Polizeipräsidium Westpfalz zeichnet Menschen für Zivilcourage aus
"Helden des Alltags" mit Medaille geehrt

 "Zivile Helden" wurden im Rahmen einer Feierstunde geehrt
  • "Zivile Helden" wurden im Rahmen einer Feierstunde geehrt
  • Foto: Polizeipräsidium Westpfalz
  • hochgeladen von Stephanie Walter

Kaiserslautern. Viele Superhelden können fliegen, sich unsichtbar machen oder mit anderen tollen Superkräften Menschen das Leben retten. Egal ob Batman, Spiderman oder Superwoman - die Hollywoodhelden haben unzählige Fans weltweit. Kein Wunder, denn wer findet es nicht cool, wenn sich Menschen für andere einsetzen. Ein "Lauterer-Superman" oder eine "Catwoman Of Pirmasens" würde den Polizistinnen und Polizisten in der Westpfalz zwar die Arbeit erleichtern, doch bislang sahen wir solche Figuren nur im Film oder in Comics. Aber das macht nichts! Unsere Helden brauchen keine besondere Superkraft oder ein tolles Kostüm, denn allein durch ihr ehrenhaftes Verhalten zeichnen sie sich aus. Unsere "Zivilen Helden" schauen hin, wo andere wegschauen. Deshalb lud das Polizeipräsidium Westpfalz am Dienstagnachmittag sieben Menschen ein, die Zivilcourage bewiesen und sich dadurch von der breiten Masse abgehoben hatten. Polizeipräsident Michael Denne begrüßte die "Helden des Alltags" zu einer kleinen Feierstunde in Kaiserslautern. Er überreichte ihnen als Anerkennung und Dankeschön die Medaille des Polizeipräsidiums Westpfalz sowie eine Urkunde.

Im Laufe eines Jahres werden der Polizei unzählige Vorfälle gemeldet. Aus der Vielzahl der Ereignisse haben wir vier ausgewählt, bei denen sich zwei Frauen und fünf Männer im Alter zwischen 17 und 78 Jahren durch ihr couragiertes Verhalten besonders hervorgetan haben:

Mediale Aufmerksamkeit erreichte ein Fall im Mai 2018. Ein Mann attackierte in der Kaiserslauterer Fußgängerzone zwei Schausteller mit einer Eisenstange und verletzte diese schwer. Drei couragierte Personen beobachteten die Tat und schritten sofort ein. Sergej Gepting (25), Rudolf König (78) und Manuel Kröger (17) konnten den Angreifer überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizeistreife festhalten. Durch ihr Einschreiten konnten die Männer weitere Straftaten verhindern. Alle drei erhielten deshalb bereits im Dezember 2018 eine Auszeichnung für Zivilcourage durch Innenminister Roger Lewentz.

Ein Menschenleben konnten Daniel Becker (30) und Carl Dupski (50) im März 2019 retten, als sie auf dem Parkplatz Entenpfuhl (A6) bei einem Dialysepatienten Reanimationsmaßnahmen getroffen hatten. Der Mann war von der Autobahn abgefahren und hatte seinen PKW auf dem Parkplatz zum Halten gebracht. Er stieg aus, brach zusammen und zeigte schließlich keine Vitalfunktionen mehr. Die zufällig auf dem Parkplatz anwesenden Herren Becker und Dupski erkannten die Situation, setzten einen Notruf ab und begannen zügig und couragiert den Mann bis zum Eintreffen des Rettungswagens zu reanimieren. Durch ihre Hilfeleistung war er außer Lebensgefahr.

Wie im Film handelte Melanie Hochreither aus Zweibrücken. Die 29-Jährige beobachtete im Juni 2018 einen Mann, der die Seitenscheibe eines geparkten PKWs in Zweibrücken einschlug und daraus eine Tasche stahl. Frau Hochreither sprach den Täter an und forderte ihn auf stehenzubleiben. Dieser flüchtete jedoch zu Fuß über den Parkplatz. Die 29-Jährige verständigte sofort ihren Freund, der sich zu diesem Zeitpunkt noch an seinem Auto aufhielt und lief dem Täter dann hinterher. Bei der Verfolgung rief Frau Hochreither einer Passantin zu, sie solle sich dem Täter in den Weg stellen. Die Frau sprach den Täter an, wonach dieser mit der mitgeführten Tasche auf die Passantin einschlug und seine Flucht fortsetzte. Doch Melanie Hochreither blieb hartnäckig und verfolgte den Mann weiter. Völlig entkräftet blieb der Mann plötzlich stehen. Derweil kam auch der Freund der 29-Jährigen dazu. Gemeinsam wartete das Paar auf die Polizei, welche den Autodieb schließlich festnehmen konnte. Melanie Hochreither konnte leider nicht persönlich zu unserer Veranstaltung erscheinen.

Auch Patricia Fuhrmann aus Linden handelte im Oktober 2017 absolut vorbildlich. Bei einem Verkehrsunfall auf der B270 bei Stelzenberg verletzte sich ein junger Motorradfahrer schwer. Die 43-Jährige kümmerte sich um den jungen Mann, der stark blutend auf der Straße lag. Sie hielt dem Motorradfahrer die Hand und versuchte ihn zu trösten. Bis die Rettungskräfte ihre Arbeit aufnahmen blieb Patricia Fuhrmann bei ihm. Die Familie des Motorradfahrers nominierte Patricia Fuhrmann persönlich für den Zivilcourage-Preis.

Das Polizeipräsidium Westpfalz bedankt sich bei allen "Helden des Alltags" für ihr engagiertes und mutiges Verhalten. Besonders Michael Denne liegt die jährliche Veranstaltung sehr am Herzen: "Wir wollen damit unserer Anerkennung für die gezeigte Mitmenschlichkeit und Solidarität zeigen, aber auch für den Mut und den persönlichen Einsatz für andere Menschen Ausdruck verleihen. Jeder kann helfen, doch nicht alle haben den Mut dazu. Umso wichtiger ist es uns deshalb jene zu ehren, die an ihre persönliche Grenzen gehen, um anderen zu helfen." ots

Autor:

Stephanie Walter aus Wochenblatt Landstuhl

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