Mexiko: WM im Schatten der Kartelle: Wie sicher ist das Turnier wirklich?

Mexiko: WM im Schatten der Kartelle. | Foto: SWR - Das Erste, Foto: SWR/Michael Stocks
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Mexiko: WM im Schatten der Kartelle. Die Fußball-WM 2026 soll in Mexiko ein riesiges Fest werden. Doch diese ARD-Dokumentation stellt die Frage, was abseits der Stadien passiert, wenn Gewalt und organisierte Kriminalität den Alltag prägen.

Am 5. Juni um 23 Uhr läuft „Mexiko: WM im Schatten der Kartelle“ im Ersten. Im Mittelpunkt steht der Widerspruch zwischen perfekt inszeniertem Sportereignis und einer Sicherheitslage, die viele Zweifel zurücklässt.

Wenn ein WM-Abend zur Sicherheitsfrage wird

Der Film schaut auf ein Land, in dem Regierung und FIFA zum Eröffnungsspiel im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt ein modernes, sicheres Gastgeberland präsentieren wollen. Gleichzeitig steht die Frage im Raum, wer hinter den Kulissen wirklich Kontrolle hat, wenn Drogenkartelle großen Einfluss besitzen.

Ein Beispiel dafür liefert ein Ereignis Ende Februar: Sicherheitskräfte töten im Bundesstaat Jalisco den Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes, den Anführer des Kartells Jalisco Nueva Generación. Kurz darauf folgen laut Film Gewaltwellen mit Straßenblockaden, Brandanschlägen und Gefechten, bei denen Dutzende Menschen sterben, zeitweise auch in Guadalajara, einem WM-Austragungsort.

Mexiko: WM im Schatten der Kartelle: Stimmen aus dem Alltag

Besonders nah wird es dort, wo es nicht um Fußballpolitik, sondern um Vermisste geht. Rund 130.000 Menschen gelten in Mexiko als verschwunden, Angehörige suchen oft selbst nach Spuren, auch in der Umgebung von WM-Infrastruktur. Einer von ihnen ist Raúl Servin aus Guadalajara, der seit sechs Jahren nach seinem entführten Sohn sucht. Zusammen mit anderen sogenannten Buscadores durchkämmt er Felder, Wälder und verlassene Gebäude, und stößt dabei immer wieder auf Überreste von Vermissten, zuletzt auch nahe eines WM-Stadions.

Gewalt reicht bis ins Stadion

Der Film thematisiert zudem Gewalt im direkten Umfeld des Sports, die auch Stadien treffen kann. Kartellnahe Gruppen sollen dabei eine Rolle spielen, betroffen sein können Spieler, Fans und auch Unparteiische.

Ein konkreter Fall: Schiedsrichterin Katia Itzel Garcia gerät nach einem Spiel des League Cups 2025 zwischen Cincinnati und Monterrey ins Visier massiver Anfeindungen und Drohungen. Sie fordert ein konsequenteres Vorgehen gegen Gewalt und Einschüchterung im Umfeld des Sports in Mexiko.

Die große Frage hinter dem großen Turnier

In Interviews mit Journalistinnen und Journalisten, Sicherheitsexpertinnen und Sicherheitsexperten, Fans und Stimmen aus der Fußballwelt zeichnet die Dokumentation das Bild eines Landes im Spannungsfeld. Wo Millionen Besucher erwartet werden und große Summen fließen, sieht der Film auch für kriminelle Netzwerke ein Geschäft, von Geldwäsche bis hin zu Einfluss auf Projekte.

„Mexiko: WM im Schatten der Kartelle“ läuft am 5. Juni um 23 Uhr im Ersten. [red]

Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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