Erfolg sei dabei ohne ein reibungsloses Zusammenspiel mit Feuerwehr und Rettungskräften nicht vorstellbar, so der Polizeipräsident. Insgesamt waren rund 250 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten an der Übung beteiligt. „Es ist eine außergewöhnliche Lage, die wir in unserem Alltag nicht kennen“, sagte Kreisfeuerwehrinspekteur Patrick Janz. Umso wichtiger ist es, dass dann alle Strukturen stehen und sich jeder auf den anderen verlassen kann. (gib/rk)

Polizisten stürmen das Verlagsgebäude, in dem ein Anschlag verübt wurde, so das Übungsszenario.
Nach allen Seiten sichern sich die Polizeibeamten beim Sturm des Gebäudes ab.

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