Kleines Theater in Germersheim leidet unter Corona-Krise
Nur noch fünf Besucher pro Vorstellung erlaubt

Das Magische Theater Germersheim leidet unter Corona
  • Das Magische Theater Germersheim leidet unter Corona
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Germersheim. Kulturelle Einrichtungen leiden ganz besonders unter der Corona-Krise. Die „Night of Light“ hat unlängst eindrucksvoll gezeigt, wie schlimm es um die Veranstaltungsbranche in Deutschland steht. Gerade kleine Theater mit vorwiegend regionaler Ausrichtung haben mit den Auswirkungen der wochenlangen Schließung und den nun geltenden Corona-Regelungen besonders zu kämpfen. Das weiß auch Ulrich Meyer, Inhaber des Magischen Theaters in Germersheim
Das kleine Theater hat seinen Spielort in einem Gewölberaum im Obergeschoss des Weißenburger Tor-Gebäudes in Germersheim und wurde 2009 als „Spuktheater“ eröffnet. Seither begeisterte es die „Grusel-Fans“ mit Programmen zu den Themen Spuk und Übersinnliches. 2010 gründete Meyer ein Spuktheater in Karlsruhe und erweiterte die Programmpalette in Germersheim, um auch Familien mit Kindern und Jugendlichen ein kulturelles Angebot zu bieten, denn das Spuktheater richtet sich ausschließlich an Menschen über 18 Jahren. „Daher wurde das Theater in `Magisches Theater Germersheim` umbenannt und das Programm umgestellt. Jetzt wird hier Zauberei als Zaubertheater gespielt“, erzählt Ulrich Meyer. Seit 2020 gibt es im Magischen Theater Germersheim auch Gastspiele von auswärtigen Künstlern, das Spuktheater in Karlsruhe spielt weiterhin Stücke rund um das Thema Spuk - für ein erwachsenes Publikum.

Nur noch fünf Zuschauer pro Vorstellung

Gerade in eine solchen Phase der Neuausrichtung wirkt sich die Corona-Pandemie ganz besonders dramatisch aus. „Ab 13. März mussten beide Theater komplett schließen. Ein Einkommensausfall von einhundert Prozent war die Folge. Da ich die beiden Theater in Germersheim und Karlsruhe alleine betreiben, musste ich zum Glück niemanden entlassen“, berichtet Meyer. Inzwischen habe der Spielbetrieb beider Theater zwar wieder begonnen,  allerdings – wie überall - mit starken Einschränkungen. „Alle gesetzlichen Vorgaben werden in beiden Theatern eingehalten, wir stellen Desinfektionsmittel für die Besucher, desinfizieren alle Kontaktflächen vor jeder neuen Vorstellung. Bedingt durch die Corona-Abstandsregelungen passen leider nur noch sehr wenige Gäste ins Theater. Wenn alle Gäste aus verschiedenen Haushalten kommen und nicht untereinander verwandt sind, kann ich im Spuktheater nur fünf Gäste pro Vorstellung empfangen. Auch haben viele Menschen, durch die Corona-Krise verunsichert, noch Angst ins Theater zu gehen“, erzählt Meyer von seinen Problemen. „Der Eintritt trägt derzeit die Kosten noch nicht einmal ansatzweise. Wenn der Zustand in dieser Art - oder einer wieder verschärften Form aufgrund einer zweiten Corona-Welle - weiter bestehen bleiben sollte, kann es dazu führen, dass ich die Theater schließen muss“, befürchtet er.

„Durch die Abstandsregeln mussten neue Programme geschrieben, ausgearbeitet und geprobt werden, bei denen diese eingehalten werden können, die also kontaktlos mit dem Publikum möglich sind. Gerade bei der Zauberkunst ist ja ein direkter Kontakt mit Zuschauern, die auf der Bühne assistieren, ansonsten eher üblich. Durch die Entwicklung der neuen Programme waren Investitionen nötig, die durch die Einnahmen im Moment noch nicht gedeckt sind“, sagt der Theater-Chef.
Die von der Politik zur Verfügung gestellte Unterstützung, hat Ulrich Meyer für seine Theater in Anspruch genommen, meint aber: „Ich habe Soforthilfe des Bundes beantragt und erhalten. Dabei habe ich meinen Bedarf aber relativ knapp kalkuliert, damit auch für andere Theater und Künstler noch genügend im Topf bleibt.“

Alterssicherung gefährdet

Für die Zukunft wünscht sich Meyer nur eines: „Ich hoffe, dass sich die Lage in näherer Zukunft wieder normalisiert. Sollte das der Fall sein, weil die Infektionszahlen weiter zurückgehen oder ein Impfstoff oder Therapeutikum gefunden wurde, dann glaube ich schon, dass sich die Kulturszene wieder erholen wird.“  Für sich persönlich zieht er aber ein weniger positives Fazit: „Die Einnahmeeinbußen werden mir auf längere Zeit zu schaffen machen, auch wenn der Spielbetrieb wieder normal laufen sollte, da ich in diesem Jahr Gelder angreifen musste, die eigentlich für meine Alterssicherung geplant waren und ich die Alterssicherung dieses Jahr nicht weiter aufbauen kann.“

Autor:

Heike Schwitalla aus Karlsruhe

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