Heckler & Koch testet neues KI-System gegen Drohnen – erster Schuss trifft

Logo des Oberndorfer Waffenherstellers bei der Sicherheitstechnik-Messe Enforce Tac in Nürnberg im Februar. | Foto: Daniel Karmann/dpa
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Oberndorf. In Oberndorf meldet Heckler & Koch Fortschritte bei einem neuen Waffensystem gegen unbemannte Fluggeräte.

Nach Angaben des Unternehmens befindet sich die Waffenstation Midgard 40 in der Endphase der Erprobung. Bei Feuertests der Granatmaschinenwaffe sei schon mit dem ersten Schuss getroffen worden, sagte Konzernchef Jens Bodo Koch auf der Hauptversammlung.

Worum es bei dem System geht

Die Waffenstation arbeitet mit einer Granatmaschinenwaffe im 40-Millimeter-Kaliber und soll Drohnen im Nah- und Nächstbereich bekämpfen. Genannt wird eine Distanz von 400 bis 600 Metern. Nach Unternehmensangaben verfügt das System über KI-Funktionen. Wann es auf den Markt kommt, ist noch offen.

HK entwickelt das System gemeinsam mit einer slowenischen Firma und einem KI-Spezialisten aus München. Konkurrenzprodukte gibt es bereits von Rheinmetall und vom norwegischen Unternehmen Kongsberg.

Drohnenabwehr wird für Hersteller zum Wachstumsfeld

Hintergrund ist die wachsende Bedeutung günstiger Drohnen in Kriegen. Nach Einschätzung des Unternehmens zeigt sich dabei ein wirtschaftliches Problem: Der Abschuss kann deutlich teurer sein als die Drohne selbst. HK verweist deshalb auf einen vergleichsweise geringen Ressourceneinsatz pro Bekämpfungsvorgang.

  • Systemname: Midgard 40
  • Einsatzbereich: Drohnenabwehr im Nah- und Nächstbereich
  • Reichweite: 400 bis 600 Meter
  • Status: Endphase der Erprobung
  • Marktstart: noch offen

250.000 Sturmgewehre für die Bundeswehr bestellt

Bereits in Serienfertigung ist ein anderes wichtiges Produkt des Unternehmens. Wie Heckler & Koch mitteilte, hat die Bundeswehr inzwischen 250.000 Sturmgewehre bestellt und damit einen Rahmenvertrag ausgeschöpft. Die Auslieferung hat begonnen und dürfte sich über mehrere Jahre erstrecken.

Ursprünglich waren rund 120.000 Sturmgewehre mit einem Lieferzeitraum von sieben Jahren vorgesehen. Infolge des Ukraine-Kriegs wurde der Rahmenvertrag später aufgestockt.

Umsatz auf Rekordniveau

Heckler & Koch sieht sich weiter auf Wachstumskurs. Im Jahr 2025 stieg der Umsatz um 14,4 Prozent auf 393 Millionen Euro. Das ist nach Unternehmensangaben ein Rekordwert. Das Nachsteuerergebnis legte um ein Viertel auf 39,5 Millionen Euro zu. Der Auftragseingang wuchs von 426,2 Millionen Euro auf 802 Millionen Euro. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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