Neue Zahlen zeigen: Frauen deutlich öfter finanziell abhängig

Frauen leben in Rheinland-Pfalz seltener von Lohnarbeit als Männer. (Symbolbild) | Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
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Rheinland-Pfalz. Die meisten Menschen im Land finanzieren ihren Lebensunterhalt aus eigener Arbeit. Doch zwischen Männern und Frauen gibt es weiterhin deutliche Unterschiede. Das zeigen erste Ergebnisse des Mikrozensus 2025.

Rund 76 Prozent der 25- bis unter 65-Jährigen bestritten ihren Lebensunterhalt überwiegend durch eigene Erwerbstätigkeit. Das entspricht etwa 1,7 Millionen Menschen, wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilte.

Bei genauerem Blick zeigt sich eine klare Differenz zwischen den Geschlechtern. 84 Prozent der Männer lebten hauptsächlich von ihrer Arbeit. Bei den Frauen waren es 68 Prozent.

Frauen häufiger finanziell abhängig

Frauen sind deutlich öfter auf finanzielle Unterstützung durch Angehörige angewiesen. Insgesamt bestritten 8,8 Prozent der Menschen ihren Lebensunterhalt vor allem aus solchen Quellen.

Bei Frauen lag dieser Anteil bei 15 Prozent. Bei Männern dagegen nur bei 2,4 Prozent. Auch Elterngeld spielte fast ausschließlich bei Frauen eine Rolle.

Teilzeit und Erwerbspausen als Gründe

Als mögliche Ursachen nennt Katja Rickert vom Projekt „Fair Pay in Rheinland-Pfalz“ mehrere Faktoren. Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger. Das geschieht vor allem wegen Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen.

Hinzu kommt die deutlich höhere Teilzeitquote. Selbst wenn Frauen arbeiten, reicht das Einkommen aus Teilzeitstellen oft nicht aus, um den Lebensunterhalt überwiegend selbst zu finanzieren.

Männer sind dagegen häufiger in Vollzeit beschäftigt und erzielen entsprechend höhere Einkommen. Auch der sogenannte Gender Pay Gap trägt laut Rickert dazu bei, dass Frauen im Durchschnitt weniger verdienen.

Folgen für Rente und Altersvorsorge

Die Unterschiede können langfristige Folgen haben. Finanzielle Abhängigkeit kann entstehen. Gleichzeitig sinken häufig die Einzahlungen in die Altersvorsorge. Dadurch steigt das Risiko von Altersarmut.

Kaum Unterschiede bei Sozialleistungen

Bei anderen Einkommensquellen sind die Unterschiede geringer. Rund 5,1 Prozent der Befragten lebten überwiegend von Arbeitslosengeld I oder Bürgergeld. Darunter waren 4,9 Prozent Frauen und 5,3 Prozent Männer.

Auch bei Renten, Pensionen, Sozialhilfe, BAföG oder Einkommen aus Vermögen zeigen sich nur geringe Unterschiede.

Der Mikrozensus ist eine jährliche Stichprobenerhebung. Dabei wird rund ein Prozent der Bevölkerung befragt. Die Angaben beruhen auf Selbstauskünften. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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