Werksschließung in Neustadt a.d. Donau: Mahle streicht 350 Jobs

Die IG Metall hat aktuell zum 24-stündigen Warnstreik in Neustadt aufgerufen. (Handout) | Foto: Andreas Schmal/IG Metall/dpa
  • Die IG Metall hat aktuell zum 24-stündigen Warnstreik in Neustadt aufgerufen. (Handout)
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Neustadt an der Donau. Für rund 350 Beschäftigte eines Autozulieferers steht der Arbeitsplatz vor dem Aus. Der Stuttgarter Konzern Mahle will sein Werk im bayerischen Neustadt an der Donau schließen.

Nach Unternehmensangaben sollen die Produktionslinien ab Ende 2026 schrittweise heruntergefahren werden. Parallel soll die Belegschaft reduziert werden. Die vollständige Schließung des Standorts ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Mahle begründet den Schritt mit auslaufenden Kundenaufträgen, schwächeren Marktentwicklungen und wachsendem Kostendruck durch asiatische Wettbewerber in Europa. Das Unternehmen sieht deshalb keine wirtschaftliche Perspektive mehr für den Standort. In dem Werk, das seit 1987 besteht, werden vor allem Klimageräte für Premium Pkw hergestellt. Gespräche mit Arbeitnehmervertretern über sozialverträgliche Lösungen laufen laut Unternehmen bereits.

Scharfe Kritik von IG Metall

Die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat widersprechen den Schließungsplänen deutlich. Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg, Rico Irmischer, spricht von einem „Skandal“. Aus Sicht der Gewerkschaft werde den Beschäftigten ohne ausreichende Perspektive die Zukunft genommen. Mehrere Verhandlungsrunden über die Zukunft des Werks waren zuvor ohne Ergebnis geblieben. Auch Warnstreiks hatten keine Einigung gebracht. Am Dienstag, 12. Mai, beteiligten sich laut IG Metall rund 300 Beschäftigte an einem 24 Stunden Warnstreik. Beginn war um 14.15 Uhr. Die Produktion kam nach Angaben der Gewerkschaft vollständig zum Stillstand.

Unbefristeter Streik möglich

Die Gewerkschaft kündigt weiteren Widerstand an. Sollte das Management trotz der Proteste an der Schließung festhalten, könnte ein unbefristeter Streik folgen. Die Beschäftigten wollten „mit aller Kraft“ gegen die Pläne kämpfen. Mahle steht wie viele Unternehmen der Branche unter wirtschaftlichem Druck. Der Umsatz sank 2025 auf rund 11,26 Milliarden Euro nach 11,68 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Das Konzernergebnis ging von 22 Millionen auf 20 Millionen Euro zurück. Trotz des Rückgangs schrieb das Unternehmen damit das dritte Jahr in Folge schwarze Zahlen. Weltweit beschäftigt Mahle mehr als 64.000 Menschen. Ende des vergangenen Jahres hatte der Konzern bereits angekündigt, rund 1000 Stellen in der Verwaltung zu streichen. dpa/red

Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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