Graffiti in Kaiserslautern in den Griff bekommen
Stadtbildpflege regt Arbeitsgruppe an

Kaiserslautern. Das Qualitätsmanagement der Stadtbildpflege Kaiserslautern (SK) bewertet mit Hilfe eines Qualitätssicherungssystems die Sauberkeit in der Kernstadt Kaiserslautern. Eine Auswertung des Zeitraums Januar bis Juni 2020, die den Corona-Lockdown einschließt, dokumentiert einen sprunghaften Anstieg von illegalen Graffitis um 30 bis 40 Prozent. „Nur noch wenige Straßen in der Kernstadt sind ohne Graffiti oder Beklebungen. Neun von zehn Verteilerkästen sind mit Graffiti verunstaltet. Betroffen sind sowohl öffentliche als auch private Flächen und Gebäude“, stellt stellvertretende SK-Werkleiterin Andrea Buchloh-Adler fest.

Die Sachbeschädigung durch illegale Graffitis ist nicht zu unterschätzen. So beziffert beispielsweise der Zentralverband der Deutschen Haus- und Grundeigentümer die jährlichen Kosten auf 500 Millionen Euro, um Graffiti zu entfernen, wobei die Hälfte von privaten Eigentümer*innen getragen wird.

Die Zuständigkeiten bei den betroffenen öffentlichen Flächen und Gebäuden in der Stadt Kaiserslautern verteilen sich auf viele Schultern und so unterschiedlich sind auch die Vorgehensweisen beim Umgang mit illegalen Graffitis. „Mit der Gründung einer Arbeitsgruppe wollen wir Richtlinien festlegen, wie gemeinschaftlich mit illegalen Graffitis verfahren wird“, so Bürgermeisterin Beate Kimmel, der die Sauberkeit des Stadtbilds und das Sicherheitsempfinden der Bürger*innen am Herzen liegt.

Neben der SK, die federführend ist, sind die städtischen Referate Gebäudewirtschaft, Tiefbau (Abteilung Straßenbeleuchtung), Finanzen und Haushalt (Abteilung Liegenschaften), Grünflächen und die SWK der Arbeitsgruppe zugehörig. „Wir sind offen für weitere Teilnehmer und empfänglich für zielführende Ideen und Vorschläge“, erklärt Andrea Buchloh-Adler in der konstituierenden Sitzung Anfang Oktober, in der auch die Bürgermeisterin präsent war.

Einig ist man sich darüber, dass eine gemeinsame Koordinationsstelle mit Ansprechpartner bei der SK geschaffen wird. Hier sollen die Belange in Bezug auf Graffiti zusammenfließen und nach festgelegten Handlungsrichtlinien bearbeitet werden. Primäres Ziel bei illegalen Graffitis ist, schnell zu reagieren und diese innerhalb kurzer Zeiträume zu entfernen, um Nachahmung zu unterbinden. Die SK, die über entsprechendes Personal, Arbeits- und Reinigungsmaterial und Know-how verfügt, hat bereits erste Versuche der Graffitientfernung erfolgreich absolviert. Mit dem neuen Folder „Graffiti-Entfernung“ wird die SK-Dienstleistung bei betroffenen Eigentümern beworben.

Doch nicht nur die Entfernung der illegalen Graffitis war Thema der Arbeitsgruppe, sondern auch die Hintergründe, deren Entstehung und mögliche Maßnahmen, die zur Vermeidung von ungewollten Sprühereien, Malereien und Aufkleben von Stickern beitragen, wurden diskutiert.

Graffiti gilt als Symbol der Rebellion, das in die richtigen Wege geleitet und legal, auch als Kunst verstanden werden kann. Die Techniken des Graffitis sind Grundlage für einige der fantasievollsten und ergreifendsten Straßenkunstwerke. In diesem Zusammenhang hat die SWK bereits gute Erfahrungen mit der Freigabe von Verteilerkästen und Fassaden von Versorgungsgebäuden für Graffiti-Künstler*innen und Graffiti-Workshops gemacht. Auf diese Erfahrungen aufbauend, möchte die Arbeitsgruppe eine ansprechende Öffentlichkeitskampagne zum Thema Graffiti erarbeiten.

Bürgermeisterin Beate Kimmel ist überzeugt von der Wirkungskraft und Kreativität der Graffiti-Arbeitsgruppe: „Wir haben Synergiepartner*innen gefunden, die sich gemeinsam für ein schönes, sauberes, sicheres und liebenswertes Kaiserslautern stark machen“. ps

Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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