Minijobs vor dem Aus? Dehoga in Rheinland-Pfalz schlägt Alarm

In der Gastronomie sind viele Minijobber tätig. (Symbolbild) | Foto: Hannes P Albert/dpa/dpa-tmn
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Rheinland-Pfalz. Für viele Nebenjobber und Gastronomiebetriebe könnte sich der Arbeitsalltag stark ändern. Der Hotel und Gaststättenverband Dehoga in Rheinland-Pfalz warnt vor Plänen, Minijobs weitgehend abzuschaffen.

Der Verband reagiert damit auf Vorschläge der Rentenkommission. Diese wurden am Samstagabend, 20. Juni, bekannt. Offiziell vorgestellt werden sollen sie am Dienstag, 23. Juni.

Nach Informationen der Deutschen Presse Agentur sollen beitragsfreie Minijobs künftig nur noch für Schülerinnen und Schüler möglich sein. Ziel ist es laut den Vorschlägen, einen Anreiz zu schaffen, die wöchentliche Arbeitszeit zu erhöhen.

Dehoga-Präsident Gereon Haumann kritisiert die Ideen deutlich. „Die Vorschläge der Rentenkommission gehen an der betrieblichen Realität vorbei und wären für das Gastgewerbe eine Katastrophe.“

Haumann: Minijobs sind für Gastro wichtig

Nach Angaben des Verbandes arbeiten allein im Gastgewerbe rund 1,1 Millionen Menschen in geringfügiger Beschäftigung. Für viele Betriebe seien diese Jobs entscheidend, um Arbeitszeiten flexibel zu organisieren.

Haumann sieht deshalb große Probleme für Hotels, Restaurants und Cafés. „Erst sollen Minijobs durch höhere Sozialabgaben massiv verteuert werden. Jetzt droht die vollständige Abschaffung eines für unsere Branche unverzichtbaren Beschäftigungsinstruments.“

Besonders kritisch bewertet der Verband die Idee, Minijobs nur noch auf Schülerinnen und Schüler zu beschränken. Viele von ihnen seien minderjährig. Strenge gesetzliche Vorgaben erlaubten häufig keine Einsätze am Abend oder am Wochenende. Gerade diese Zeiten seien in Gastronomie und Hotellerie besonders wichtig.

Was Minijobs aktuell bedeuten

Minijobs sind geringfügige Beschäftigungen mit begrenztem Einkommen. Derzeit gelten folgende Eckpunkte:

  • Monatliche Verdienstgrenze von 603 Euro
  • Nur geringe Sozialabgaben und Steuern
  • Weit verbreitet in Gastronomie, Handel und Dienstleistungsbranchen

Wie genau die Vorschläge der Rentenkommission umgesetzt werden könnten, ist noch offen. Die offizielle Vorstellung der Empfehlungen wird am Dienstag erwartet. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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