Neue Universitätsstruktur in Rheinland-Pfalz ab Oktober 2022 sieht Fusion der Universitäten Kaiserslautern und Landau vor
Entscheidung folgt Empfehlung der Expertenkommision

Das Verwaltungsgebäude der TUK  Foto: Jens Vollmer
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TUK.Die Entscheidung für eine neue Universitätsstruktur in Rheinland-Pfalz ist gefallen. Diese beinhaltet die Zusammenführung des Standorts Landau (8.000 Studierende) mit der TU Kaiserslautern (14.000 Studierende) sowie die Verselbstständigung des Universitätsstandorts Koblenz. Damit sollen laut dem Wissenschaftsministerium des Landes die regionalen Strukturen gestärkt und effizientere Organisationsmodelle umgesetzt werden.

„Wir hätten uns im Vorfeld mehr Zeit gewünscht, um interne Gremien einzuschalten, die möglichen Risiken genauer zu analysieren und die entsprechend notwendigen Schritte frühzeitig an der TUK einzuleiten. Wir werden dies nun gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in Landau angehen. Unser Ziel ist es, die Stärken beider Standorte und die Chancen aus den entstehenden Synergien herauszuarbeiten. Besonders wichtig ist uns, dass Herr Minister Wolf uns zugesichert hat, die TUK und ihre Gremien an einem strukturierten Prozess zu beteiligen und unsere Bedenken ernst zu nehmen. Der Minister hat weiterhin zugesichert, die Forschungsstärke der TUK weiter zu fördern und ausreichend Finanzmittel zusätzlich zur Verfügung zu stellen“, so Prof. Dr. Helmut J. Schmidt, Präsident der TU Kaiserslautern.
Eine Expertenkommision empfahl die Fusion, die Wissenschaftsminister Prof. Dr. Wolf nun ohne große Verhandlungen mit den Beteiligten verkündete.
Ab sofort sollen eine Steuerungsgruppe mit externer Beteiligung sowie Arbeitsgruppen auf mehreren Ebenen mit Vertretern beider Universitäten eingerichtet werden, welche die genauen Prozessschritte für die anstehende Zusammenführung identifizieren und gestalten sollen. Ende 2019 soll zu diesen Ergebnissen eine Zwischenbilanz gezogen werden.
„Anknüpfungspunkte sehen wir beispielsweise im Bereich der kognitiven Wissenschaften in Verbindung mit unserer Expertise in Künstlicher Intelligenz sowie in einer Gesamtperspektive für die Lehramtsausbildung des Landes Rheinland-Pfalz. Auch können wir uns Effekte aus der Verbindung der Umweltwissenschaften in Landau mit Fachgebieten hier in Kaiserslautern vorstellen. Wir, die einzige TU in Rheinland-Pfalz, werden durch die Angliederung von Landau auf über 22.000 Studierende anwachsen und damit mit Abstand zur zweitgrößten Universität des Bundeslandes. Damit wächst unser landespolitisches Gewicht“, so Schmidt weiter.
„Für unsere aktuellen und zukünftigen Studierenden möchten wir in diesem Zusammenhang das Signal senden, dass sie sich keine Sorgen um ihre Studiengänge und Studienverläufe machen müssen. Eines unserer Ziele ist, unser Studienangebot weiterhin in der Form aufrechtzuerhalten, wenn nicht sogar zu erweitern. Standortwechsel oder aufgrund der Zusammenführung auslaufende Studiengänge wird es nicht geben. Wir wollen, dass wir als Standort gestärkt aus einem solchen Prozess hervorgehen. Auch für künftige Studierende wird die neu strukturierte TUK ein noch attraktiveres und noch vielfältigeres Studienangebot machen“, versichert Professor Schmidt abschließend.
„Wir haben in Rheinland-Pfalz sehr leistungsfähige Universitäten, die sich durch vielfältige Angebote und Profile auszeichnen. Ziel ist es, sie weiter zu stärken und sie für die Zukunft gut aufzustellen. Dafür wollen wir starke Hochschulstrukturen schaffen, die dank ihrer Größe und Fächervielfalt national und international konkurrenzfähig sind“, betonte Wolf. „Die neue Universität Kaiserslautern-Landau gewinnt an Größe und an fachlicher Vielfalt. Die Entwicklung interdisziplinärer Forschungsfragen und -zusammenhänge und damit verbunden die Möglichkeit zusätzliche Forschungsmittel zu erzielen, sehen wir als klaren Vorteil einer Zusammenführung. Die Verselbstständigung des Universitätsstandortes Koblenz bietet neue Chancen, regionale Themen stärker aufzunehmen, auch durch weitergehende Kooperationen mit der Hochschule Koblenz. Diese neue Organisationsstruktur ist ein Stärkungsprozess, der die Grundlage für eine erfolgreiche Weiterentwicklung legt“, ergänzt Wolf.
Der Universitätsstandort Landau könne auf eine gute Entwicklung in den vergangenen Jahren zurückblicken. Die Studierendenzahlen seien deutlich gestiegen. Unabhängig vom Universitätsstandort Koblenz habe sich Landau weiterentwickelt und eigene Schwerpunkte ausgebildet. Die in den letzten Jahren entstandenen Forschungsschwerpunkte der TU Kaiserslautern seien national und international anerkannt. Die Zusammenführung von Landau und Kaiserslautern eröffne neue Entwicklungsperspektiven und stärke den Studien- und Forschungsstandort im Süden von Rheinland-Pfalz. Kaiserslautern-Landau könnte sich zukünftig mit den großen technischen Universitäten in Deutschland messen. jv/ps

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