Prozess zum Schwabenlandtower in Stuttgart vor schnellem Ende
- Prozess um Insolvenz von Schwabenlandtower geht weiter. (Foto-Archiv)
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Stuttgart. Im Strafprozess um die Insolvenz des unvollendeten Schwabenlandtowers könnte es überraschend schnell zu einem Ende kommen. Am Freitag, 8. Mai, verhandelt das Landgericht Stuttgart weiter über die Hintergründe der Millionenpleite rund um Baden Württembergs höchstes unvollendetes Wohngebäude.
Die Wirtschaftsstrafkammer brachte eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflagen ins Gespräch. Angeklagt sind zwei frühere Investoren und Geschäftsführer des Hochhausprojekts in Fellbach. Es handelt sich um Vater und Sohn im Alter von 79 und 46 Jahren.
Nach Angaben eines Gerichtssprechers sollen am Freitag ab 9.15 Uhr zunächst Vermerke zu Gesprächen zwischen den Verhandlungstagen bekanntgegeben werden. In eine Beweisaufnahme will das Gericht zunächst nicht eintreten.
Den beiden Männern wird Insolvenzverschleppung und Marktmanipulation vorgeworfen. Fast zehn Jahre nach der Insolvenz des Bauprojekts müssen sie sich damit vor Gericht verantworten. Zum Prozessauftakt war von einer „atypischen Insolvenz“ die Rede.
Nach Einschätzung des Gerichts soll der Zeitraum der möglichen Insolvenzverschleppung gering gewesen sein. Die Angeklagten hätten ihre Zahlungsschwierigkeiten offengelegt. Zudem habe eine enge wirtschaftliche Verbindung zwischen Bauunternehmen und Investor bestanden. Gleichzeitig betonte der Richter, dass die Anklage grundsätzlich nachvollziehbar sei. Die Ermittlungen der Behörden hatten rund fünf Jahre gedauert.
Baustelle seit Jahren stillgelegt
Der Rohbau des Schwabenlandtowers prägt seit Jahren die Skyline von Fellbach bei Stuttgart. Das Projekt blickt auf eine lange Geschichte aus Insolvenzen und neuen Anläufen zurück.
Der Bau des damals noch Gewa Towers genannten Hochhauses begann im Jahr 2014. Geplant waren 66 hochwertige Wohnungen, Gewerbeflächen und ein Hotel. Nach der Insolvenz der ersten Bauherren stoppte das Projekt jedoch und entwickelte sich zu einer Dauerbaustelle.
Ein späterer Eigentümer plante zwischenzeitlich eine Umwandlung der Luxuswohnungen in kleinere und günstigere Mietwohnungen. Doch auch dieser Neustart brachte keinen dauerhaften Fortschritt. Die Baustelle ruht seit Jahren.
Zuletzt gehörte der Rohbau der finanziell angeschlagenen Adler Group. Der Immobilienkonzern will das Projekt nun weitergeben. Nach Unternehmensangaben wurde bereits ein Vertrag über den geplanten Verkauf des Schwabenlandtowers geschlossen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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