Nicht knoddern, es könnte die Rettungshundestaffel sein
Hindernisse in Zeiten von Corona

Die Labrador Retriever Hündin Pepper ist fündig geworden und zeigt an, wo sich die gesuchte Person befindet
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  • Die Labrador Retriever Hündin Pepper ist fündig geworden und zeigt an, wo sich die gesuchte Person befindet
  • Foto: Jasmin Schäpan
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BRH Rettungshundestaffel Kaiserslautern.Dem gemeinen Pfälzer wird generell recht viel Lebensfreude und Geselligkeit nachgesagt. Aber sie oder er kann auch durchaus zum „Knodderer“ mutieren, mit der oder dem nicht gut Kirschen essen ist. Letztgenanntem Wesenszug bekommen die Mitglieder der Rettungshundestaffel Kaiserslautern in Zeiten von Corona häufiger zu spüren, wenn sie zu ihren Trainingseinsätzen in den Wäldern in und um Kaiserslautern ausrücken.

Von Ralf Vester

Wenn sich eine kleine Fahrzeugkolonne ihren Weg in den Wald bahnt, schlägt ihnen zunächst meist Feindseligkeit entgegen. „Da zurzeit besonders viele Spaziergänger und Radfahrer den Wald genießen, stoßen wir leider immer wieder auf Missmut und Unverständnis. Die Menschen können auf Anhieb natürlich nicht wissen, was wir im Wald tun und dass wir das nicht nur dürfen, sondern auch unbedingt müssen, um stets einsatzbereit zu bleiben“, berichtet Jasmin Schäpan, Medienwartin der Rettungshundestaffel Kaiserslautern.

Erklärungsversuche dringen eher selten durch

Die Leute würden oft mit dem Kopf schütteln, schimpfen und manchmal sogar vermuten, dass sich die Gruppe heimlich im Wald treffe, um die Corona-Beschränkungen zu unterlaufen, erzählt sie. „Wir kommen manchmal gar nicht zu Wort, um erklären zu können, was und warum wir das tun.“ Dass sie derzeit mit mehreren Fahrzeugen in einem kleinen Konvoi ins Grüne gelangen, hat simple Gründe.

„Momentan dürfen wir nur in kleinen Gruppen unter ganz strengen Maßnahmen und Hygieneauflagen mit unseren Hunden trainieren. Und das ist nun mal überwiegend im Wald, weil das meistens die Kulisse darstellt, in denen Menschen vermisst werden. Da wir hierzu jede Menge Material benötigen und immer unsere Einsatzausrüstung dabeihaben, um spontan zu einem Einsatz ausrücken zu können, müssen wir mit unseren privaten Pkw in den Wald fahren. Auch unsere Hunde haben ihre Boxen im Auto. Dort müssen sie in ihren Pausen warten. Da wir uns penibel an die Corona-Auflagen halten, sind Fahrten zu zweit oder zu dritt derzeit einfach tabu. Ohne Auto im Trainingsgebiet geht‘s leider nicht“, erklärt Jasmin Schäpan.

Reges Interesse an der Arbeit der Rettungshundestaffel

Für die erste Empörung der Ruhe und Erholung suchenden Spaziergänger hat die Staffel dabei absolut Verständnis. Aber wenn sie dann mal die erste Verärgerung durchdrungen haben und sich erklären dürfen, ergeben sich oft angenehme Gespräche und reges Interesse an ihrer Tätigkeit. Die Arbeit einer Rettungshundestaffel ist von unschätzbarem Wert. Nicht von ungefähr ist die Staffel ein wichtiger Bestandteil der Katastrophenschutz-Einheit des Landkreises Kaiserslautern und steht 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und an 365 Tagen im Jahr auf Abruf bereit.

Die Gebiete, in denen trainiert wird, sind vom hiesigen Forst und Katastrophenschutz ausdrücklich genehmigt und zugewiesen. Das Haupteinsatzgebiet ist die Flächensuche, zum Beispiel nach vermissten Kindern oder verwirrten älteren Personen. Deshalb werden bei der Rettungshundestaffel Kaiserslautern hauptsächlich Flächenhunde ausgebildet. Inzwischen hat sich zudem erfolgreich eine Trümmergruppe etabliert. Seit 2017 steht ihnen für die Trümmersuche das rund 3.000 Quadratmeter große Areal am Kniebrech in Kaiserslautern zur Verfügung. Auch das Mantrailing, bei dem die extrem feine Nase der Hunde gefragt ist, gehört zu den vielfältigen Aufgaben.

Die Hunde müssen im Ernstfall verschiedene Situationen meistern. So will zum Beispiel nicht jeder Gesuchte auch gefunden werden. Zudem kann eine vermisste Person Angst vor Hunden haben oder aus medizinischen Gründen verwirrt sein und untypisch reagieren. Trotz all dieser Unwägbarkeiten muss der Rettungshund an der gefundenen Person dranbleiben und anzeigen, wo sie sich befindet.

Verschärfte Corona-Auflagen erschweren die Trainingsmöglichkeiten

Zurzeit besteht die Lautrer Staffel aus 25 aktiven Mitgliedern, neun geprüften Rettungshunden und weiteren sechs Junghunden in der Ausbildung. Die aktuelle Corona-Lage mit Notbremsen in Stadt und Landkreis samt Ausgangssperren nach 21 Uhr bereitet auch der Rettungshundestaffel Kaiserslautern große Sorgen. Bereits beim ersten harten Lockdown im vergangenen Jahr war man für mehrere Monate gezwungen, das Training einzustellen. Falls sich das wiederholt, wäre das fatal, da die Hunde kontinuierliches Training brauchen und Automatismen einstudiert werden müssen – und das auch in der Dunkelheit.

Wer also demnächst im Wald einige Autos passieren lassen muss: Bitte nicht gleich losknoddern, warum die unbedingt mit ihrer Karre in den Wald müssen und nicht wie jeder andere auch vom Parkplatz aus zu Fuß mit ihrem Hund losgehen können. Es könnte die Rettungshundestaffel sein, die auf dem Weg zu ihrer wertvollen Arbeit ist. Die dürfen das und die müssen das sogar.

Schnupperkurse und Patenschaft möglich

Interessierte können gerne einen Blick hinter die Kulissen werfen. Die Lautrer Staffel bietet in Zeiten von entspannteren Corona-Zahlen hierfür eigens Schnupperkurse oder Probetrainings an, in denen sich jeder selbst ein Bild von der Vielfalt der Rettungshundearbeit machen kann. Weder der Hund noch der Hundeführer müssen dabei Erfahrungen in der Ausbildung zum Rettungshund nachweisen. Und zu guter Letzt gibt es auch noch die Möglichkeit einer Patenschaft, die eine entsprechende Urkunde sowie regelmäßige Informationen über den Patenhund beinhaltet.

Weitere Informationen:
BRH Rettungshundestaffel Kaiserslautern e.V.
Im Stenzental 20
67685 Schwedelbach
Telefon: 0172 9008916
E-Mail: info@rhs-kl.de
www.rhs-kl.de

Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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