Bauprojekte in Karlsruhe unter der Lupe
Karlsruher Großprojekte: Stadion, Staatstheater, & Stadthalle


Die Fraktion der Freien Wähler und der Wählergruppe FÜR Karlsruhe veröffentlichte diese Woche einen Vergleich der Karlsruher Großprojekte Stadionneubau, Staatstheatersanierung und der Stadthalle.

Ein neuer Gast, eine neue Folge
Für die Sendung namens "Nerdecke" hatte die Fraktion den Baufachmann Dipl.-Ing. Markus Schneider eingeladen, der mit zwanzig Jahren Erfahrung im öffentlichen Bau einen geschärften Blick auf die Großbauprojekte der Stadt wirft. Gemeinsam mit Fraktionsgeschäftsführer Micha Schlittenhardt spricht er über die drei großen und medienwirksamen Bauprojekte der Stadt: das Badische Staatstheater, die Stadthalle und das Wildparkstadion des KSC.

Die Bauprojekte im Vergleich
Alle drei Projekte sind nicht völlig frei von politischen Spannungen oder Problemen. Die Bauzeiten - die während des Bauprozesses oftmals angepasst worden sind - variieren in ihrer Baulänge und Kostensteigung, was insbesondere an der Größe, der Komplexität und fehlenden Zielen liegt. Das Badische Staatstheater befindet sich schon seit einiger Zeit im Bauprozess und konnte seine Kosten wie auch seine Zeitplanung nicht einhalten. In dem Gespräch wird deutlich, dass man mit einer Bauzeit von bis zu 12 Jahren rechnen kann (2022 bis 2034). Auch die Stadthalle, die unter den drei Großprojekten als größtes Sorgenkind gilt, hat ihre Probleme, wird jedoch aller Voraussicht nach 2024 abgeschlossen und bis zu 78 Millionen Euro kosten. Das Wildparkstadion soll im Sommer 2022 fertiggestellt werden und wird dann 143 Millionen Euro gekostet haben, ein Projekt, das neben den Spannungen zwischen Ingo Wellenreuther (CDU) und Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) wohl äußerst erfreulich verlief - natürlich kann sich durch Verzögerungen oder weitere politische Spannungen der Bauprozess auf weitere Jahre ausdehnen.

Badisches Staatstheaters im Fokus
Besonders das Badische Staatstheater leidet unter einem Anstieg bei den ermittelten Kosten. Die Fraktion stellt sich nach der dramatischen Kostenexplosion auf weitere böse Überraschungen ein. Die derzeitigen Gesamtbaukosten belaufen sich laut Oberbürgermeister Mentrup auf 580 Millionen Euro, dabei sind Kosten der Außenanlagen, des beweglichen Interieur und Interimsmaßnahmen einberechnet, die von der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg jeweils hälftig aufgebracht werden müssen. Zum Vergleich: 125 Millionen Euro wurden 2014 ursprünglich als Baugesamtkosten genannt. Damals hieß es, der Preis sei gedeckelt und kostenkontrolliert, heute lautet es aus dem Rathaus, der Preis wäre politischer Natur gewesen. Neue, günstige Ansätze wurden von der Politik bisher weitestgehend abserviert. Nun wird in der "Nerdecke" ein kompletter Neubau des Staatstheaters an selber Stelle durchgerechnet: Für eine vollständig neue Sanierung des Theaters müsste die Stadt eine Baugesamtsumme von 313 Millionen Euro zahlen. Demzufolge wäre ein Neustart rund 60 Millionen Euro billiger als die Fortsetzung der derzeitigen Sanierung. Laut Schneider wäre auch eine Neuausschreibung des Bauprojekts nicht von Nöten, da keine neue Bauaufgabe entstanden ist, sondern die Entwürfe und Vorstellungen des Theaters gleich bleiben - aber mit reduziertem Risiko.

Ein Fazit
Aus bautechnischer Sicht prangert Markus Schneider die undurchdachte Planung und unklare Zielsetzung an. Ein Baustillstand hätte mit Weitsicht und klar gesetzten Zielen verhindert werden können. Nach Meinung der Fraktion sieht Micha Schlittenhardt eine größere Verantwortung der Politik, Fehler zuzugeben und neue Ansätze ehrlich zu diskutieren. Eine viel zu lange Zeit haben politische Verantwortungsträger die warnenden Zeichen der Großprojekte nicht wahrgenommen. Die Kosten dafür werden jetzt getragen.

Autor:

Marius Meger aus Karlsruhe

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