Armutsquote steigt in Rheinland-Pfalz auf 15,9 Prozent

Von Armut sind vor allem ältere Menschen, Alleinlebende und Alleinerziehende betroffen (Sybolbild) | Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Von Armut sind vor allem ältere Menschen, Alleinlebende und Alleinerziehende betroffen (Sybolbild)
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Rheinland Pfalz. Mehr Menschen im Land müssen mit sehr wenig Einkommen auskommen. In Rheinland Pfalz ist die Armutsquote innerhalb eines Jahres auf 15,9 Prozent gestiegen.

Nach einem neuen Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands nahm der Anteil der von Armut betroffenen Menschen von 2024 auf 2025 um 0,3 Prozentpunkte zu. Damit liegt Rheinland Pfalz weiterhin knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt. Eine Entwarnung sieht der Verband dennoch nicht.

Nach einem Tiefstand von 12,3 Prozent im Jahr 2023 ist die Quote innerhalb von zwei Jahren deutlich gestiegen. Der stellvertretende Landesgeschäftsführer Ralph Stappen spricht von einer weiterhin angespannten sozialen Lage und einer besorgniserregenden Entwicklung.

Bundesweit mehr als 13 Millionen Menschen betroffen

In ganz Deutschland leben laut Bericht rund 13,3 Millionen Menschen in Armut. Die Armutsquote liegt bei 16,1 Prozent und erreicht damit den höchsten Stand seit 2020. Grundlage sind Daten des Statistischen Bundesamtes.

Als armutsgefährdet gelten Menschen mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens. Zuletzt lag diese Grenze bei

  • 1.446 Euro netto im Monat für Alleinlebende
  • 3.036 Euro netto für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren

Region Trier besonders stark betroffen

Innerhalb von Rheinland Pfalz gibt es deutliche Unterschiede. Besonders hoch ist die Armutsquote laut Bericht in der Region Trier. Dort liegt sie bei 21,4 Prozent und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

„Armut ist keine abstrakte Kennzahl. Sie wird vor Ort sichtbar. In Städten, Regionen und Lebenslagen“, erklärte Stappen. Deshalb brauche es gezielte Maßnahmen und eine soziale Infrastruktur, die besonders belastete Regionen stützt.

Ältere, Alleinlebende und Alleinerziehende häufiger betroffen

Bestimmte Gruppen tragen bundesweit ein deutlich höheres Risiko für Armut. Dazu zählen

  • Menschen ab 65 Jahren mit einer Quote von 19,5 Prozent
  • Alleinlebende mit 30,3 Prozent
  • Alleinerziehende mit 28,9 Prozent

Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt deshalb vor Kürzungen bei sozialen Leistungen. Gerade in Regionen mit hoher Armutsquote seien stabile Beratungs und Unterstützungsangebote wichtig.

„Wer soziale Leistungen kürzt, verschärft bestehende Problemlagen und gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte Stappen. Gefordert werden armutsfeste Sozialleistungen, ausreichende Einkommen aus Arbeit sowie bezahlbarer Wohnraum. dpa/red

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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