Online-Betrug und Schockanruf: Seniorinnen verlieren hohe Geldsummen
- Online-Betrüger haben eine 74-jährige Frau um mehrere zehntausend Euro gebracht. Die Täter gaben sich als Support-Team aus und erlangten Fernzugriff auf den Computer der Seniorin.
- Foto: Polizei Rheinland-Pfalz
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Kaiserslautern. Eine 74 Jahre alte Frau aus Kaiserslautern ist Opfer von Online-Betrügern geworden und hat dabei einen Schaden in fünfstelliger Höhe erlitten. Wie das Polizeipräsidium Westpfalz berichtet, erschien Ende vergangener Woche auf dem Computer der Seniorin ein Warnhinweis, der sich nicht mehr schließen ließ.
In ihrer Sorge wählte die Frau die angezeigte Telefonnummer eines angeblichen Support-Teams. Der vermeintliche Mitarbeiter erklärte am Telefon, er müsse einen Hackerangriff beheben. Dafür sollte die 74-Jährige Guthabenkarten im Wert von mehreren hundert Euro kaufen und die Codes weitergeben.
Im weiteren Verlauf gewährte die Frau dem Unbekannten den Fernzugriff auf ihren Rechner. Über mehrere Stunden hielt der Täter sie am Telefon und veranlasste sie dazu, mehrere Überweisungen freizugeben. Insgesamt flossen so mehrere zehntausend Euro ab. Erst später erkannte die Seniorin den Betrug und erstattete Anzeige bei der Kriminalpolizei. Die Ermittlungen laufen.
In der vergangenen Woche ist eine 77 Jahre alte Frau aus Kaiserslautern Opfer eines sogenannten Schockanrufs geworden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Westpfalz täuschten die Betrüger am Telefon vor, die Tochter der Seniorin habe einen schweren Unfall verursacht. Mit dieser Geschichte setzten sie die Frau so unter Druck, dass sie einem Unbekannten an ihrer Haustür ihr gesamtes Bargeld übergab – mehrere tausend Euro. Erst später stellte sich heraus, dass die geschilderte Notlage frei erfunden war.
Der Betrug wurde erst am Montag, 27. April, angezeigt, fast eine Woche nach der Tat. Die Seniorin kam gemeinsam mit ihrer Tochter zur Polizei. Den Geldabholer beschreibt sie als etwa 1,80 Meter groß, schlank, bekleidet mit einer schwarzen Lederjacke und einer Baseballmütze. Weitere Hinweise liegen derzeit nicht vor.
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |