Tarifeinigung bei Mahle in Neustadt: Abfindungen nach Streik
- Die konkrete Höhe der Abfindungen ist der Gewerkschaft zufolge abhängig vom Alter der Beschäftigten und der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit. (Archivbild)
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Neustadt an der Donau. Für die rund 400 Beschäftigten des Autozulieferers Mahle gibt es nach dem unbefristeten Streik erstmals eine tarifliche Lösung. IG Metall und Unternehmen haben sich nach Angaben der Gewerkschaft auf ein Verhandlungsergebnis für den Standort in Neustadt an der Donau geeinigt.
Nach Darstellung der IG Metall enthält die Vereinbarung soziale Absicherungen für die Belegschaft. Der Standort soll im ersten Halbjahr 2027 geschlossen werden. „Mit diesem Verhandlungsergebnis ist es gelungen, trotz der Schließung des Standorts wichtige soziale Absicherungen für die Beschäftigten durchzusetzen“, sagte Rico Irmischer, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg.
Mahle äußerte sich zunächst nicht zu der Einigung.
Abfindung hängt von Alter und Betriebszugehörigkeit ab
Die Höhe der Abfindung soll laut Gewerkschaft von mehreren Faktoren abhängen. Dazu zählen unter anderem
- Alter der Beschäftigten
- Dauer der Betriebszugehörigkeit
- zusätzliche Zahlungen für Beschäftigte mit Kindern
- Zuschläge für Menschen mit Schwerbehinderung
Außerdem wurde ein Härtefallfonds vereinbart. Geplant ist auch eine Transfergesellschaft, die Beschäftigte beim Wechsel in neue Jobs unterstützen soll.
Streik läuft weiter bis zur Mitgliederentscheidung
Der Arbeitskampf begann am Dienstag, 26. Mai, nachdem sich in einer Urabstimmung 98,4 Prozent der IG Metall Mitglieder für einen unbefristeten Streik ausgesprochen hatten.
Ob das Verhandlungsergebnis angenommen wird, entscheiden die Mitglieder in einer zweiten Urabstimmung am Montag, 1. Juni. Für eine Annahme reichen 25 Prozent Zustimmung. Bis dahin soll der Streik weitergehen.
Mahle begründet die geplante Werksschließung mit auslaufenden Kundenaufträgen, einer schwachen Autokonjunktur und wachsendem Kostendruck durch asiatische Wettbewerber in Europa. Nach Unternehmensangaben sei ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb daher nicht möglich.
Die IG Metall widerspricht dieser Darstellung. Aus Sicht der Gewerkschaft soll ein profitabler Standort geschlossen und die Produktion in die Slowakei verlagert werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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